HaSpo Bayreuth: “Alles andere als der Klassenerhalt wäre vermessen”

BAYREUTH. Anfang Oktober startet HaSpo Bayreuth mit der neuen Saison. In der 3. Liga wird es für den Aufsteiger extrem schwer. Wir haben uns einmal exklusiv mit Kapitän Paul Saborowski unterhalten und erfahren, wie die aktuelle Vorbereitung läuft und mit welchen Zielen das Team in die Saison geht.

Hallo Paul. Seit mehr als zwei Monaten seid ihr in der Vorbereitung. Wie fällt dein Fazit bis hierhin aus?
Sicherlich war es am Anfang nicht einfach, weil wir nicht in die Halle durften. Mitte Juni haben wir mit der Vorbereitung angefangen und dann erst einmal einen Monat nur draußen trainiert. Wir haben an der Athletik gearbeitet, viele Intervalle gemacht – das sind Dinge, die man als Sportler nicht so gern mag, die aber zur Vorbereitung dazugehören. Mitte Juli konnten wir dann in die Halle, am Anfang unter strengen Auflagen, aber dann ging auch wieder Körperkontakt. Dann war auch wieder ein gutes Training möglich. Mit unserem neuen Trainer (Mathias Bracher, d.Red.) läuft es richtig gut. Wir machen viel im taktischen Bereich, arbeiten neben unserer 3-2-1-Formation an einer weiteren Abwehrformation. Außerdem feilen wir noch an unserem Tempospiel.

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Du sprichst die Sperrung der Heimspielstätte Schulzentrum-Ost schon an. Wie groß war der Nachteil, dort am Anfang nicht trainieren zu können?
Es ging ja allen Vereinen so, dass zunächst nichts in der Halle ging. In den letzten Jahren haben wir immer die ersten 30, 45 Minuten unseren Athletikteil gemacht und dann den Ball in die Hand genommen. So konnten wir früher und schneller an unseren Defiziten arbeiten. Das hat sich nun eben nach hinten verschoben. Aber die Saison geht ja jetzt erst später los, deswegen ist es nicht ganz so schlimm.

Anfang Oktober geht die neue Saison los. Was ist bis dahin noch wichtig?
Wir haben jetzt im September noch einige Testspiele vor der Brust, das ist sehr wichtig. Wir sehen in den Partien, woran es uns noch fehlt und was wir verbessern müssen. Dementsprechend gehen wir die Trainingseinheiten an. Die Testspiele geben dir natürlich eine gute Möglichkeit, dich einzuspielen und deine Neuzugänge weiter zu integrieren.

Ende Juni hat euer Coach Mathias Bracher im Interview bei uns gesagt, ihr seid der Außenseiter in der 3. Liga. Siehst du es ähnlich?
Es wird sicherlich keine einfache Saison, das ist klar. Ich muss ihm da Recht geben, wir haben nur das Ziel Klassenerhalt, nichts anderes. Und das wird schwer genug.

Was braucht es denn, um nach dem Aufstieg eine Liga höher zu bestehen?
Wir müssen unsere Neuzugänge schnell integrieren, vor allem in unsere Abwehrformation. Wir haben jetzt die letzten Jahre unsere 3-2-1-Deckung sehr gut gespielt, jedes Jahr kommen eben zwei, drei neue Spieler dazu, die sich da erst einmal reinfinden müssen. Da müssen wir schauen, dass uns das schnell gelingt. Dazu glaube ich, dass in jeder Saison ein Quäntchen Glück nötig ist. In den ersten Spielen werden uns ja aller Voraussicht nach die Fans fehlen, sie waren in den Heimspielen schon immer sehr wichtig. Aber dann können wir vielleicht auswärts einen Vorteil daraus ziehen, denn da sind eben auch keine Fans da. Fakt ist: In den Heimspielen müssen wir punkten, ob mit oder ohne Fans.

Das große Thema ist ja aktuell noch, wann werden wie viele Zuschauer zugelassen. Wie stehst du dieser Thematik gegenüber?
Die ganze Mannschaft wird es natürlich sehr vermissen, wenn wir keine Fans haben. Aber ich sage auch ganz ehrlich, damit müssen wir einfach klarkommen, wie jedes andere Team auch. Es hilft nichts zu hadern. Ich gehe davon aus, dass alle Mannschaft dieselben Voraussetzungen haben, alles ändere wäre unfair.

Angenommen, du dürftest dir eine Schlagzeile für den kommenden Sommer wünschen. Wie würde diese lauten?
Gehen wir mal davon aus, dass die Saison zu Ende gespielt wird, dann würde ich mir folgende Schlagzeile wünschen: HaSpo schafft souverän den Klassenerhalt. Dazu wäre es schön, wenn wir den ein oder anderen Überraschungspunkt sammeln würden. Aber alles andere als den Klassenerhalt als Ziel auszugeben wäre vermessen.

Interview: Mirko Strässer