Zuletzt zwei Siege in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA, darunter der überraschende 99:90-Auswärtserfolg bei den zuvor seit sechs Spielen ungeschlagenen Bozic Estriche Knights Kirchheim, nähren beim BBC Bayreuth das zarte Pflänzchen der Hoffnung auf einen Aufschwung und das Hinter-sich-Lassen der Abstiegsgefahr. Als Hoffnungsträger gelten die beiden nach der Freistellung von Headcoach Florian Wedell als Interims-Headcoaches installierten vorherigen Assistenztrainer Lukas Hofer (33) und Nils Scheller (26).
Drei Partien hat das Team unter Hofer und Scheller bislang seit der am 22. Dezember bekannt gegebenen Trennung von Wedell absolviert. Bei den VfL SparkassenStars Bochum gab es am Tag vor Heiligabend nach einer Sechs-Punkte-Pausenführung eine 80:88-Niederlage, bei der das Team viel Energie zeigte und unermüdlich kämpfte, aber letztlich an zu vielen Turnovers scheiterte. Dann gab es nach einem zum Teil noch holprigen, aber letztlich erfolgreichen Heimspiel gegen die Uni Baskets Münster einen knapp erzitterten 83:82-Sieg nach Verlängerung. Dieser extrem wichtige Sieg scheint auf jeden Fall dazu beigetragen zu haben, dass sich einige Blockaden beim Team lösten.
Jedenfalls zeigten die Bayreuther bei der Partie in Kirchheim trotz des Fehlens des Matchwinners gegen Münster, Center Willem Brandwijk, eine souveräne Leistung bei einem Playoff-Team, wie man sie in der bisherigen Saison meist nur erträumen konnte. Entsprechend zufrieden zeigten sich die Interims-Headcoaches Hofer und Scheller auch nach der Partie: „Der heutige Sieg war eine tolle Teamleistung. Wir haben ein absolut geiles Team, das unheimlich hart arbeitet und sich jetzt auch endlich für die Anstrengungen belohnt“, betonte Lukas Hofer.
Nils Scheller ergänzte: „Es macht so viel Spaß zu sehen, wie sich die Arbeit, die wir seit Monaten auch schon zusammen mit Florian Wedell reinsteckten, endlich bezahlt macht und wir einfach Fortschritte sehen und erkennen, dass wir jetzt auch solche Teams wie Kirchheim mal ärgern und sogar schlagen können. Ich denke, das war jetzt der erste Schritt, von dem wir uns erhoffen, dass darauf noch einige weitere folgen. Unfassbar war, was wir in Kirchheim für einen geilen Support unserer Fans hatten, die wirklich sehr zahlreich da waren und uns in den entscheidenden Phasen getragen haben“.
Die Begeisterung der zahlreich trotz winterlicher Straßenbedingungen nach Kirchheim mitgereisten Fans war zweifellos auch ein Indiz für die Hoffnung, die in die Arbeit von Hofer und Scheller gesetzt werden. „Letztlich war es vor dem Spiel die erste volle Trainingswoche, die wir mit dem Team hatten. Wir sind sehr froh, dass die Inhalte, die wir trainiert haben, uns auch geholfen haben, heute das Spiel zu gewinnen“, erklärte Scheller weiter.
Der BBC hat jetzt nach 16 Partien in der ProA sechs Siege und zehn Niederlagen in der Bilanz. Damit steht man auf Tabellenplatz 13, zwar nur einen Sieg vor dem ersten Abstiegsrang 17, aber auch nur zwei Siege hinter Playoff-Platz acht. Bei Optimisten könnte da Hoffnung aufkommen, dass die Saison in der Rückrunde doch noch in eine andere Richtung geht als zuletzt befürchtet. Auf jeden Fall will man beim BBC den Aufwärtstrend zum Abschluss der Hinrunde bei den RheinStars Köln am Sonntag, 11. Januar, um 17 Uhr bestätigen. „Wir wünschen uns, dass wir kommenden Sonntag an die Leistung in Kirchheim anknüpfen können, auch wenn Köln aktuell gut drauf ist und das mit Sicherheit keine leichte Aufgabe wird“, schätzt Nils Scheller ein.
„Nils Scheller und ich möchten auf jeden Fall mit der Mannschaft weiterarbeiten. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Team auf einem guten Weg sind und hoffen, dass die Verantwortlichen des BBC Bayreuth noch einmal bereit sind, zwei jungen Trainern eine Chance zu geben“, erklärte Lukas Hofer bereits nach der Partie gegen Münster.
BBC-Geschäftsführer Friedrich Hartung will dieser Hoffnung entsprechen: „Die bisherige Bilanz mit den zwei Siegen, vor allem dem in Kirchheim, kann sich mehr als sehen lassen. In den vergangenen Wochen war natürlich viel Druck auf dem Kessel, gerade auch von außen, die Situation war für die beiden jungen Trainer alles andere als einfach und wir mussten gewahr sein, uns schützend vor sie zu stellen. Bei den zwei Erfolgen hat das Team jetzt schon einige Vorstellungen des Trainerduos umgesetzt. Wir schauen jetzt gemeinsam nach vorne, richten den Blick in der Tabelle aber weiter nach unten. Jetzt folgen mit Köln, Paderborn und Leverkusen drei Partien gegen Gegner auf Augenhöhe, die wir natürlich erfolgreich gestalten wollen“, erklärte Hartung auf Nachfrage der BTSZ.