Veranstaltungen in Bayreuth: Ausstellung „Jüdisches Bayreuth“ noch bis Monatsende

BAYREUTH. Anlässlich des Jahresthemas 1.700 Jahre jüdisches Leben zeigt das Historische Museum der Stadt Bayreuth derzeit in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde und dem Kulturamt die Ausstellung „Jüdisches Bayreuth“. Sie ist noch bis Sonntag, 29. August, täglich von 10 bis 17 Uhr, im Alten Schloss, Maximilianstraße 6, zu sehen. Am Dienstag, 24. August, ab 16 Uhr, stehen Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs für Fragen und Auskünfte zur Ausstellung zur Verfügung.

 Ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321 ist das älteste überlieferte Zeugnis jüdischen Lebens in Deutschland. Die Geschichte der Bayreuther jüdischen Gemeinde reicht bis ins Mittelalter zurück. Seit dem 13. Jahrhundert finden sich Belege für die Existenz, aber auch für die Verfolgung der Juden in der Stadt. Erst die Regierungszeit des Markgrafen Friedrich brachte ein hohes Maß an Sicherheit. 1759 verkaufte er das markgräfliche Redouten- und Komödienhaus an den seit rund zehn Jahren in Bayreuth ansässigen Moses Seckel, der hier eine Synagoge einrichten durfte.  Am 15. März 1760 fand die erste Sabbatfeier in der Synagoge statt. Die erst kürzlich aufwändig renovierte Synagoge ist seit mehr als 260 Jahren ein markantes bauliches Zeugnis und die älteste noch betriebene Synagoge in Deutschland.

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Das 19. Jahrhundert brachte dann schrittweise die rechtliche Gleichstellung der jüdischen mit den christlichen Bürgern. In der Epoche des Deutschen Kaiserreichs hatte Bayreuth eine florierende jüdische Gemeinde, deren Mitglieder als Geschäftsinhaber, Ärzte und Rechtsanwälte Ansehen genossen, öffentliche Ämter und Ehrenämter bekleideten. Die nationalsozialistische Barbarei mit Deportationen und Massenmord vernichtete diese Gemeinde.

Die heutige Israelitische Kultusgemeinde in Bayreuth zählt mehrere hundert Mitglieder. Wand an Wand mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus entsteht derzeit um die Synagoge ein neuer Baukomplex: Die moderne Mikwe, das rituelle Tauchbad, wurde 2013 fertiggestellt und wird „als reinste Mikwe Europas“ – so der Londoner Spezialist Rabbi Meir Posen – von einem artesischen Brunnen gespeist. Gegenüber in dem Gebäude der ehemaligen Münze von 1778 entsteht ein neues jüdisches Kultur- und Gemeindezentrum mit Museumsräumen, Archiv und Bibliothek, koscherem Café und Räumen für die jüdische Gemeinde. Die bei ersten Renovierungsarbeiten im Dachstuhl der Synagoge im Jahr 2010 gefundene Genisa, deren Fundstücke bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, wird dort zu sehen sein.

Auf zahlreichen reich bebilderten Schautafeln werden in der Ausstellung Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinde sowie in das vielfältige jüdische Leben in der Stadt vom Mittelalter bis heute vermittelt.

red