Straßenleuchte ohne Strom: Pilotprojekt bei Bayreuth startet

ECKERSDORF. Wie kann man die Beleuchtung von Verkehrswegen gewährleisten, wenn Strom dort nicht verfügbar ist? Die Gemeinde Eckersdorf und die Stadtwerke Bayreuth starten in den nächsten Monaten ein Pilotprojekt.

An einem bisher unbeleuchteten Punkt im Norden Eckersdorfs wird in den kommenden Monaten eine Solarleuchte unter Realbedingungen getestet. Am Donnerstag (8. September 2022) wurde das Projekt vor Ort präsentiert. Auch interessant: In Bayreuth wurde beantragt, städtische Gebäude auf Nutzung von Photovoltaikanlagen zu nutzen.

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Eckersdorf: Straßenbeleuchtung mit Solarkraft

Der Fußweg Hohe Straße am Ortsausgang Eckersdorfs in Richtung Forst ist ein vielbenutzter Fuß- und Radweg. Eine Beleuchtung an der Gabelung gab es bisher nicht. Der Betrieb einer Straßenlaterne war bisher nicht möglich, weil der Anschluss ans Stromnetz nicht zu stemmen sei, wie die Stadtwerke mitteilen. Seit Ende Juli wird der Fußweg im Rahmen eines Pilotprojektes ausgeleuchtet. Das Zauberwort lautet „Solar“. Sybille Pichl, Bürgermeisterin in Eckersdorf freut sich auf die Testphase. „Ein vielgenutzter Fußweg wird hier beleuchtet und etwas sicherer gemacht. Gerade in der dunklen Jahreszeit.“ Die Verlegung von Stromkabeln sei keine Option gewesen. „Im Tiefbau in Naturnähe ist das nahezu unbezahlbar.“ Die Solarleuchte an der Hohen Straße hat „nur“ rund 5.000 bis 6.000 Euro gekostet. „Die Hälfte für die Leuchte selbst, die andere Hälfte für Tiefbau und Montage“, sagt Anna Lebioda. Sie ist die verantwortliche Projektingenieurin bei den Stadtwerken Bayreuth. Die haben den Bau der Solarleuchte in Eckersdorf realisiert.

Die Leuchte hat eine Leistung von 40 Watt. „Etwas stärker als eine konventionelle Straßenlaterne“, erklärt Lebioda. „In der Dämmerung leuchtet die Solarleuchte vier Stunden mit 100 Prozent Leistung, nachts wird sie auf 20 Prozent heruntergedrosselt.“ Aufgeladen wird der Akku dann tagsüber. Weiterer Vorteil aus Sicht der Stadtwerke: Es ist kein Lithium-, sondern ein Nickelakku verbaut. Der verspricht eine höhere Lebensdauer und kann in einem größeren Temperaturbereich eingesetzt werden.




Solarleuchte in Eckersdorf als Experiment für Gemeinde und die Stadtwerke Bayreuth

Für die Stadtwerke Bayreuth selbst ist die Solarleuchte in Eckersdorf auch ein Experiment. „Wir testen aktuell unterschiedlicher Hersteller, um Vergleichswerte zu gewinnen“, erklärt Guido Müller, Bereichsleiter Netzwerke der Stadtwerke. „Auf unserem Betriebsgelände stehen bereits Lampen. In Heinersreuth kommt demnächst eine weitere dazu. Angst, dass die Solarleuchten nicht stark genug leuchten könnten, hat Müller keine. „Die Hersteller haben uns eine Garantie gegeben, dass die Leuchten funktionieren. Sie gehen nach Berechnungen selbst von verminderter Leistung aus.“

Pichl sind Rückmeldungen aus der Eckersdorfer Bürgerschaft in den kommenden Monaten wichtig. „Nach dem Winter wollen wir evaluieren. Hat die Solarleuchte funktioniert? Gehen die Bürger mit? Hat sich die Installation auch finanziell gerechnet?“, sind Fragen, die sie beantwortet wissen will. Bei entsprechender Rückmeldung könnten weitere Solarleuchten in Eckersdorf auch Thema im Gemeinderat werden. Lies auch: Für eine Challange stellte sich Sybille Pichl im Vorjahr an die Supermarktkasse.

jle