Neudrossenfeld bekommt mehr Platz für seine jüngsten Einwohner. Am Ellrodtweg ist eine neue Kinderkrippe mit vier Gruppen entstanden. 48 Kinder unter drei Jahren können dort betreut werden. Für die Gemeinde endet damit auch eine jahrelange Übergangslösung mit Mietcontainern. Knapp vier Millionen Euro kostet das Großprojekt.
Der Neubau am Ellrodtweg gehört zu den größten aktuellen Infrastrukturprojekten der Gemeinde Neudrossenfeld. Die neue Kinderkrippe erweitert die bestehende evangelische Kindertagesstätte Kunterbunt. Das Gebäude wurde in Holzständerbauweise direkt neben der Schule errichtet. Es ist mit dem bestehenden Gebäude verbunden.
Für das Projekt musste die Gemeinde einiges in Bewegung setzen. Sogar die angrenzende Ortsstraße wurde verlegt. Nur so konnte auf dem Grundstück ausreichend Platz für den viergruppigen Neubau geschaffen werden.
Dass neue Krippenplätze gebraucht werden, zeichnet sich bereits seit mehreren Jahren ab. Seit 2020 konnte der Bedarf in Neudrossenfeld nicht mehr vollständig gedeckt werden. Die Gemeinde behalf sich zunächst mit Containern an den bestehenden Kindertageseinrichtungen Haselbusch und Kunterbunt. Dort entstanden jeweils zwölf zusätzliche Plätze.
Doch auch das genügte nicht. Ab 2022 war eine weitere Container-Lösung in der Nähe der Grundschule notwendig. Dort wurden vier Gruppen mit jeweils zwölf Kindern untergebracht. Parallel dazu liefen die Planungen für einen dauerhaften Neubau.
Eine wichtige Frage war zunächst der Standort. Darüber wurde auch im Gemeinderat ausführlich gesprochen. Am Ende habe sich eine große Mehrheit für eine Lösung im Umfeld des Kinder- und Schulzentrums ausgesprochen, berichtet Bürgermeister Rainer Strobel. Die Größe des Neubaus brachte allerdings zusätzliche Arbeiten mit sich. Weil Platz für vier Gruppen geschaffen werden musste, sei die Verlegung der Straße unterhalb des Geländes notwendig geworden.
Nun stehen in der neuen Kinderkrippe insgesamt 48 Plätze zur Verfügung. Die Kinder werden in vier Gruppen mit jeweils zwölf Plätzen betreut. Damit kann sich die Gemeinde zugleich von den bisherigen Übergangslösungen verabschieden. Die gemieteten Container können zurückgebaut werden. „Ab September fallen damit die monatlichen festen Mietkosten für die Container weg“, erklärt Rainer Strobel.
In der neuen Krippe bekommt jede Gruppe einen großen Gruppenraum. Dazu kommen jeweils ein eigener Schlafraum und kleinkindgerechte Sanitäranlagen. Außerdem gibt es einen großen Speiseraum. Ein weiterer Raum steht für eine intensive Betreuung zur Verfügung. Die Einrichtung verfolgt ein integratives Konzept.
Auch beim Blick auf die Baukosten zieht der Bürgermeister eine positive Zwischenbilanz. Zeitplan und Kostenplan seien nach aktuellem Stand eingehalten worden. Das sei besonders erfreulich, sagt Strobel. Sein Dank gelte den zahlreichen beteiligten Betrieben. Besonders hebt der Bürgermeister das Planer-Ehepaar Pastner und seinen Bauamtsmitarbeiter Sebastian Hübner hervor. Die geplanten Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 3,98 Millionen Euro. Davon werden 1,3 Millionen Euro durch die Regierung von Oberfranken aus Mitteln des Freistaates Bayern gefördert. Rund 2,6 Millionen Euro muss die Gemeinde damit selbst tragen. Inzwischen ist auch der Umzug nahezu abgeschlossen. Die ersten Kinder konnten bereits am Montag, 24. August, in der neuen Einrichtung ankommen. Nun konzentrieren sich die Arbeiten vor allem auf das Außengelände. Dort werde derzeit mit Hochdruck gearbeitet, berichtet Rainer Strobel. Danach sei das Projekt fertiggestellt.
Die offizielle Einweihung soll in wenigen Wochen dann stattfinden. Für die Familien in Neudrossenfeld soll die neue Krippe vor allem eines bringen: Verlässlichkeit. Mit dem Neubau habe die Gemeinde ein ausreichendes Betreuungsangebot für die jüngsten Kinder geschaffen, sagt Rainer Strobel. Für junge Familien bedeute dies vor allem mehr Planungssicherheit. Auch auf längere Sicht erwartet der Bürgermeister Strobel derzeit keinen neuen Engpass bei den Krippenplätzen. Die Gemeinde sei mit den neuen Kapazitäten sehr gut aufgestellt. „Nach aktuellem Stand können wir den Bedarf auch in den kommenden Jahren sicher abdecken“.