Was für ein kurioses Ding! 10:7-Sieg der Tigers

BAYREUTH – Was für ein Ding! In einem der kuriosesten Eishockeyspiele der jüngeren Bayreuther Geschichte gewannen die Tigers gegen die Löwen aus Frankfurt mit 10:7 (2:4, 3:2, 5:1) und  können etwas durchatmen, auch da man die rote Laterne an den EV Landshut abgegeben hat. Die zweitbeste Nachricht des Tages: Der nach neun Minuten verletzt ausgeschiedene Simon Karlsson scheint nicht schwerer verletzt.

0:3 nach nicht einmal 13 Minuten

Nach 13 Minuten schwante den leidgeprüften Bayreuther Anhängern, es kamen immerhin 1523 in den Tigerkäfig, ganz böses. Dreimal musste Goalie Brett Jaeger das Spielgerät aus seinem Kasten holen, 12 Minuten und 48 Sekunden waren da gespielt. Jaeger durfte sich danach das Geschehen von der Bank aus mit ansehen. Und wie viele andere kam er aus dem Kopfschütteln kaum mehr heraus. Aus verschiedensten Gründen. Zum einen, da die Frankfurter zwei Aufholjagden der Hausherren eiskalt konterten. Sowohl nach dem 2:3 als auch nach dem 4:5 waren die Rheinhessen hellwach, zogen postwendend wieder auf drei (2:5) und zwei Tore (4:6) davon. Doch davon ließen sich die Kujala-Schützlinge nicht aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegenteil. 16 Sekunden vor Ende des Mitteldrittels war es Drew Melanson, Spieler des Spiels auf Bayreuther Seite, der mit seinem Anschlußtreffer für ein offenes Spiel sorgte. Er und Ville Järvelainen trafen am Ende jeweils dreimal, Juuso Rajala sandte zweimal ein, Tyler Gron und Tomas Schmidt sorgten für die restlichen Torerfolge.

Fünf Tore in neun Minuten

Richtig furios wurde es dabei im Schlussdrittel. Binnen neun Minuten trafen die Hausherren fünfmal, ließen sich auch von Roope Rantas Treffer zum 9:7 nicht aus der Bahn werfen und legten nur 57 Sekunden später nach. Neben sechs Toren sahen die Zuschauer auch noch drei Unterbrechungen aufgrund des konsultierten Videobeweises, mehrere Pfosten- und Lattentreffer und vor allem eines: Ein überragendes Überzahlspiel. Die Tigers, bislang schwächste Powerplay-Mannschaft der Liga zeigten, dass sie es doch können. Die Hälfte aller Treffer fiel in Überzahlsituationen. Fast noch bemerkenswerter: Bis zur letzten Strafzeit der Frankfurter nutzte die Special-Aufstellung der Gastgeber jede einzelne Powerplaysituation zu einem Torerfolg. Ganz zur Freude von Brett Jaeger an der Bande. Schließlich war er am Ende von vier auf beiden Seiten eingesetzten Keepern derjenige, der am seltensten hinter sich greifen musste. Hätte ihm das einer nach 12 Minuten und 48 gespielten Sekunden erzählt. Jaeger hätte vermutlich nur mit dem Kopf geschüttelt.

Andi Bär