Stark im Forechecking und effektiver waren die Selber Wölfe heute Abend beim Oberfrankenderby in der Oberliga Süd und besiegten die allerdings durchaus nicht chancenlosen onesto Tigers Bayreuth verdient mit 4:0 (2:0,2:0,0:0).
Die onesto Tigers traten in der seit Wochen mit 3.680 Zuschauern restlos ausverkauften Selber Netzsch-Arena zum Duell des Tabellenvierten gegen den -sechsten ohne Lennard Habeck und Lars Stelzmann an. Im Tor stand Stammgoalie Maximilian Meier.
Die Wölfe starteten druckvoll in die Partie, Maximilian Meier musste gleich sein ganzes Können aufbieten. In der achten Minute vergaben auch die Bayreuther eine gute Möglichkeit, als Kyle Bollers in aussichtsreicher Position die Scheibe vor dem Selber Tor nicht richtig unter Kontrolle brachte. Bayreuth war bei Kontern stets gefährlich.
In der 14. Minute gingen die Gastgeber jedoch mit 1:0 in Führung: Daniel Weiß fälschte einen Schuss von Lois Spitzener mit dem Schlittschuh zur Selber Führung ab. Die Bank der Tigers forderten einen Videobeweis und die Anullierung des Treffers wegen eines Schlittschuhtores, was jedoch wegen der fehlenden Kickbewegung abgelehnt wurde. In der 15. Minute musste Michal Spacek für zwei plus zwei Minuten wegen eines Bandenchecks auf die Strafbank. Auch die Härte dieser Sanktion wurde von Bayreuther Seite angezweifelt. Die Selber nutzten die Überzahl jedoch durch den zu freistehenden Verteidiger Stephan Tramm zum 2:0 (15.).
In der 19. Minute hatten die Tigers die Großchance auf den Anschlusstreffer, nach einer herrlichen Kombination mit Alex Barber und Kyle Bollers verpasste Dominik Piskor jedoch den Treffer, der Selber Goalie Michel Weidekamp zeigte einen sehr guten Save. Letztlich ging es mit der 2:0-Führung der effizienteren Selber in die erste Drittelpause.
Eine Schwächung für die Tigers bedeutete der Umstand, dass sich Kapitän Sam Verelst im ersten Drittel verletzt hatte und ab dem zweiten Abschnitt passen musste. Ab der 22. Minute waren die Bayreuther in Überzahl, das Powerplay der Tigers blieb jedoch ohne Folgen. Auch eine folgende Selber Überzahl brachte nichts ein. In der 27. Minute zeigte Maximilian Meier bei drei Selber Chancen in Folge tolle Paraden und hielt seinen Kasten sauber.
In der 28. Minute war dann aber auch Meier chancenlos, mit einem Direktschuss aus dem Slot erzielte Eigengewächs Max Klughardt nach Scheibengewinn und Vorlage von Chris Schutz das 3:0 für die Wölfe. In Unterzahl gelang den Selbern dann in der 34. Minute das 4:0, nach einem Scheibenverlust und dem Zuspiel von Daniel Weiß ließ Niko Lahtinen bei einem Konter Gästegoalie Maximilian Meier keine Chance – ein Gegentreffer der Kategorie „ärgerlich“. Die Selber machten mit gutem Forechecking permanent Druck. Nach 40 Minuten führten die Gastgeber verdient mit vier Treffern, obwohl die Bayreuther durchaus Chancen hatten, aber der Abschluss fehlte.
In der 43. Minute musste Michal Spacek zum dritten Mal an diesem Abend auf die Strafbank. Die Tigers hielten sich während der zwei Minuten jedoch schadlos. Ondrej Nedved und Jan Hammerbauer vergaben in der 50. und 51. Minute gute Bayreuther Chancen. Es sollte heute offensichtlich nicht sein. Auch im ab der 54. Minute folgenden Bayreuther Powerplay schien das Gehäuse der Gastgeber wie vernagelt. Bei den Selbern machte sich auch das größere Spieleraufgebot und die Möglichkeit, mit vier Reihen spielen zu können, sehr positiv bemerkbar. Letztlich verwalteten die Selber den 4:0-Derbysieg. Gut zweieinhalb Minuten vor dem Ende kam es dann noch zu einem dem Derby würdigen, gepflegten Faustkampf, in der Folge gab es unter anderem Spieldauerdisziplinarstrafen gegen den Bayreuther Jannis Hüserich und den Selber Richard Gelke.
Trotz der Derbyniederlage verteidigen die onesto Tigers mit weiterhin 45 Zählern aus 33 Partien Tabellenplatz sechs, da gleichzeitig der Siebtplatzierte EV Lindau Islanders sein Heimspiel gegen die Stuttgart Rebels mit 5:7 verloren hat. Am Sonntag, 4. Januar, um 18 Uhr geht es für die Bayreuther mit dem Heimspiel gegen die EHF Passau Black Hawks weiter.
Onesto Tigers-Headcoach Larry Suarez erklärte nach der Partie, dass Selb einfach sehr stark spielte. „Wir haben heute alles gegeben, aber die Selber waren einfach viel zu stark und eine Stufe besser. Das Selber Team hatte eine hohe Leistungsdichte und spielte sehr diszipliniert. Wir können auch ein paar Dinge von dem lernen, wie die Selber heute gespielt haben“, so Larry Suarez. Auch der Selber Coach Felix Schütz sprach von „einer der besten Saisonleistungen seines Teams“.