Zum Abschluss des Jubiläumsjahres „125 Jahre ASV Hollfeld“ wurde jetzt die offizielle neue Vereinschronik „Nur eine Stadt, nur ein Verein – 125 Jahre ASV Hollfeld“ vorgestellt. Das gebundene Buch hat 130 Seiten und beleuchtet die Tradition und Historie des ASV unter verschiedenen Blickwinkeln mit vielen Interviews mit Beteiligten. Die Erstellung der Chronik koordinierte der im ASV engagierte Hollfelder Historiker Dr. Oliver Kruk, der nach einem Stipendienaufenthalt an der Universität Oxford mittlerweile seit diesem Herbst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Dresden tätig ist.
Von der Herangehensweise an die Herkulesaufgabe, eine solche umfassende Chronik zu erstellen, setzte Kruk neben den offiziellen Unterlagen auf die Bereitschaft etlicher Mitglieder, Materialien aus Privatbesitz und eigene Erinnerungen zur Verfügung zu stellen. Entsprechend viele Interviews und Gespräche waren zu führen. Gleichzeitig legte der Autor auch Wert darauf, die Vereinshistorie in die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung der Zeiten einzubetten. Für die Zeit bis 1945 waren dazu auch alte Zeitungsartikel aus dem „Wiesentboten“, der Tageszeitung des früheren Landkreises Ebermannstadt, und der ab 1932 erschienen Hollfelder Zeitung wichtig. Interessant wird dargestellt, wie der zunächst als Turnverein (TV) Hollfeld gegründete Zusammenschluss sich entwickelte: Von der groß gefeierten Fahnenweihe von 1910, zu der der Patenverein Turnverein Bayreuth mit einem Sonderzug nach Hollfeld kam, über die Weimarer Republik mit ihrer gesellschaftlichen Spaltung, die sich auch im Sportleben niederschlug, bis zur Zeit des Dritten Reiches. Ein besonderes Datum im Vereinsleben war 1929 die Gründung der Fußballabteilung, die sich allmählich zur dominierenden Sparte des Vereins entwickelte. Daneben fanden auch immer die gesellschaftlichen Aktivitäten des Vereins für das Leben in der Stadt Beachtung.
Für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Historie anhand vieler Anekdoten und Berichten von Zeitzeugen dargestellt. Die Fußballmannschaft des ASV entwickelte sich weiter bis zum Aufstieg in die Bezirksliga Oberfranken-Ost im Jahr 1977 (in dieser damals höchsten Klasse im Bezirk hielt sich der Verein bis 1983). Daneben werden die im Laufe der Jahrzehnte sich neu bildenden und zum Teil auch wieder aufgelösten Abteilungen (Turnen, Leichtathletik, Wandern und Nordic-Walking, Feldhandball, Tischtennis, Kegeln, Tennis, Gymnastik und Radsport) dargestellt. Eine Übersicht zeigt die Entwicklung der Designs der Trikots der Fußballmannschaft im Laufe der Jahrzehnte, anhand einer Wimpelübersicht wird die Vielfalt der Gastmannschaften deutlich, mit denen sich der ASV im Laufe der Jahre gemessen hat. Auch die diversen Sportanlagen, die der ASV in seiner Geschichte nutzte, werden dargestellt.
Ein besonderes Kapitel ist dem Hoch der Herrenfußballer, aber auch der Fußballdamen in der Zeit zwischen 2005 und 2015 gewidmet. Die Herrenmannschaft stieg damals mit zahlreichen einheimischen Spielern unter Trainerikone Heiko Gröger bis in die Landesliga Nord und schließlich 2012 sogar für zwei Spielzeiten in die Bayernliga Nord auf. In dieser Zeit kam es zu Duellen gegen Teams wie den FC Schweinfurt 05, Kickers Würzburg und als besondere Höhepunkte die Punktspielderbys gegen die SpVgg Bayreuth. Allerdings hatte sich der Verein letztlich übernommen, immer mehr nicht gar so schlecht bezahlte Halbprofis und nicht mehr fast ausschließlich „Hollfelder Jungs“ liefen für den ASV auf und so kam es schließlich, wie es kommen musste: Der Verein hatte sich überschuldet, zahlreiche Probleme taten sich auf und letztlich konnte die Existenz des Vereins nur durch viel Arbeit einer neuen Vorstandschaft und einen Neustart mit einer Altherren-Mannschaft in der B-Klasse gerettet werden. Ziemlich parallel zur Herrenmannschaft hatte sich auch die Damenmannschaft auf den Erfolgspfad begeben und stieg bis in die Landesliga auf. Die Damenmannschaft löste sich aber letztlich auf. In Interviews mit damals beteiligten Spielerinnen und Spielern wird der Höhenflug der Herren- und Damenmannschaft dargestellt und an viele bedeutende Augenblicke in dieser Zeit erinnerte. Zur Begeisterung für den ASV in der Stadt und der Umgebung trugen in dieser Zeit auch die organisierten Fans, die „Hollfeld Ultras“ wesentlich bei. Auch hierzu wurden Interviews mit Vertretern der damals aktiven Fanszene geführt.
Schließlich wird die Historie des ASV seit dem Neubeginn 2015 dargestellt. Heute spielt der ASV mit seiner ersten Mannschaft in der Kreisklasse und mit seinem zweiten Team in der A-Klasse. Zum Schluss des Buches wird auch noch ein Blick in die Zukunft gewagt. Neben zahlreichen Fotos aus allen Epochen sind auch aktuelle Bilder von den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125-Jährigen im vergangenen Sommer, etwa vom Festkommers oder vom Spiel der Traditionsmannschaften des ASV und des 1. FC Nürnberg, im Jubiläumsbuch abgedruckt.
Info:
Die neue Vereinschronik des ASV Hollfeld ist zum Preis von 25 Euro bei Schuh- und Sport Keilholz (Langgasse 3-5, Hollfeld) und im C. Bange Verlag und Buchhandlung (Am Graben 2, Hollfeld) erhältlich.