Mitten zwischen Bayreuth und Kulmbach gelegen, vereint Neudrossenfeld vieles, was eine moderne Gemeinde ausmacht: eine gute Infrastruktur, starke Dorfgemeinschaften, ein reges Vereinsleben und eine hohe Lebensqualität. Seit wenigen Monaten steht mit Rainer Strobel ein neuer Bürgermeister an der Spitze der Kommune. Nach fast 35 Jahren bei der Sparkasse Kulmbach hat er bewusst einen neuen Weg eingeschlagen – und möchte die Entwicklung der Gemeinde aktiv mitgestalten.
Der Wechsel vom Bankwesen ins Rathaus sei für ihn kein Sprung ins Ungewisse gewesen. „Ich habe mein ganzes Berufsleben mit Menschen gearbeitet, Lösungen gesucht und Verantwortung übernommen. Heute sind die Bürgerinnen und Bürger meine Kunden“, sagt Strobel. Die Themen seien zwar andere, doch der Umgang mit Menschen und die Suche nach pragmatischen Lösungen stünden weiterhin im Mittelpunkt.
Besonders schätzt er die Stärken seiner Heimatgemeinde. Die Lage im Herzen Oberfrankens, die gute Verkehrsanbindung und die umfassende Versorgung seien wichtige Standortvorteile. Noch wichtiger sei jedoch das Miteinander. „Unsere Vereine, Feuerwehren und Dorfgemeinschaften sorgen für einen außergewöhnlichen Zusammenhalt. Das macht Neudrossenfeld lebens- und liebenswert“, betont der Bürgermeister.
Ein zentrales Projekt der kommenden Jahre ist die laufende Ortskernsanierung. Der erste Bauabschnitt hat bereits begonnen und bringt für viele Bürgerinnen und Bürger Einschränkungen mit sich. Strobel wirbt deshalb um Geduld und Verständnis. Bei den Arbeiten würden immer wieder Leitungen und Strukturen entdeckt, die in keiner Planung verzeichnet seien. „Was unter der Straße zum Vorschein kommt, überrascht uns fast täglich aufs Neue. Deshalb müssen wir oft kurzfristig reagieren“, erklärt er. Die Bauabschnitte eins und zwei sollen bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen werden. Parallel laufen bereits Überlegungen für die weitere Umgestaltung von Marktplatz und Ledergasse.
Große Investitionen stehen auch bei der Wasser- und Abwasserversorgung an. So wird die Silberquelle im Limmersdorfer Forst umfassend erneuert. Auch am Tiefbrunnen Pechgraben sind umfangreiche Modernisierungen notwendig. Hinzu kommen künftige Maßnahmen an der gemeinsamen Kläranlage mit Heinersreuth. „Diese Projekte sind technisch anspruchsvoll und müssen mit vielen Beteiligten abgestimmt werden. Eine gute Planung ist dabei entscheidend“, so Strobel.
Ein weiteres wichtiges Thema bleibt die Entwicklung der Gemeinde als Wohn- und Familienstandort. Das Baugebiet „Am Wald II“ ist nahezu vollständig bebaut. Mit dem geplanten Wohngebiet „Am Erlgraben“ sollen neue Flächen entstehen, die insbesondere junge Familien ansprechen. Darüber hinaus kann sich Strobel langfristig sogar eine Tiny-House-Siedlung vorstellen. Konkrete Planungen gebe es zwar noch nicht, die Idee halte er aber für spannend und zeitgemäß. Auch ein passendes Grundstück müsste erst noch gefunden werden.
Auch Bildung und Betreuung stehen auf seiner Agenda. Bereits im September geht eine neue viergruppige Kinderkrippe in Betrieb. Gleichzeitig sieht der Bürgermeister den Schulstandort vor Herausforderungen. Die großen Baugebiete in den 1980er- und 1990er-Jahren haben damals auch zu einem Zuwachs an Kindern geführt. In dieser Zeit wurde der Schulstandard entsprechend geprägt. Durch den Verbund mit Eckersdorf und Hummeltal sowie den Ausbau der Mensa konnte zudem eine gewisse Planungssicherheit geschaffen werden. Sinkende Schülerzahlen machten die Zukunftssicherung nicht einfacher. Umso wichtiger ist es, den Schulstandort zu erhalten – auch wenn dies keine einfache Aufgabe ist. „Mir ist es wichtig, Schule und Betreuung vor Ort zu erhalten und weiterzuentwickeln“, betont er.
Für die Zukunft hat sich Strobel außerdem vorgenommen, die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern auszubauen. Informationen sollen schneller und direkter fließen. Ein erster Schritt ist bereits umgesetzt: Über einen neuen WhatsApp-Kanal informiert die Gemeinde zeitnah über aktuelle Entwicklungen. Auch den Gemeinderat möchte er stärker in Entscheidungsprozesse einbinden.
Am Ende steht für ihn vor allem eines im Mittelpunkt: das besondere Lebensgefühl in Neudrossenfeld. „Wir haben hier eine einzigartige Mischung aus einem starken Kernort, lebendigen Dörfern und einer hervorragenden Gemeinschaft. Man kennt sich, man hilft sich und man erlebt vieles gemeinsam. Genau das macht Neudrossenfeld aus“, sagt Rainer Strobel.