Veröffentlicht am 25.02.2026 08:31

Warnstreik legt Bayreuther Stadtbusverkehr erneut lahm

Foto: red
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Die Gewerkschaft ver.di hat für Freitag, 27., und Samstag, 28. Februar, ganztägige Warnstreiks im Stadtbusverkehr angekündigt. Die Stadtwerke Bayreuth richten dafür einen Streikfahrplan ein.

An beiden Tagen ist mit erheblichen Einschränkungen im Busbetrieb zu rechnen. Am Freitag können dank Partnerunternehmen knapp die Hälfte der Fahrten stattfinden, am Samstag fallen deutlich mehr Verbindungen aus. Regionalbusse im Umland (unter anderem die Linien 328, 372 und 378) sowie Regionalzüge wie die RB34 verkehren planmäßig. Ab Sonntag, 1. März, gilt wieder der reguläre Fahrplan.

Der Streikfahrplan für Freitag ist auf der Website der Stadtwerke abrufbar; die Übersicht für Samstag wird dort im Laufe des Mittwochs veröffentlicht. Aktuelle Verbindungen lassen sich zudem über die Auskunft des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) auf vgn.de oder in der VGN-App prüfen. Andere Plattformen, etwa Angebote der Deutschen Bahn, können kurzfristige Änderungen möglicherweise nicht vollständig darstellen. Fahrgästen wird geraten, bei der Suche auch alternative Haltestellen oder Start- und Zielpunkte einzugeben. Trotz der Notfahrpläne kann es zu Verspätungen und hoher Auslastung kommen, so Unternehmenssprecher Jan Koch.

Andere Bereiche der Stadtwerke arbeiten regulär weiter: Verwaltung, Parkeinrichtungen, die Lohengrin Therme, das Stadtbad sowie Energie- und Wasserversorgung bleiben geöffnet. Das Kundencenter Verkehr an der ZOH ist am Freitag besetzt, samstags jedoch grundsätzlich geschlossen.

Geschäftsführer Markus Rützel hofft auf eine baldige Einigung der Tarifparteien. Nach bereits drei Streiktagen folgten nun zwei weitere, was vor allem Pendlerinnen und Pendler stark belaste. Zugleich betont er die Wertschätzung für die Beschäftigten und die Notwendigkeit besserer Arbeitsbedingungen, die jedoch angesichts der wirtschaftlichen Lage der Verkehrsunternehmen maßvoll umgesetzt werden müssten.

Die unveränderten Forderungen der Arbeitnehmerseite bereiten ihm nach eigenen Angaben große Sorgen: Bei vollständiger Umsetzung würden die Personalkosten im Verkehrsbetrieb um etwa 25 Prozent steigen, was jährliche Mehrkosten von rund 1,5 Millionen Euro verursachen würde. Das derzeitige Defizit im Stadtbusverkehr von etwa 4 Millionen Euro würde auf 5,5 Millionen Euro anwachsen – eine Summe, die nach Einschätzung der Stadtwerke nicht tragbar sei und langfristig auch die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs gefährde.


Von Jessica Mohr
jm
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