Veröffentlicht am 18.09.2026 13:53

Agri-PV am Studentenwald

Funktioniert landwirtschaftliche Nutzung zwischen Solarmodulen? Die Meinungen gehen auseinander.		 Foto: PEXELS (Foto: PEXELS)
Funktioniert landwirtschaftliche Nutzung zwischen Solarmodulen? Die Meinungen gehen auseinander. Foto: PEXELS (Foto: PEXELS)
Funktioniert landwirtschaftliche Nutzung zwischen Solarmodulen? Die Meinungen gehen auseinander. Foto: PEXELS (Foto: PEXELS)
Funktioniert landwirtschaftliche Nutzung zwischen Solarmodulen? Die Meinungen gehen auseinander. Foto: PEXELS (Foto: PEXELS)
Funktioniert landwirtschaftliche Nutzung zwischen Solarmodulen? Die Meinungen gehen auseinander. Foto: PEXELS (Foto: PEXELS)

BAYREUTH.An der Thiergärtner Straße 48 soll eine Agri-PV-Anlage mit etwa 6.415 Kilowatt-Peak Leistung sowie ein Batteriespeicher entstehen. Die Fläche wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Geplant sind bewegliche Solarmodule, die dem Sonnenstand folgen und bei Bedarf senkrecht gestellt werden können. Der entscheidende Unterschied zu einem herkömmlichen Solarpark: Die Fläche soll weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Nach den Planungen sollen mindestens 85 Prozent für Weidehaltung und Mahd zur Verfügung stehen. Das klingt zunächst nach einer Lösung, die zwei Ziele miteinander verbindet.

Dennoch sorgen die 8,3 Hektar Solarfläche im Bayreuther Süden für Diskussionen. Der Stadtrat hat den Bau bislang nicht beschlossen. Fragen zum Boden, zur Landwirtschaft und zum Erholungsraum sind noch offen.

Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Bayreuth-Stadt hat inzwischen eine Pressemitteilung veröffentlicht, um dem Eindruck entgegenzuwirken, die Partei habe dem Solarpark bereits grünes Licht gegeben. Kreisvorsitzender Sirius Beranovsky stellt klar: Der Stadtrat habe im Juli lediglich das Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Ob die Anlage am Ende tatsächlich gebaut werden darf, sei offen.

Dass die Partei dies eigens betont, hat einen Grund: Das Projekt ist umstritten. Kritiker sorgen sich um die Landschaft, die Landwirtschaft und den Charakter des Bayreuther Südens. Und die Frage drängt sich auf: Funktioniert die landwirtschaftliche Nutzung unter und zwischen den Modulen tatsächlich so, wie es die Planung verspricht?

Die Zustimmung im Juli sei aus Sicht der Grünen vor allem eine Zustimmung zum Verfahren gewesen. Denn erst ein Bebauungsplanverfahren ermögliche es, die Auswirkungen des Projekts umfassend zu untersuchen, schreibt Sirius Beranovsky in der Pressemitteilung. Der Stadtrat stimmte am 22. Juli mit 23 zu 18 Stimmen für die Einleitung des Verfahrens. Fast die Hälfte der anwesenden Stadträte lehnte also den Start des Verfahrens ab. Von einer breiten Zustimmung kann deshalb kaum die Rede sein.

Auch die Öffentlichkeit konnte sich in das Verfahren einbringen. Die Beteiligung lief vom 10.
August bis zum 07. September. Diese Frist ist inzwischen abgelaufen. Nun müssen die eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet werden. Welche Einwände und Hinweise dabei vorgebracht wurden, wird für
die weiteren Planungsschritte
relevant.

Studentenwald und Röhrensee sind in den vergangenen Jahren zunehmend als Ausflugs- und Erholungsraum entwickelt worden. Erst im vergangenen Jahr wurden dort im Rahmen des Projekts „Bayreuths lebendiger Süden“ unter anderem neue Angebote und Wege geschaffen sowie eine Verbindung vom neu angelegten Parkplatz am Bürgerhain in Richtung Studentenwald. Nun soll unweit davon eine großflächige technische Anlage entstehen. Eine Agri-PV-Anlage kann zwar landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen, gleichzeitig aber das Landschaftsbild verändern.

Vertreter der Grünen haben inzwischen den Kontakt zu Landwirten gesucht, die angrenzende Felder bewirtschaften. Bei einem Ortstermin Ende Juli ging es unter anderem um die Qualität des Bodens und vorhandene Drainagen. Die Anrainer stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber und fürchten unter anderem Auswirkungen auf ihre Betriebe. Auch die Dimension der geplanten Anlage ist ein Thema: Auf den 8,3 Hektar könnten nach den bisherigen Planungen zahlreiche bewegliche Module entstehen.

Wo soll Bayreuth also künftig Solarenergie erzeugen – und welche Landschaften sollen dafür ver-ändert werden? Die Stadt verfolgt mit dem Ausbau erneuerbarer Energien ein klares Ziel. Am Studentenwald ist der Solarpark bislang noch nicht beschlossen. Mit dem Bebauungsplanver-
fahren ist die Diskussion darüber eröffnet.


Von Gabriele Munzert
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