Veröffentlicht am 17.07.2026 11:45

Hollfeld investiert in die Zukunft

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Historische Fachwerkhäuser, enge Gassen und eine lebendige Gemeinschaft prägen Hollfeld. Doch die Stadt im Landkreis Bayreuth lebt nicht nur von ihrer Geschichte. In den kommenden Jahren sollen Millioneninvestitionen die Innenstadt aufwerten, Wohnraum schaffen und die Infrastruktur modernisieren. Bürgermeister Hartmut Stern sieht die Stadt dabei an einem entscheidenden Punkt: Nach Jahren der Planung gehe es nun darum, die Projekte erfolgreich umzusetzen.

Millionen fließen in Schulen, Wohnen und Infrastruktur
Zu den größten Vorhaben zählt die Sanierung der Grundschule. Rund 15 Millionen Euro werden investiert. Hinzu kommen etwa sechs Millionen Euro für die Sanierung des Spitals. Beide Projekte befinden sich bereits im Bau.

Auch das Projekt „Service Wohnen“, hinter der BayWa am Feuerwehrhaus, nimmt Gestalt an. Nach einem langen Bauleitplanverfahren laufen inzwischen die Erschließungsarbeiten. Für Bürgermeister Hartmut Stern ist das ein wichtiger Schritt: Viele Vorhaben seien über Jahre vorbereitet worden. Nun werde sichtbar, dass aus Planungen konkrete Projekte entstehen.

Parallel investiert die Stadt in die Kanalsanierung. Die Arbeiten sorgen zwar immer wieder für Straßensperrungen, sollen aber möglichst zügig abgeschlossen werden. Ziel sei es, die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich zu halten und Fördermittel fristgerecht abzurechnen.

Glasfaser, LED und neue Baugebiete
Auch die technische Infrastruktur wird ausgebaut. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED läuft bereits. Dadurch sollen künftig wieder längere Beleuchtungszeiten möglich werden, ohne zusätzliche Energiekosten zu verursachen.

Beim Glasfaserausbau befindet sich die Kernstadt auf der Zielgeraden. Für die Ortsteile läuft derzeit die Ausschreibung. Zwischen 2027 und 2029 sollen auch sie an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Gleichzeitig entstehen neue Wohngebiete. In Krögelstein wurden 27 Bauplätze ausgewiesen. Mehrere Häuser sind bereits genehmigt. Auch im Baugebiet „Steinernes Kreuz“ sowie in der Kernstadt schafft Hollfeld weiteres Bauland.

Familienfreundlicher Wohnort mit kurzen Wegen
Für Bürgermeister Stern liegt eine der größten Stärken Hollfelds in seiner Lage. Die Stadt biete Ruhe und ländliche Lebensqualität, gleichzeitig seien Bayreuth, Bamberg oder Kulmbach schnell erreichbar. Viele Berufstätige müssten ihren Arbeitsplatz deshalb nicht wechseln, wenn sie nach Hollfeld ziehen.

Hinzu komme eine gute Versorgung. Zwei Vollsortimenter, ein Drogeriemarkt sowie zahlreiche weitere Geschäfte deckten den täglichen Bedarf. Schulen, vom Grundschulalter bis zum Abitur, Kindergärten und rund 80 Vereine sorgten für ein breites Bildungs- und Freizeitangebot. Stern betont, dass gerade das Miteinander und das aktive Vereinsleben Hollfeld besonders lebenswert machten.

Mehr Arbeitsplätze vor Ort
Die Wirtschaft ist vor allem mittelständisch und handwerklich geprägt. Große Industriebetriebe gibt es kaum. Seit Februar gehört das neue Lidl-Kühllager mit rund 80 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern der Stadt.

Dennoch möchte Hollfeld weitere Unternehmen ansiedeln. Hartmut Stern sieht darin eine wichtige Aufgabe. Zusätzliche Arbeitsplätze vor Ort verkürzten Pendelwege und stärkten gleichzeitig die Gewerbesteuereinnahmen. Ebenso wichtig sei die Entwicklung neuer Baugebiete, um junge Familien in der Stadt zu halten.

Neue Ideen für die Innenstadt
Besonders am Herzen liegt Stern die Zukunft der Innenstadt. Viele Ladenflächen seien mit 40 bis 80 Quadratmetern heute kaum noch wirtschaftlich nutzbar. Zudem fänden viele Geschäfte keine Nachfolger. Die Stadt setzt deshalb auf einen Wandel. Leerstehende Geschäftshäuser sollen schrittweise in attraktiven Wohnraum umgewandelt werden. Mehr Bewohner in der Innenstadt könnten gleichzeitig Plätze, Gastronomie und Einzelhandel beleben. Hartmut Stern ist überzeugt, dass dadurch langfristig wieder mehr Leben in die Altstadt einziehen kann.

Auch persönliche Zukunftsvisionen hat der Bürgermeister. So würde er gerne den früheren Aussichtsturm im Stadtwald wieder errichten. Der Turm wurde vor vielen Jahren wegen Baufälligkeit abgebaut. Ein neuer Aussichtspunkt könnte nach seiner Vorstellung ein attraktives Ausflugsziel werden.

Langgasse soll völlig neu gestaltet werden
Eines der größten Stadtentwicklungsprojekte betrifft die Langgasse. Unterhalb der Terrassengärten sollen das Schönsteinerhaus sowie das Rödl- und das Severinhaus langfristig weichen. Ziel ist eine bessere Verbindung zwischen oberer und unterer Stadt sowie zusätzlicher Wohnraum. Das Schönsteinerhaus gehört inzwischen der Stadt. Der Jugendtreff der beiden Kirchen bleibt dort zunächst bestehen. „Bis zum Abriss kann der Jugendtreff das Gebäude weiter nutzen. Parallel suchen wir nach einem anderen städtischen Standort“, erläutert Bürgermeister Hartmut Stern. Für die frei werdenden Flächen wurde bereits ein Realisierungswettbewerb durchgeführt. Geplant sind neue Aufenthaltsbereiche und eine attraktivere Verbindung zwischen den Terrassengärten und der Langgasse. „Die Neugestaltung soll die Innenstadt deutlich aufwerten und wieder mehr Leben in die Langgasse bringen“, sagt Stern. Für den Neubau an der Stelle des Severinhauses sucht die Stadt derzeit einen Investor.

Fledermauszentrum als neuer Treffpunkt in Wiesentfels
Auch der Ortsteil Wiesentfels soll profitieren. Dort plant die Stadt ein Fledermaus-Informationszentrum. Vorgesehen sind ein Aufenthaltsraum, eine Küche, barrierefreie Sanitäranlagen sowie ein Spielbereich für Kinder mit Fledermaus-Thema. Ein historischer Gewölbekeller bleibt als Quartier für Fledermäuse erhalten. Ein zweiter Keller soll künftig mit Informationstafeln und Sitzgelegenheiten zugänglich sein. Ergänzt wird das Projekt durch Terrassen, Parkplätze und einen Fußweg zur Burg.

Aus einer Fraktionsinitiative stehen 450.000 Euro bereit, zusätzlich hofft die Stadt auf Unterstützung der Oberfrankenstiftung. „Noch liegen nicht alle Förderzusagen vor. Trotzdem sind wir bei der Finanzierung optimistisch“, erklärt Stern. Baubeginn soll im Frühjahr 2027 sein. Noch im selben Jahr könnte das Zentrum eröffnet werden. „Das Informationszentrum soll Treffpunkt für die Menschen vor Ort sein und gleichzeitig mehr Besucher nach Wiesentfels bringen“, sagt der Bürgermeister. Für den rund 128 Einwohner zählenden Ort, und Loch mit 55 Einwohnern, wäre es zugleich der erste zentrale Begegnungsort.


Von Jessica Mohr
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