Veröffentlicht am 05.08.2026 12:47

Fontänen sprudeln eingeschränkt

Ohne Wasser: Der Brunnen im Hofgarten vor dem Italienischen Bau des Neuen Schlosses.  (Foto: W. Munzert)
Ohne Wasser: Der Brunnen im Hofgarten vor dem Italienischen Bau des Neuen Schlosses. (Foto: W. Munzert)
Ohne Wasser: Der Brunnen im Hofgarten vor dem Italienischen Bau des Neuen Schlosses. (Foto: W. Munzert)
Ohne Wasser: Der Brunnen im Hofgarten vor dem Italienischen Bau des Neuen Schlosses. (Foto: W. Munzert)
Ohne Wasser: Der Brunnen im Hofgarten vor dem Italienischen Bau des Neuen Schlosses. (Foto: W. Munzert)

BAYREUTH.Die anhaltende Trockenheit macht sich auch in den historischen Schlossanlagen bemerkbar. Wer derzeit die Eremitage oder den Hofgarten besucht, sieht, dass Brunnen trocken bleiben oder Wasserspiele nur eingeschränkt zu erleben sind. Ursache ist keine generell Sparmaßnahme, sondern der ausbleibende natürliche Wasserzufluss.

Auf Nachfrage dieser Redaktion ließ die Bayerischen Schlösserverwaltung wissen, dass die Wasserspiele in der Eremitage als auch die Brunnen im Hofgarten nicht geregelt werden, sondern von natürlichen Gegebenheiten abhängig sind. Das Wasser gelangt über historische Wasserführungen in die Anlagen.

Besonders betroffen ist derzeit die Eremitage. Die Wasserspiele werden ausschließlich aus natürlichen Quellen gespeist. Aufgrund der seit Wochen anhaltenden Trockenheit führen diese deutlich weniger Wasser als gewöhnlich. Deshalb wurde der Betrieb bereits vor einigen Wochen auf einen Zwei-Stunden-Rhythmus reduziert. Einen geschlossenen Wasserkreislauf gibt es in der Eremitage nicht. Quellwasser fließt durch die historischen Beckenanlagen und wird anschließend in den Roten Main geleitet. Jeder Betrieb der Wasserspiele hängt damit unmittelbar davon ab, wie viel Wasser die Quellen tatsächlich liefern.

Ähnlich ist die Situation im Hofgarten. Auch dort existiert kein Wasserkreislauf. Die Versorgung erfolgt über einen Abzweig des Tappert am Glaserweiher. Das Wasser fließt anschließend in den Sendelbach. Den Zufluss aus dem Gewässer steuert die Stadt Bayreuth. Die verfügbare Wassermenge wird von natürlichen Bedingungen beeinflusst. Die Folge: Derzeit führen die Brunnen im Hofgarten kein Wasser.

Die Situation verdeutlicht ein grundsätzliches Problem vieler historischer Gartenanlagen. Während moderne Brunnen meist mit Pumpen und geschlossenen Kreisläufen betrieben werden, stammen die Wasseranlagen in Bayreuth aus einer Zeit, in der ausschließlich die natürliche Schwerkraft und das Wasserangebot der Quellen genutzt wurden. Die historische Technik funktioniert bis heute ohne Strom und Pumpen – macht die Anlagen aber zugleich anfällig für lang anhaltende Trockenperioden.

Dass Brunnen und Wasserspiele überhaupt zum festen Bestandteil barocker Schlossgärten wurden, hatte mehrere Gründe. Sie dienten nicht nur der Verschönerung der Anlagen, sondern waren Ausdruck fürstlicher Macht und technischer Leistungsfähigkeit. Wer im 18. Jahrhundert Wasser über weite Strecken leiten und meterhoch in Fontänen aufsteigen lassen konnte, demonstrierte Reichtum und Ingenieurskunst. Gleichzeitig sorgten Brunnen, Kaskaden und Grotten für Kühlung an heißen Tagen, gliederten die Gartenanlagen und lenkten den Blick auf die Architektur. Markgräfin Wilhelmine ließ deshalb auch die Eremitage um zahlreiche Wasseranlagen erweitern, die bis heute das Erscheinungsbild des Parks prägen.
Gerade diese historische Bauweise stellt die Verantwortlichen heute vor neue Herausforderungen. Mit den immer häufiger auftretenden Hitze- und Trockenperioden liefern Quellen und Fließgewässer weniger Wasser. Anders als moderne Anlagen lassen sich die historischen Wasserspiele nicht einfach auf einen geschlossenen Kreislauf umstellen, ohne ihren denkmalpflegerischen Charakter zu verändern. Deshalb dürfte der Betrieb der Brunnen künftig noch stärker von den natürlichen Wasserreserven abhängen – und Einschränkungen wie in diesem Sommer könnten häufiger werden.


Von Gabriele Munzert
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