Veröffentlicht am 30.10.2026 09:52

Emtmannsberg: Eine lebendige Gemeinde

V.l.: Dorfladenleiter Stefan Bauernfeind, Dritte Bürgermeisterin und stellvertretende Dorfladenleiterin Karin Benker und Dorfladen-Mitarbeiterin Gerlinde Ströbel.  (Foto: jm)
V.l.: Dorfladenleiter Stefan Bauernfeind, Dritte Bürgermeisterin und stellvertretende Dorfladenleiterin Karin Benker und Dorfladen-Mitarbeiterin Gerlinde Ströbel. (Foto: jm)
V.l.: Dorfladenleiter Stefan Bauernfeind, Dritte Bürgermeisterin und stellvertretende Dorfladenleiterin Karin Benker und Dorfladen-Mitarbeiterin Gerlinde Ströbel. (Foto: jm)
V.l.: Dorfladenleiter Stefan Bauernfeind, Dritte Bürgermeisterin und stellvertretende Dorfladenleiterin Karin Benker und Dorfladen-Mitarbeiterin Gerlinde Ströbel. (Foto: jm)
V.l.: Dorfladenleiter Stefan Bauernfeind, Dritte Bürgermeisterin und stellvertretende Dorfladenleiterin Karin Benker und Dorfladen-Mitarbeiterin Gerlinde Ströbel. (Foto: jm)

Ein Dorfladen, der weit mehr als Lebensmittel bietet, über 60 engagierte Ehrenamtliche und ein neuer Pächter für die Ortswirtschaft: In Emtmannsberg zeigt sich, wie viel Lebensqualität durch Zusammenhalt und gemeinschaftliches Engagement entstehen kann. Emtmannsberg bietet nicht nur zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen und Radtouren, sondern auch ein lebendiges Dorfleben. Hier kennt man sich, hilft einander und packt gemeinsam an. „Unsere finanziellen Mittel sind begrenzt. Statt auf große finanzielle Mittel setzen wir deshalb auf Kreativität, Zusammenhalt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Bürgermeister Gerhard Herrmannsdörfer stolz.

Ein Dorfladen als Herzstück der Gemeinschaft
Wie erfolgreich dieses Miteinander funktioniert, zeigt der Emtmannsberger Dorfladen. Im November feiert er bereits sein achtjähriges Bestehen. Was einst als gemeinschaftliches Projekt begann, ist heute aus dem Dorfleben kaum mehr wegzudenken.

Mehr als 60 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass der Laden an insgesamt 49 Stunden pro Woche geöffnet ist. Ein zusätzlicher Verkaufsautomat ermöglicht den Einkauf sogar rund um die Uhr. „Besonders an Wochenenden und Feiertagen wird dieses Angebot rege genutzt, auch von Menschen aus den umliegenden Gemeinden“, berichtet Stefan Bauernfeind, Leiter des Dorfladens. Doch der Laden ist weit mehr als eine Einkaufsmöglichkeit. Er ist ein Ort der Begegnung, an dem Nachbarn ins Gespräch kommen, Neuigkeiten ausgetauscht werden und das Gemeinschaftsgefühl wächst. Gerade für ältere Menschen und Einwohner ohne eigenes Auto ist die Nahversorgung ein wichtiger Bestandteil ihrer Selbstständigkeit.

Regionalität wird großgeschrieben
Ein besonderes Augenmerk liegt auf Produkten aus der Region. Mehr als 50 Lieferanten aus einem Umkreis von rund 100 Kilometern beliefern den Dorfladen. Damit unterstützt das Projekt gezielt heimische Erzeuger und stärkt die regionalen Wirtschaftskreisläufe. „Wir möchten die regionalen Produzenten unterstützen und gleichzeitig den Menschen vor Ort ein vielfältiges Angebot machen“, erklärt Karin Benker, stellvertretende Leiterin des Dorfladens und Dritte Bürgermeisterin.

Das Sortiment reicht von frischen Lebensmitteln, bis zu Produkten des täglichen Bedarfs. Auch ein nahezu vollständiger Wocheneinkauf ist möglich. Zwar kann der kleine Laden nicht mit der Auswahl großer Supermärkte mithalten, doch genau darin liegt auch seine Stärke: kurze Wege, persönliche Beratung und Waren aus der Heimat. Eine besondere Geschenkidee sind die individuell zusammengestellten Präsentkörbe. Gerade in der bevorstehenden Weihnachtszeit erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Ob für Familie, Freunde oder Geschäftspartner – die Körbe können nach persönlichen Wünschen gestaltet werden.

Neues Leben im Schloss: Fränkisches Wirtshaus „Zum Otto“
Neben dem Dorfladen soll künftig auch die Gastronomie den Ortskern weiter beleben. Mit dem fränkischen Schlosswirtshaus „Zum Otto“ bekommt Emtmannsberg wieder einen neuen Treffpunkt für gesellige Stunden und kulinarische Genüsse.

Der erfahrene Gastronom und Küchenmeister Otto Krug aus Hauendorf, einem Ortsteil der Gemeinde, übernimmt die ehemalige Gaststätte „Castello“. „Wir freuen uns sehr, hier nun Anfang des Jahres zu eröffnen, mit typisch fränkischen Spezialitäten“, sagt Otto Krug.

Sein Konzept verbindet traditionelle Wirtshauskultur mit modernen Akzenten. Auf der Speisekarte sollen fränkische Klassiker ebenso zu finden sein wie saisonale Gerichte. Doch Otto Krug möchte nicht nur kulinarisch neue Akzente setzen. Auch das gesellschaftliche Leben soll von der neuen Gaststätte profitieren. Geplant sind verschiedene Themenabende, die Einheimische und Gäste zusammenbringen. Für Bürgermeister Gerhard Herrmannsdörfer ist die Wiederbelebung der Gastronomie ein wichtiger Schritt. Gemeinsam mit dem Dorfladen entsteht damit ein attraktiver Ortsmittelpunkt, der das Dorfleben bereichert und Emtmannsberg auch für Ausflügler interessant macht.

Dass Emtmannsberg mehr zu bieten hat als eine schöne Landschaft, zeigt sich auch im regen Vereinsleben. Zahlreiche Veranstaltungen bringen die Menschen das ganze Jahr über zusammen. Ob Weinfest, Apfelfest oder andere gemeinschaftliche Aktivitäten – Gelegenheiten zum Feiern und zum persönlichen Austausch gibt es viele.

Auch die Sanierung des Schlosses und die Entwicklung rund um den Dorfladen haben dazu beigetragen, den Ortskern aufzuwerten. Mit der neuen Gastronomie kommt nun ein weiterer wichtiger Baustein hinzu. Gerade diese Mischung aus ländlicher Ruhe, guter Erreichbarkeit und einer aktiven Dorfgemeinschaft macht Emtmannsberg zu einem attraktiven Wohnort. Die Nähe zu Bayreuth ermöglicht es, die Vorzüge des Landlebens mit den Angeboten der Stadt zu verbinden. Dabei sind es häufig die kleinen Dinge, die den Unterschied machen: ein kurzer Plausch beim Einkaufen, ein gemeinsames Fest oder eine Sitzbank mit Blick in die Landschaft. All das trägt dazu bei, dass sich die Menschen mit ihrem Heimatort verbunden fühlen.

Mit Kreativität und Zusammenhalt in die Zukunft
Die Entwicklung von Emtmannsberg ist keine Selbstverständlichkeit. Ohne großes Gewerbegebiet und mit entsprechend begrenzten Gewerbesteuereinnahmen muss die Gemeinde bei vielen Vorhaben genau auf ihre finanziellen Möglichkeiten achten. Gleichzeitig stellen die weitläufige Gemeindefläche und die vergleichsweise geringe Einwohnerzahl die Kommune vor Herausforderungen.

Doch statt Projekte an fehlenden Mitteln scheitern zu lassen, setzt Emtmannsberg auf Eigeninitiative. Bürger entwickeln Ideen, organisieren Veranstaltungen und übernehmen Verantwortung. Das spart nicht nur Kosten, sondern stärkt auch das Miteinander. Emtmannsberg zeigt damit, dass die Attraktivität eines Ortes nicht allein von seiner Größe oder seinen finanziellen Möglichkeiten abhängt. Entscheidend sind die Menschen, die ihn mit Leben füllen. Und davon hat die kleine Gemeinde vor den Toren Bayreuths einiges zu bieten.


Von Jessica Mohr
jm
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