menu
Weltdiabetestag: Bayreuther Experte erklärt, wie Erkrankung und Leben zusammen funktionieren | inbayreuth.de
menu
Veröffentlicht am 13.11.2022 19:36
Veröffentlicht am 13.11.2022 19:36

Weltdiabetestag: Bayreuther Experte erklärt, wie Erkrankung und Leben zusammen funktionieren

Weltdiabetestag: Bayreuther Experte erklärt, wie Erkrankung und Leben zusammen funktionieren (Foto: pixabay/HansMartin/Paul)
Weltdiabetestag: Bayreuther Experte erklärt, wie Erkrankung und Leben zusammen funktionieren (Foto: pixabay/HansMartin/Paul)
Weltdiabetestag: Bayreuther Experte erklärt, wie Erkrankung und Leben zusammen funktionieren (Foto: pixabay/HansMartin/Paul)
Weltdiabetestag: Bayreuther Experte erklärt, wie Erkrankung und Leben zusammen funktionieren (Foto: pixabay/HansMartin/Paul)
Weltdiabetestag: Bayreuther Experte erklärt, wie Erkrankung und Leben zusammen funktionieren (Foto: pixabay/HansMartin/Paul)

BAYREUTH. Diabetes gilt in Deutschland als Volkskrankheit. Die Forschung hat bei einem geregelten Leben sowohl mit Diabetes Typ 2 als auch Typ 1 große Fortschritte gemacht. Welche Rolle spielen Ernährung und Bewegung? Welche Gefahren muss man als Mensch mit Diabetes im Auge behalten?

Die Bayreuther Sonntagszeitung hat anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November 2022 mit Prof. Dr. Othmar Moser von der Universität Bayreuth gesprochen. Der Physiologe gibt Tipps zu einem proaktiven Umgang mit Diabetes Mellitus und sagt, worauf man als Betroffener achten muss.

Diabetes 2: Bewegung und Ernährung helfen

„Mit Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung kann man Diabetes Typ 2 ein für alle Mal loswerden“, zerstreut Moser etwaige Zweifel von Betroffenen – zumindest dann, wenn noch nicht mehr als drei Jahre nach der Diabetes-Diagnose vergangen sind. „Typ 2 wird zum Teil auch durch ungesunde Ernährung verbunden mit Bewegungsmangel verursacht, kann aber in seltenen Fällen auch erblich veranlagt sein.“ Voraussetzung für eine sogenannte Remission sei allerdings, dass man mit Typ 2 Diabetes dauerhaft auf eine gesunde Lebensführung achtet und nicht nur wenige Wochen lang. Dazu zählt physische Aktivität. „Es muss nicht zwangsläufig Sport sein“, präzisiert der Forscher der Uni Bayreuth. „Das geht auch ohne Sportkleidung im Alltag. Besorgungen zu Fuß erledigen, die Treppe statt des Aufzuges nehmen und das dauerhaft.“ In Bezug auf Sport sind Ausdauer- und Krafttraining in Kombination besonders geeignet, um den Langzeitzuckerwert HbA1c zu senken. Auch interessant: Aus diesen sieben Gründen fördert Laufen die Gesundheit.

>

Typ 1 Diabetes bei Kindern: Eltern sind gefordert

Die Gefahr, sich bei zu viel Bewegung zu übernehmen, sei vor allem ein Phänomen, dass bei Menschen mit Typ 1 Diabetes auftreten kann. „Ein Traubenzucker oder süßer Fruchtsaft in der Tasche helfen, um eine Unterzuckerung vorzubeugen. Bei Typ 1 Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Wichtig ist, einem sinkenden Blutzuckerwert mit Kohlenhydraten entgegenwirken zu können, und andersrum, wenn durch Sport der Blutzuckerwert massiv ansteigt, sich auch eine reduzierte Insulindosis zu verabreichen. Erfahre hier, warum der heutige Lebenswandel Arterien und Venen krank macht.

Bei Kindern, die an Typ 1 Diabetes erkrankt sind, sei ein selbstständiger Umgang mit der Erkrankung wichtig. „Je früher, desto besser“, sagt Moser. „Hier sind Eltern in der Verantwortung, Akzeptanz zu schaffen – auch mit der Erkenntnis, dass Sport hilft.“ Auch bei Kindern sei Sport essenziell. „Wenn Sie eine Affinität zu regelmäßiger Bewegung haben und Typ 1 Diabetes als gegeben akzeptieren, ist das bereits ein Schlüssel zu einer nahezu uneingeschränkten Lebensweise.“

Prof. Dr. Othmar Moser, Experte für Diabetes an der Universität Bayreuth. Bild: red

Othmar Moser ist prämierter Physiologe für Diabetes an der Uni Bayreuth

Moser ist prämierter Lehrstuhlinhaber für Exercise Physiology & Metabolism (Sportmedizin) an der Universität Bayreuth. Er erhielt den Forschungspreis der Europäischen Diabetesgesellschaft (EASD/EFSD), um in einer klinischen Studie eine App zu testen, in der Menschen mit Diabetes Mellitus Typ 1 Therapieempfehlungen erhalten, um schwere Unter- und Überzuckerungen zu vermeiden.


Von Jürgen Lenkeit
north