Veröffentlicht am 07.05.2026 15:13

Ein Ort „ohnegleichen“

Band zerschnitten, Tür geöffnet: (v.l.): Zweiter Bürgermeister von Wonsees Wolfgang Schleicher, Präsident Hermann Auer, Staatssekretär Martin Schöffel und der Kulmbacher Landrat Jonas Gleich. (Foto: W. Munzert)
Band zerschnitten, Tür geöffnet: (v.l.): Zweiter Bürgermeister von Wonsees Wolfgang Schleicher, Präsident Hermann Auer, Staatssekretär Martin Schöffel und der Kulmbacher Landrat Jonas Gleich. (Foto: W. Munzert)
Band zerschnitten, Tür geöffnet: (v.l.): Zweiter Bürgermeister von Wonsees Wolfgang Schleicher, Präsident Hermann Auer, Staatssekretär Martin Schöffel und der Kulmbacher Landrat Jonas Gleich. (Foto: W. Munzert)
Band zerschnitten, Tür geöffnet: (v.l.): Zweiter Bürgermeister von Wonsees Wolfgang Schleicher, Präsident Hermann Auer, Staatssekretär Martin Schöffel und der Kulmbacher Landrat Jonas Gleich. (Foto: W. Munzert)
Band zerschnitten, Tür geöffnet: (v.l.): Zweiter Bürgermeister von Wonsees Wolfgang Schleicher, Präsident Hermann Auer, Staatssekretär Martin Schöffel und der Kulmbacher Landrat Jonas Gleich. (Foto: W. Munzert)

BAYREUTH/WONSEES. Nach vier Jahren Restaurierung erstrahlt der Morgenländische Bau im Felsengarten Sanspareil wieder in neuem Glanz. Zur feierlichen Eröffnung würdigten Vertreter aus Politik, Denkmalpflege und Museumswesen das einzigartige Zusammenspiel aus Natur, Kunst und Geschichte.

Ein Ort „ohnegleichen“
Der Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung Herrmann Auer eröffnete die Feierlichkeiten im Morgenländischen Bau in Sanspareil. Er stellte das Besondere dieses Ortes heraus: „Natur und Kunst gehören immer zusammen. Und das zeigt sich auch hier im Felsengarten Sanspareil auf ganz einzigartige Weise.“ Der Ort verbinde Erdgeschichte, Gartenkunst und Architektur zu einem außergewöhnlichen Gesamtkunstwerk.

Präsident Auer erinnerte daran, dass sich dort, wo heute Buchenwald und Felsengarten liegen, vor rund 150 Millionen Jahren ein tropisches Riff befand. Jahrhunderte später schufen Markgraf Friedrich und Wilhelmine daraus eine Parklandschaft nach chinesischem Vorbild. Der Morgenländische Bau selbst stehe beispielhaft für diese Verbindung: außen zurückhaltend und der Natur angepasst, innen reich an Rokoko-Pracht und kunstvoller Gestaltung.
Nach vierjähriger Restaurierung werde nun nicht nur das Gebäude wiedereröffnet, sondern zugleich ein neues Museumskonzept vorgestellt.

Auch der Wonseeser Zweiter Bürgermeister Wolfgang Schleicher begrüßte die zahlreichen Gäste zur Wiedereröffnung.
Auch der oberfränkische Staatssekretär Martin Schöffel zeigte sich beeindruckt vom Felsengarten Sanspareil und seiner Geschichte. Mit einem Augenzwinkern sprach er von „Sanspareil“ – also „ohnegleichen“ – und ergänzte in oberfränkischer Mundart: „Sannsparail“.
Schöffel betonte die besondere Lage des Ensembles am Rand der Fränkischen Schweiz und hob hervor, wie faszinierend die Verbindung aus Naturraum und markgräflicher Gartenkunst bis heute wirke. Der Morgenländische Bau sei dabei „ein weiterer Anziehungspunkt“ innerhalb des historischen Areals.

Besonderen Respekt zollte der Staatssekretär den Restauratoren und Handwerkern. Die Arbeiten an Stuck, Dach und historischen Oberflächen seien mit großer Sensibilität ausgeführt worden. „Es schaut wirklich toll aus“, sagte Schöffel mit Blick auf die restaurierten Räume und den prachtvollen Bayreuther Lüster.

Zugleich verwies er auf die Bedeutung solcher Kulturdenkmäler für Bayern insgesamt. Es sei wichtig und keineswegs selbstverständlich, „dass es uns immer wieder gelingt, diese kulturhistorischen Werke zu erhalten und neu in Wert zu setzen“.

Neues Museumskonzept rückt Natur in den Mittelpunkt
Dr. Cordula Mauß von der Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung führte die Gäste anschließend durch die neue Dauerausstellung. Dabei machte sie deutlich, dass das bisherige Ausstellungskonzept nicht mehr zeitgemäß gewesen sei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg habe man das Gebäude pragmatisch wieder eingerichtet. Originalmöbel oder historische Ausstattung seien jedoch kaum erhalten gewesen. Stattdessen seien Gegenstände aus anderen Schlössern zusammengetragen worden. „Für viele Gäste sah das authentisch aus – war es aber gar nicht“, erklärte Dr. Mauß.

Das neue Konzept stelle deshalb nicht mehr allein das Schloss in den Mittelpunkt, sondern vor allem das, was Sanspareil einzigartig mache: das Zusammenspiel von Natur, Geologie und Gartenkunst.

Cordula Mauß schilderte eindrucksvoll die Entstehung der markanten Felslandschaft aus einem urzeitlichen Korallenriff und die Begeisterung des Markgrafen Friedrich für chinesische Gartenkunst. Sanspareil sei dadurch nicht nur ein kulturhistorisches Denkmal, sondern auch geologisch ein außergewöhnlicher Ort.

Die neue Ausstellung verbindet deshalb historische Räume mit modernen musealen Elementen und zeigt zugleich die naturkundlichen und wissenschaftlichen Interessen der Markgrafen

Residenztage angekündigt
Im Rahmen der Eröffnung wurde zudem auf die bevorstehenden Residenztage vom 15. bis 17. Mai hingewiesen. Geplant sind Konzerte, Führungen, Familienangebote und Einblicke hinter die Kulissen der markgräflichen Anlagen.

Veranstaltungsdaten:
Morgenländischer Bau, Felsengarten Sanspareil
Residenztage: 15. bis 17. Mai
Programm: Führungen, Konzerte, Familienangebote, Expertenstationen
Auftaktkonzert: Münchner Rundfunkorchester im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth


Von Gabriele Munzert
north