Veröffentlicht am 31.03.2024 05:00

Wir feiern trotzdem Ostern!

Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (Archivbild: red)
Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (Archivbild: red)
Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (Archivbild: red)
Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (Archivbild: red)
Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (Archivbild: red)

So viele Tote durch Krieg und Terror: Wir hören von über 30.000 Toten und über 70.000 Verletzten im Gazastreifen in den vergangenen Monaten. In Israel sind am 07. Oktober 2023 beim Überfall der Hamas rund 1.200 Menschen ermordet worden. In der Ukraine wurden mehr als 10.000 getötete Zivilisten seit Kriegsbeginn offiziell erfasst, wahrscheinlich sind es viel mehr. Von den Soldaten auf beiden Seiten gar nicht zu reden. Und trotzdem feiern wir Ostern, auch in den Kriegsgebieten der Welt – auch die Christen in Palästina. „Wenn wir beten, dann beten wir für einen Frieden, für alle Menschen.“ sagte die 27-jährige Sally Azar in einem Interview zum Weltgebetstag. Sie ist die erste Pfarrerin der „Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land“ zu der Gemeinden in Jerusalem, Bethlehem, Amman, Ramallah, Beit Jala und Beit Sahour gehören.


Es bewirkt etwas, dass wir beten und das Osterfest, die Auferstehung Jesu Christi, feiern: Ich erlebe jedes Jahr von Neuem, wie ich von Hoffnung erfüllt werde. Es ist eine Hoffnung, die dem entspringt, was vor 2000 Jahren am ersten Osterfest geschah. Je schlimmer die Ereignisse in der Welt, desto fester – fast trotziger – wird meine Hoffnung. In der Gegenwart scheint das Böse manchmal übermächtig – auch in zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich denke an einen jungen Menschen, der von seinem menschenverachtenden Chef drangsaliert und entlassen wurde. Ich hatte Sorge um ihn, weil diese Boshaftigkeit kaum verkraftbar ist. Darum beteten wir für ihn. Die Liebe seiner Familie und das Unrechtsempfinden vieler Freunde halfen ihm durchs tiefe Tal. Nun hat er Hoffnung und einen neuen passenden Ausbildungsplatz. An vielen Orten der Welt verlieren Menschen durch boshaftes und grausames Handeln anderer, was ihnen lieb ist oder sogar ihr eigenes Leben. Jesus hat den Tod erlitten durch solche menschliche Grausamkeit. Doch Gott hat ihn auferweckt zum ewigen Leben. Und wir haben die Zusage Jesu: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ Ostern feiern heißt: Gott sieht die Opfer, bleibt bei ihnen, holt sie ins Leben – hier oder ins Leben bei ihm. Diesen Weg zum Leben, den Gott öffnet, kann niemand verstellen. Das gibt Hoffnung trotz allem. Wir feiern Ostern mit den Christen in aller Welt. Betend um den einen Frieden sind wir mit ihnen verbunden und in der Hoffnung, die nie stirbt, weil sie aus Gott kommt.

Ihnen allen ein hoffnungsvolles, frohes Osterfest!

Ihre Regionalbischöfin
Dr. Dorothea Greiner


Von Dr. Dorothea Greiner
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