Veröffentlicht am 21.08.2026 06:28

Barock-Thriller mit Dynamik im Opernhaus

Künstlerischer Leiter Max Emanuel Cencic im Markgräflichen Opernhaus.	 (Foto: Lucasz Rajchert)
Künstlerischer Leiter Max Emanuel Cencic im Markgräflichen Opernhaus. (Foto: Lucasz Rajchert)
Künstlerischer Leiter Max Emanuel Cencic im Markgräflichen Opernhaus. (Foto: Lucasz Rajchert)
Künstlerischer Leiter Max Emanuel Cencic im Markgräflichen Opernhaus. (Foto: Lucasz Rajchert)
Künstlerischer Leiter Max Emanuel Cencic im Markgräflichen Opernhaus. (Foto: Lucasz Rajchert)

Die Bayreuther Festspiele enden am kommenden Mittwoch, 26. August, mit der Oper „Rienzi“. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Am 04. September beginnt Bayreuth Baroque. Das Festival bringt bis zum 13. September, Opern und Konzerte an verschiedene Spielorte der Stadt. Der Künstlerische Leiter Max Emanuel Cencic schwärmt vom neuen Premierenstück.

Sie haben Bayreuth Baroque 2020 mitbegründet. Wie hat sich das Festival entwickelt? Das Festival ist sehr erfolgreich und inzwischen auf einem ausgesprochen hohen Niveau. Natürlich brauchen wir noch Zeit, um es weiter auszubauen. Aber wenn ich sehe, was wir in diesen sechs Jahren erreicht haben, bin ich sehr zufrieden.

Mit „Floridante“ bringen Sie wieder ein selten gespieltes Werk auf die Bühne, diesmal von Georg Friedrich Händel. Was reizt Sie an diesem Stück?
„Floridante“ ist eine Oper, die viel zu lange unterschätzt wurde. Für mich ist sie musikalisch und dramatisch äußerst hochwertig.

Was erwartet das Publikum?
Es ist ein Barock-Thriller. Die Handlung dreht sich um Macht, Machtmissbrauch, Intrigen und Gewalt. Es geht um Mord und Totschlag. Händel zeigt sehr deutlich, wie Macht missbraucht und als Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen eingesetzt wird. Dieses Thema findet sich auch in anderen seiner Opern, etwa in „Tamerlano“, „Ezio“ oder „Ariodante“. Bei „Floridante“ hat uns gerade diese Auseinandersetzung mit Macht und ihren Strukturen interessiert. Die Oper wirkt dadurch erstaunlich modern.

Können wir uns wieder aufopulente Szenen freuen?
Ich hoffe, dass wir eine starke Ästhetik entwickeln, die das Drama unterstützt. Es soll dynamisch sein und die Geschichte tragen. Die Musik und die Handlung geben dafür sehr viel her.

Mit drei männlichen Sopranisten setzen Sie in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt.
Männlichen Sopranisten sind ein Markenzeichen des Barock. Deshalb war es klar, dass Counter-tenöre, also Männer, die in der Stimmlage einer Frau Alt oder Mezzosopran singen, bei Bayreuth Baroque auftreten werden.

Was fasziniert Sie an dieser ungewöhnlichen Stimmlage?
Wenn man sich mit Barockoper beschäftigt, kommt man an Countertenören nicht vorbei. Die Stimmen gehören zu dieser Epoche. Es ist eine spezifische Klangwelt, die man braucht, um die Musik dieser Zeit authentisch darzustellen. Auch bei Richard Wagner: gibt es bestimmte Stimmen, die für diese Musik charakteristisch sind. Beim Barock ist die hohe männ-liche Stimme ein wesentlicher Bestandteil dieser Klangwelt.

Wie laufen die Proben für„Floridante“?
Sehr gut. Wir proben seit dem 01. Juli und sind inzwischen weit fortgeschritten. Natürlich gibt es auch bei uns Ausfälle. Unser Countertenor ist leider wegen Rückenproblemen ausgefallen. Wir konnten aber schnell Ersatz finden: Gerrit Illenberger wird die Partie des Soronte übernehmen.


Von Gabriele Munzert
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