medi bayreuth – Albrecht: “Hier beginnt die große Herausforderung”

BAYREUTH. Während im Juni das Endturnier der BBL ansteht, haben Vereine wie medi bayreuth jetzt schon Sommerpause. Die Planungen für die kommende Saison laufen, wenngleich diese in der aktuellen Situation aufgrund vieler Ungewissheiten schwer sind.

“Mit den lebenserhaltenden Maßnahmen der vergangenen Wochen (Kurzarbeit, Kosteneinsparprogramm, Auflösung Spielerverträge, etc.) konnten wir die wirtschaftliche Lage erst einmal stabilisieren. Das verschafft uns die nötige Luft, um uns auf die Planungen für die neue Spielzeit zu konzentrieren. Spätestens ab August benötigen wir ‘frisches Geld’ in Form von Erlösen aus dem Sponsoring und aus dem Dauerkartenverkauf um unsere laufenden Fixkosten und die Ausgaben für das Team und den Spielbetrieb zu decken. Hier beginnt die große Herausforderung vor der wir stehen”, sagt Geschäftsführer Björn Albrecht auf der Vereinswebsite der Bayreuther.

Noch viele Fragzeichen

Die Oberfranken haben sich bekanntlich dafür entschieden, die Saison zu beenden und nicht am Endturnier, das in München stattfindet und mittlerweile das Go der Politik hat, teilzunehmen. Das erlaubt es Albrecht & Co. nun, den Blick frühzeitig auf die neue Saison zu richten. Aber wann geht sie überhaupt los? Und vor allem wie? Das sind nur zwei der Fragen, denen sich die Basketballvereine aktuell ausgesetzt sehen. Viele Unsicherheiten machen die Planungen sehr schwer. “Noch immer ist nicht absehbar wann und unter welchen Bedingungen der Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann und eine neue Saison stattfindet. Auch ist unklar, ab wann es möglich sein wird, mit Zuschauern zu spielen bzw. unter welchen Bedingungen dies passieren kann”, sagt Albrecht. “Die easyCredit Basketball Bundesliga selbst ist aufgrund der unklaren Perspektive noch nicht in der Lage, einen belastbaren Spielplan zu entwickeln und diskutiert verschiedene Szenarien. Weiterhin haben wir ein großes Fragezeichen, inwieweit die Liga die Lizenzierungsauflagen und Kriterien an die Situation anpasst.”

 

 

Wirtschaftlich wird es eine Mammutaufgabe

Sportlich ist es natürlich schwer, wenn man nicht weiß, wann es wieder losgeht. Aber um erst einmal sportlich planen zu können, braucht der Verein ein Budget für die kommende Saison. Aktuell ist es noch völlig unklar, mit wieviel Geld medi bayreuth planen kann und wieviel Coach Raoul Korner & Co. in die Mannschaft stecken können. “Aktuell nutze ich die Zeit, um Gespräche mit unseren Sponsoren für eine Einschätzung der Lage zur wirtschaftlichen Situation zu führen. Die Corona-Krise betrifft natürlich nicht nur uns, sondern so gut wie alle unsere Partner, vom Hauptsponsor medi über den kleinen Mittelständler bis hin zum Handwerksbetrieb”, weiß Albrecht. Genau deswegen ist es derzeit schwer, von den Sponsoren genaue Aussagen zu Sponsorenbeträgen zu bekommen, denn viele haben selbst zu kämpfen. Es könnte natürlich auch sein, dass der ein oder andere in der kommenden Spielzeit weniger investiert oder gar komplett abspringt.

“Die aktuelle Situation fordert uns alle bis an die Grenzen”

Es ist keine leichte Zeit für den Basketball allgemein und im Speziellen in Bayreuth. Alle, die es mit dem Verein halten, müssen nun zusammenrücken. “Die aktuelle Situation fordert uns alle bis an die Grenzen und manchmal auch darüber hinaus. Wir haben eine solche Situation noch nicht erlebt und daher keine Erfahrungswerte wie man damit umgeht. Leider sind Großevents wie Konzerte, aber auch Basketballveranstaltungen mit viel Publikum der Bereich, der wohl zuletzt wieder geöffnet wird und ein normaler Betrieb ermöglicht werden kann”, weiß Albrecht.

ms