Lokalnachrichten in Bayreuth: Die Kultur ist zurück

BAYREUTH. Mit der Wiederaufnahme des Kulturbetriebes nach dem Lockdown ergeben sich für die Veranstalter viele Herausforderungen. Als eine der ersten großen Kulturveranstaltungen, bot das Jazzforum im Hoftheater des Steingraeber-Konzerthauses am Freitag,Samstag/Sonntag, 14./15./16. Mai, fünf Konzerte an. Organisator Kaspar Schlösser: „Nur wenige Tage vor der Veranstaltung stand fest, dass die Durchführung unseres Festivals Pijazzo 2021 klappt. Die notwendigen Genehmigungen der Stadt für Pijazzo wurden sehr schnell erteilt, da haben Kulturreferat und Rechtsreferat sehr unkompliziert Hand in Hand gearbeitet. Die Entscheidung war eine Sache von zwei bis drei Stunden.“ Das Hygienekonzept sei bei der Durchführung nie das Problem, so Kaspar Schlösser, sondern die diversen Interpretationsformen einer stabilen Inzidenz unter 100, in unterschiedlichen Verlautbarungen des gleichen Ministeriums. „Da hat Udo Schmidt-Steingraeber die Initiative ergriffen und Kontakt zu Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz aufgenommen. Zum Glück erhielten wir dann sehr zeitnah und fundiert Antworten“, erzählt Kaspar Schlösser.

Ab Dienstag, 1. Juni, startet das Sommerkulturprogramm bei Steingraeber mit dem 18. Klavierfestival, Komponisten-Ausstellungen, Werkseinführungen zu Wagner-Opern und dem Hoftheater mit Aufführungen einer Holländer-Persiflage. „Die Umsetzung eines Hygienekonzeptes ist für uns keine neue Erfahrung“, sagt Birgit Michaelis. „Bereits im vergangenen Sommer sind unsere Veranstaltungen unter strengen Vorlagen abgehalten worden. Wir können heute auf ein Konzept aufbauen, welches wir im vergangenen Jahr von einem externen Hygienefachmann erstellen haben lassen“. Karten müssen im Vorfeld erworben werden, ein Verkauf an der Abendkasse ist nicht möglich. „Auf diese Weise registrieren wir für eine Nachverfolgung die Namen der Gäste, vor dem Einlass werden PCR-Test, Impfpass oder Genesen-Bescheinigung überprüft“, so Birgit Michaelis. Bei Steingraeber gibt es einen gesonderten Ein- und Ausgang, Mitarbeiter kontrollieren, ob die Besucher die entsprechenden Abstände einhalten und es wird vorschriftsmäßig gelüftet. Die Zusammenarbeit mit den Behörden, besonders mit der Stadtverwaltung bezüglich der Genehmigung aller Maßnahmen, bezeichnet Birgit Michaelis als unkompliziert.

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Seit gestern ist das Festival Musica am Start. Künstlerischer Leiter Clemens Lukas: „Wir halten uns an die geltende Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Das heißt aktuell: FFP2-Maske am Platz und 1,5 Meter Abstand zwischen den Gruppen.Die raumlufttechnische Anlage im Opernhaus erlaubt aktuell sogar eine Vollbesetzung.“

Bei Veranstaltungen in der Wilhelminenaue sind ebenfalls Ein- und Ausgang getrennt, die Gäste werden zum Platz gebracht, es gibt keine Pausen und es wird überprüft, ob während der Veranstaltung die Hygienevorschriften eingehalten werden.

Im permanentem Austausch mit den zuständigen Behörden, das reicht bis zum Bayerischen Gesundheitsministerium, sind die zuständigen Mitarbeiter im Festspielhaus. „Wir sind ein internationales Festival und es gibt immer wieder Fragen zu klären, zumal der Prozess, was erlaubt sein wird und was nicht, dynamisch ist“, sagt Festspielsprecher Hubertus Herrmann. „Am Sonntag, 25. Juli, wird die Holländer-Premiere stattfinden, für unsere Besucher so komfortabel wie möglich und so sicher wie nötig“.
Das interne Hygienekonzept am Grünen Hügel ist fix. Die Erweiterung des Aufenthaltsbereiches für Künstler und Mitarbeiter ist in Arbeit. Bekanntlich ist das Platzangebot Backstage knapp, deshalb entsteht auf zwei Parkplätzen, die bisher Mitarbeitern vorbehalten waren, in Richtung Bürgerreuth rechts, eine Container- und Zeltstadt. Dort werden Abteilungen mit Außenwirkung ausgelagert, beispielsweise die Presseabteilung. Das Ticketbüro wird, da eine technische Anbindung notwendig ist, im Festspielhaus bleiben. Festspiel-mitarbeiter erhalten alternative Parkmöglichkeiten, dort wo sonst Festspielgäste parken. „Da die Aufführungen in diesem Jahr vor deutlich weniger Publikum stattfinden“, so der städtische Sprecher Joachim Oppold, „werden dort die Parkkapazitäten nicht ausgeschöpft.“

gmu