Veröffentlicht am 07.05.2026 10:57

Weidenberg: Neuer Bürgermeister Böhner setzt auf Neue Mitte, Wohnen und Kulturbahnhof

Foto: jm
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Weidenberg liegt rund 15 Kilometer östlich von Bayreuth und zählt zu den reizvollen Gemeinden am Rand des Fichtelgebirges. Der Markt verbindet eine lange Geschichte mit ruhigem Wohnen im Grünen und einer guten Anbindung an die Stadt.

Das Ortsbild wird vom historischen Kern geprägt. Enge Gassen, sanierte Häuser und der Marktplatz bilden ein geschlossenes Ensemble. Die Pfarrkirche St. Michael ragt dabei als markanter Punkt heraus und bestimmt seit Jahrhunderten das Bild des Ortes.

Viele Gebäude im Altort wurden in den vergangenen Jahren sorgfältig erneuert. Sie geben Einblick in die Entwicklung eines Marktes, der schon im Mittelalter eine Rolle spielte. Auch die Geschichte als Handels- und Handwerksstandort ist noch sichtbar – etwa an alten Höfen, Mühlen und Werkstätten. Teile des Ortskerns stehen heute unter Denkmalschutz und zeigen fränkische Baukultur in ihrer typischen Form.

Die Landschaft rund um Weidenberg beginnt direkt vor der Haustür. Wiesen, Wälder und sanfte Hügel prägen die Umgebung.

Durch die Nähe zum Fichtelgebirge ist der Ort ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren. Viele Wege führen durch die abwechslungsreiche Natur. Auch im Winter nutzen Besucher die Region, etwa zum Langlaufen oder für Spaziergänge durch die verschneite Landschaft.

Trotz seiner überschaubaren Größe ist das Leben im Ort lebendig. Vereine, Musikgruppen und Initiativen sorgen für ein aktives Miteinander. Feste und Veranstaltungen stärken den Zusammenhalt. Tradition hat dabei weiterhin ihren Platz, gleichzeitig entwickelt sich die Gemeinde weiter. Neue Wohngebiete und Projekte in der Infrastruktur zeigen diesen Wandel.

Ein wichtiger Vorteil ist die Lage. Bayreuth ist schnell erreichbar – sowohl mit der Bahn als auch über gut ausgebaute Straßen. Viele Pendler schätzen diese Verbindung. Familien finden vor Ort ein breites Angebot: Kindergärten, Schulen und Freizeitmöglichkeiten sind vorhanden, ohne dass der dörfliche Charakter verloren geht.

Die Wirtschaft ist vor allem mittelständisch geprägt. Handwerksbetriebe, Dienstleister und kleinere Unternehmen sichern Arbeitsplätze. Auch die Landwirtschaft spielt weiterhin eine wichtige Rolle und prägt das Erscheinungsbild der Region.

So zeigt sich Weidenberg als Ort, der Geschichte, Natur und Lebensqualität verbindet. Die Mischung aus gewachsenem Ortsbild, aktiver Gemeinschaft und guter Lage macht die Marktgemeinde zu einem attraktiven Wohn- und Ausflugsziel im Raum Bayreuth.

Der neue Bürgermeister von Weidenberg, Matthias Böhner, startet mit klaren Zielen in seine Amtszeit. Die Wahl bezeichnet er als großen Vertrauensbeweis. Sinngemäß sagt er, er habe sich über die Unterstützung aus der Bevölkerung sehr gefreut.

Böhner bringt viel Erfahrung mit. Er war 33 Jahre bei der Sparkasse tätig. „Mit Finanzen kenne ich mich gut aus“, erklärt er. Dieses Wissen will er nun für die Gemeinde nutzen. In den vergangenen Jahren habe Weidenberg viel erreicht. „Wir konnten unsere Schulden deutlich senken“, sagt er. Die Verschuldung sei von rund 14 bis 15 Millionen Euro auf etwa fünf Millionen Euro gesunken. Gleichzeitig habe die Gemeinde rund 70 Millionen Euro investiert. „Das ist eine Leistung, auf die wir stolz sind“, so Böhner. Möglich geworden sei das auch durch staatliche Hilfen und eine klare Haushaltsstrategie.

Ein zentrales Projekt bleibt die sogenannte „Neue Mitte“. Dort wurde im Ortskern ein Nahversorger angesiedelt. „Früher war das eine Brache. Heute ist es ein wichtiger Treffpunkt“, erklärt der Bürgermeister. Das Projekt sei anfangs umstritten gewesen, habe sich aber bewährt. Nun soll die Entwicklung weitergehen. Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Das ist die Grundlage, um Fördermittel zu bekommen und die Neue Mitte weiter auszubauen“, sagt Böhner.

Auch der Bahnhof steht im Fokus. „Das Gebäude ist sanierungsbedürftig. Unser Ziel ist ein Kulturbahnhof“, erklärt er. Zudem denkt die Gemeinde über eine Veranstaltungshalle nach. „Wir brauchen einen Ort für Vereine und Veranstaltungen“, sagt Böhner. Auch für Jugendliche fehle aktuell ein fester Treffpunkt. Ideen gebe es, konkrete Pläne müssten aber noch erarbeitet werden.
Beim Thema Wohnen sieht der Bürgermeister dringenden Bedarf. „Wir brauchen neue Baugebiete“, betont er. In Neunkirchen sollen rund 22 Bauplätze entstehen, in der Aue direkt in Weidenberg weitere neun sowie ein Mehrfamilienhaus. „Die Nachfrage ist hoch. Kleinere Baugebiete haben sich bewährt und waren schnell vergeben“, so Böhner.

Weidenberg sei besonders für Familien attraktiv. „Wir haben alles vor Ort: Betreuung, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung“, sagt er. Dazu komme die Lage am Rand des Fichtelgebirges. „Die Natur bietet viele Möglichkeiten zur Erholung.“ Eine große Stärke seien die Vereine. „Wer neu herzieht, findet hier schnell Anschluss“, betont der Bürgermeister.

Im Tourismus sieht Böhner keinen akuten Handlungsdruck. Wichtiger sei ihm die Entwicklung des kulturellen Lebens. Traditionelle Veranstaltungen wie der Andreasmarkt sollen gestärkt werden.

Auch die frühere Kellernacht soll zurückkehren. „Solche Formate beleben den Ort“, sagt er. Rund um die Neue Mitte wünscht er sich mehr Leben – etwa durch ein Café oder kleine Angebote.

Auch der historische Ortskern birgt Potenzial. „Wir wollen Unter- und Obermarkt wieder stärker beleben“, erklärt Böhner. Leerstehende Räume oder Sandsteinkeller könnten zeitweise genutzt werden, etwa für Ausstellungen oder kleine Läden. „Viele Menschen haben das bereits sehr positiv aufgenommen“, sagt er.

Eine weitere Idee ist ein Markt für örtliche Betriebe. „Unternehmen könnten sich präsentieren und ihre Produkte zeigen“, so Böhner. Das stärke die lokale Wirtschaft und den Zusammenhalt.

Wichtig ist ihm der direkte Kontakt zu den Bürgern. „Ich möchte offen und auf Augenhöhe kommunizieren“, betont er. Er wolle präsent sein und das Gespräch suchen – auch mit Unternehmern. Denkbar sei ein regelmäßiges Treffen zum Austausch. Für den Bürgermeister zudem denkbar, sei eine Veranstaltung, bei der sich die Weidenberger Unternehmen connecten können.

Neben Wohnbauprojekten soll auch das Gewerbegebiet in Lehen weiterentwickelt werden. Das neue Feuerwehrhaus in Untersteinach steht kurz vor der Fertigstellung. Auch Themen wie Katastrophenschutz rücken in den Fokus. Für Böhner steht fest: „Weidenberg ist ein lebenswerter Ort – und das soll auch in Zukunft so bleiben.“ Aber eins ist ihm wichtig zu sagen: „Weidenberg liegt mir am Herzen und soll weiterhin ein attraktiver Ort zum Leben sein!“


Von Jessica Mohr
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