Dresden. Noch ohne die verletzten Akteure, wie Potac, Kirchhofer, Heatley und Kronawitter – dafür zum ersten Mal mit Tryout-Stürmer Lorraine – gelang es den Tigers an diesem Abend nicht, die durchaus vorhandenen Möglichkeiten in genügend Tore umzumünzen.

Wesentlich effektiver waren da die Gastgeber, die über das Spiel gesehen wesentlich weniger auf das Tor der Tigers zielten, denn Bayreuth hatte mit 53 Versuchen beinahe doppelt so viele Schüsse wie die Gastgeber, die 27 Mal das Bayreuther Tor anvisierten. Dazu gesellten sich im Spiel der Bayreuther individuelle Fehler, wie beim Führungstreffer der Eislöwen nach bereits drei gespielten Minuten als man an der eigenen blauen Linie die Scheibe leichtfertig verlor und zwei Dresdner alleine auf Herden zulaufen lies. Beim zweiten Treffer, war zunächst ein Rückhandpass in den Slot nicht sonderlich gefährlich, jedoch hielt man Knackstedt nicht davon ab, die Kelle zur Scheibe zu bewegen. Nach gut 13 gespielten Minuten kamen die Tigers dann stärker auf und spielten sich im Angriffsdrittel fest. Zunächst war es Bartosch, im Anschluss Kunz, Busch und Heider, die Eisenhut unter Beschuss nahmen. Kurz vor der Pause faste sich Bartosch ein Herz und zog über die linke Seite ins Drittel, spielte den Goalie aus und verkürzte auf 1:2.

Im zweiten Abschnitt gestattete man den Eislöwen zwei Mal die Möglichkeit in Überzahl zu agieren, was diese eiskalt nutzten. Zunächst traf Knackstedt, der allerdings sträflich alleine in der Bayreuther Zone agieren durfte. Glück hatte man nur Sekunden später als der Pfosten – hier wurde der Videobeweis bemüht – für die Tigers rettete. Später dann Huard, der erneut in Überzahl einen Abpraller verwerten konnte. Danach waren es die Tigers, die Chancen kreierten. Rajala, Järveläinen, Busch, Lorraine hatten gute Möglichkeiten. Gläser ebenso, dessen Schuss mit einer ganz starken Reaktion von Eisenhut gefangen wurde. Ein wenig Pech hatte man, als Kolozvary auf die Reise geschickt wurde und auf Abseits entschieden wurde. Erst Bartosch – mit seinem zweiten Treffer des Abends und dieses Mal in Überzahl – traf ins Netz. Kolozvary gewann das Bully, Bartosch setzte sich durch und tanzte erneut Eisenhut aus.

Gleich zu Beginn des letzten Drittels erneut eine Überzahlmöglichkeit für die Tigers, als Schmidt sitzen musste. Dieses Mal nahm Mayr Maß – von der blauen Linie versenkte er eine Direktabnahme im Tor des Dresdner Goalies. Die Gunst der Stunde nutzen konnten die Tigers jedoch nicht. Bei der nächsten nummerischen Überlegenheit blieben die Dresdner cool und konnten in Person von Huard sogar den fünften Treffer markieren. Karlsson nur kurz darauf an den Pfosten. Aufgeben war aber nicht angesagt und so zielte Mannes genau, nachdem sich Kolozvary eine Scheibe erkämpfte, und traf von der blauen Linie zum erneuten Anschluss. Und erneut die Tigers mit Pech, als man in Überzahl das Tor der Dresdner unter Beschuss nahm und Eisenhut dieses mit Absicht, und ohne Folgen, aus der Verankerung schob. So gelang auch kein weiterer Treffer und auch die letzte Minute, als man mit einem Mann mehr agieren durfte weil Herden für einen sechsten Feldspieler Platz machte, war ein platzierter Schuss von Karlsson sichere Beute vom Dresdner Schlussmann.

Durch den gleichzeitigen Sieg von Crimmitschau an diesem Abend, rutscht man in der Tabelle zwei Plätze und belegt derzeit, mit nur knappem Rückstand einen Playdown-Platz. Dies kann man mit einem Erfolg am heute wieder korrigieren, da sich die beiden vor den Tigers platzieren Teams – Dresden und Crimmitschau – gegenüberstehen und einer der beiden Federn lassen muss. So gilt ab sofort die Konzentration dem Match am Sonntag um 18.30 Uhr im Bayreuther Tigerkäfig.

Dresdner Eislöwen vs. Bayreuth Tigers 5:4 (2:1, 2:1, 1:2)
Zuschauer: 3108
Strafen: Dresden: 12 Min. – Bayreuth: 6 Min.
Powerplay: Dresden: 2/2 – Bayreuth: 2/5

Dresdner Eislöwen: Eisenhut, Stefaniszin – Hanusch (2), Zauner, Heywood, Kramer, Heyter, Saakyan, Uplegger, Schmidt (2) – Knackstedt, Rupprich, Davidek, Walher, Palka (2), Huard (2), Della Rovere, Pielmeier, Knobloch (4), Billich, Reed, Postel

Bayreuth Tigers: Herden (2), Jaeger – Heider, Veisert, Karlsson, Mannes, Martens (2), Mayr – Bartosch, Kolozvary, Kunz, Lorraine, Rajala, Järveläinen, Richter, Busch, Gams, Gläser

Tore: 1:0 (3.) Palka (Rupprich), 2:0 (11,) Knackstedt (Huard, Kramer). 2:1 (18.) Bartosch (Kolozvary, Kunz), 3:1 (24.) Knackstedt (Heywood. Reed) PP1, 4:1 (27.) Huard (Pielmeier, Knackstedt) PP1, 4:2 (40.) Bartosch (Kolozvary) PP1, 4:3 (41.) Mayr (Busch, Heider) PP1, 5:3 (43.) Huard (Knackstedt) SH1, 5:4 (47.) Mannes (Kolozvary, Bartosch)

red

Bayreuth. Im Basketballsport ist es üblich, dass sich die Mannschaften der Bundesligisten Jahr für Jahr sehr verändern. Viele Spieler gehen, viele neue Spieler kommen – das war auch bei medi im Sommer zu sehen. Doch sucht man eine Konstante im Bayreuther Basketball in den vergangenen Jahren, dann findet man sie doch: Eddy Hübner. Der Betreuer, der mittlerweile längst Kultstatus genießt, ist schon seit 18 Jahren dabei.

»Damals hat mich mein Freund Ingo Froese einfach mal gefragt, ob ich Lust hätte, das zu machen. Und so bin ich jetzt seitdem dabei», erzählt er.
18 Jahre ist wahrlich eine lange Zeit, der Teammanager hat einiges miterlebt, viele Trainer kommen und gehen sehen. Bereits mit neun verschiedenen Coaches hat Eddy Hübner zusammengearbeitet. Einen Favoriten hat er dabei ganz klar ausgemacht. »Keine Frage: Raoul Korner», antwortet der Teammanager, wohlwissend, dass der Coach beim Interview zuhört. Doch fairerweise muss man auch sagen, diese Antwort gab der Betreuer auch schon vorher, ohne die Anwesenheit des Österreichers.

»Mit ihm zusammen hatten wir in den letzten Jahren die größten Erfolge. Wir sind einfach ein geiles Duo! Und natürlich auch, weil er Österreicher ist und ich Österreich liebe.»Viele Highlights
Auch dank Raoul Korner hat der Kult-Betreuer, dessen Aufgabenfeld sich von A bis Z erstreckt (»Wenn ich das jetzt alles aufzählen würde, würde es das Blatt sprengen»), eine sehr erfolgreiche Zeit mit einigen Highlights miterlebt. Eddy Hübner war immer hautnah dabei beim Team, beim Staff.
»Die letzten beiden Jahre waren schon geil! Zweimal in den Playoffs, zwei Jahre in der Champions League dabei und dann auch noch zweimal beim Allstarday. Das war schon überragend», erzählt er begeistert.

Besondere Bindung zu Bastian Doreth
Eddy Hübner hat einen gehörigen Teil zum Erfolg der Mannschaft beigetragen, er war immer da und hat die Mannschaft unterstützt, auf ihn ist Verlass. Die Leute mögen ihn, das ist schnell zu erkennen, wenn man mal in der Halle ist. Zu einem hat der Teammanager eine ganz besondere Bindung aufgebaut – und zwar mit Bastian Doreth. Der Kapitän der Bayreuther begrüßt seinen Kumpel bei jedem Einlauf mit einem herzlichen Kuss auf den Kopf.Zudem ist Eddy immer wieder in den Instagram-Storys der Nummer 10 von medi zu sehen. »Wir sind zwei Franken: er Nürnberger, ich Bayreuther, deshalb verstehen wir uns auf unsere fränkische Art und Weise einfach gut», erklärt der Betreuer die enge Bindung.»Er hat einen zuckersüßen Sohn, den ich liebe. Die enge Verbindung zwischen Basti und mir hat eigentlich keinen fixen Startpunkt. Sie war einfach da und ist so entstanden. Wir kennen uns ja auch schon länger, vielleicht kann man sagen, dass wir uns gesucht und gefunden haben.»

Lacht Eddy Hübner?
Bastian Doreth schafft es auch immer wieder, Eddy Hübner auf seinen kleinen Videos ein Lachen zu entlocken. Genau jenes Lachen bekommen Zuschauer in der Halle oft nicht zu sehen, denn seine meist grimmige Mimik ist sein Markenzeichen. Es heißt sogar, er lache nie. Doch das weiß der Betreuer gekonnt zu widerlegen.
»Womöglich liegt es an der Konzentration, denn während der Spiele bin ich – wie es
Raoul Korner immer sagt – voll im Tunnel. Da bin ich hoch konzentriert und kann einfach nicht lachen», sagt Eddy Hübner und muss just in dem Moment lachen. »Und natürlich hat es auch ein wenig mit meinem fränkischen Wesen zu tun», schiebt der Betreuer mit dem silbergrauen Haar schmunzelnd hinterher.

ms