Veröffentlicht am 03.07.2026 12:21

Millioneninvestition und 370 Jahre Wiesenfest: Bürgermeister Dietel über Zukunftspläne und Ehrenamt in Gefrees

Das Gefreeser Wiesenfest findet heuer vom 09. bis 13. Juli statt.  (Foto: Archiv / Stadt Gefrees)
Das Gefreeser Wiesenfest findet heuer vom 09. bis 13. Juli statt. (Foto: Archiv / Stadt Gefrees)
Das Gefreeser Wiesenfest findet heuer vom 09. bis 13. Juli statt. (Foto: Archiv / Stadt Gefrees)
Das Gefreeser Wiesenfest findet heuer vom 09. bis 13. Juli statt. (Foto: Archiv / Stadt Gefrees)
Das Gefreeser Wiesenfest findet heuer vom 09. bis 13. Juli statt. (Foto: Archiv / Stadt Gefrees)

Gefrees verbindet Natur, Tradition und eine moderne Entwicklung. Die Stadt zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge hat in den vergangenen Jahren kräftig investiert – in Schulen, Kinderbetreuung und Infrastruktur. Gleichzeitig prägen Vereine und Ehrenamt das Leben vor Ort. Im Interview spricht Bürgermeister Oliver Dietel über Erreichtes, kommende Projekte und die besondere Bedeutung des Wiesenfestes.

Gefrees hat sich nach Einschätzung von Bürgermeister Oliver Dietel in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Schwerpunkte waren Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung und die technische Infrastruktur. Besonders wichtig war für die Stadt die Sanierung der ehemaligen Mittelschule zur neuen Grundschule sowie die Erweiterung der Kindertagesstätte um drei Krippengruppen. „Damit investieren wir ganz bewusst in unsere Familien und die nächste Generation“, sagt Dietel.

Auch die Versorgung der Bevölkerung stand im Mittelpunkt. Neue Tiefbrunnen sowie umfangreiche Arbeiten an Wasserleitungen und Kanälen sollen die Infrastruktur langfristig sichern. Im Bereich der Abwasserentsorgung verfolgt die Stadt einen mehrjährigen Sanierungsplan, um Fördermittel zu nutzen und die Kosten planbar zu halten. Hinzu kamen ein neuer Mobilfunkmast bei Metzlersreuth, der erste Bauabschnitt der Stadthallensanierung und ein modernisierter Fuhrpark für den Bauhof.

Insgesamt investierte Gefrees in den vergangenen sechs Jahren rund 22 Millionen Euro. „Besonders erfreulich ist, dass wir dafür nahezu die Hälfte der Summe über Förderprogramme einwerben konnten. Das zeigt, dass wir unsere Projekte gut vorbereiten und Chancen konsequent nutzen“, betont der Bürgermeister. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen für neue Gewerbeansiedlungen und den Bau eines Pflegeheims geschaffen. Auch die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen in den beiden ILE-Zusammenschlüssen wurde ausgebaut.

Für die kommenden Jahre sieht Dietel die Städte und Gemeinden vor großen Herausforderungen. Die finanzielle Lage werde schwieriger, während die Anforderungen weiter steigen. Deshalb müsse die Stadt klare Prioritäten setzen. Zu den wichtigsten Vorhaben zählen die Sanierung des Wasserhochbehälters, die Fortsetzung der Kanalsanierungen sowie die Erneuerung von Ortsstraßen. Außerdem arbeitet die Stadt an einem langfristigen Unterhaltskonzept für Feuerwehren und weitere kommunale Einrichtungen. Hinzu kommen die kommunale Wärmeplanung, der Glasfaserausbau, die Weiterentwicklung der Innenstadt sowie neue Wohn- und Gewerbe-flächen.

Als Bürgermeister möchte Oliver Dietel Gefrees trotz schwieriger Rahmenbedingungen zukunftsfähig aufstellen: „Wir wollen unsere Infrastruktur erhalten und modernisieren, ohne dabei kommende Generationen finanziell zu überfordern“. Zu den großen Projekten gehört die Sanierung der Stadthalle. Parallel laufen weitere Kanalbaumaßnahmen, die Feuerwehrbedarfsanalyse sowie der Glasfaserausbau in der Kernstadt und den Ortsteilen. Sein Anspruch: „Gefrees Schritt für Schritt weiterzuentwickeln – mit Augenmaß, mit Weitblick und immer mit einem verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Möglichkeiten unserer Stadt“.

Besonders stolz ist Dietel auf die Menschen in Gefrees. Neben der Lage zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge und der guten Verkehrsanbindung seien es vor allem die Bürgerinnen und Bürger, die den Ort prägen. „Unsere Vereine, Feuerwehren, kirchlichen und kulturellen Gruppen und vielen Ehrenamtlichen leisten Tag für Tag großartige Arbeit“, sagt er. Dieses starke Miteinander sei einer der wichtigsten Gründe für die hohe Lebensqualität in der Stadt. „Es sind nicht nur die Gebäude oder Projekte, sondern vor allem die Menschen, die unsere Stadt ausmachen.“

Wiesenfest
Ein Höhepunkt des Jahres ist für Gefrees traditionell das Wiesenfest. Für viele Einwohner sei es weit mehr als ein Volksfest. „Es ist gelebte Heimat, gelebte Tradition und ein Fest, das Generationen verbindet“, beschreibt Dietel die Bedeutung der Veranstaltung. In diesem Jahr gibt es gleich mehrere Jubiläen. Das Wiesenfest feiert sein 370-jähriges urkundlich belegtes Bestehen und wurde gemeinsam mit den Wiesenfesten der Region als Kulturerbe in Bayern anerkannt. Außerdem ergaben historische Recherchen, dass der Frühschoppen auf dem Putzenberg bereits auf eine 135-jährige Geschichte zurückblickt. Besucher dürfen sich deshalb auch auf ein eigens gebrautes Jubiläumsbier freuen. Am wichtigsten bleibt für Oliver Dietel jedoch die besondere Atmosphäre: „Fröhliche Begegnungen, Musik, Geselligkeit, unsere Vereine, viele Gäste von nah und fern – genau das macht unser Wiesenfest seit Jahrhunderten so einzigartig.“ Alle Infos und das Programm zum Wiesenfest gibt es unter www.gefrees.de.


Von Jessica Mohr
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