Tigers geben die rote Laterne dank überragendem Powerplay ab

CRIMMITSCHAU / BAYREUTH – Was für ein Ausrufezeichen zum Schluss! Mit einem 6:0-Kantersieg (0:1, 0:3, 0:2) haben die Bayreuth Tigers die rote Laterne in der DEL 2 an den Gastgeber Eispiraten Crimmitschau abgegeben. Der Erfolg hatte dabei eine aussergewöhnliche Basis: Nur vier Strafzeiten kassierten die Westsachsen. Doch alle vier nutzten die Kujala-Schützlinge zu Torerfolgen!

Jeder dritte Schuss landet hinter der Linie

Damit ist der Schlüssel zum Sieg schnell ausgemacht. Noch viel kurioser mutet dieser an, blickt man auf die Schussstatistik in Crimmitschau: Während der neue Inhaber der roten Laterne das erneut von Brett Jaeger gehütete Tor 40mal anvisierte, gaben die Bayreuth Tigers gerade einmal 18 Schüsse auf den gegnerischen Kasten ab – kommen somit auf eine schier sagenhafte Ausbeute von 33-prozentiger Trefferquote. “Normal schießen wir zu wenig auf Tor”, so ein völlig zerknautschter Eispiraten-Trainer Daniel Naud nach der Partie, “heute haben wir das gemacht und treffen nicht.” Auch Tigers-Coach Petri Kujala war bei ihm. “Es war sicherlich kein typisches 6:0-Spiel”, gestand er unumwunden ein. Welch Wunder. Bis zum Führungstreffer der Tigers, die die erste Strafzeit der Hausherren durch Martin Heider (18.) eiskalt bestraften, deutete nur wenig auf einen Auswärtssieg hin. Mit dem Treffer im Rücken änderte sich allerdings nicht viel.

Järvelainen in Torlaune

In Durchgang zwei ein kaum verändertes Bild. Crimmitschau erspielte sich viele und gute Chancen, Pfosten, Latte und ein blendend aufgelegter Brett Jaeger sicherten die knappe Führung. “Er hat heute ein sehr starkes Spiel gemacht”, lobte Kujala seinen Goalie. Und der durfte gleich dreimal jubeln. Erst war es Tomas Schmidt, der in Überzahl einnetzte, ehe Ville Järvelainen gleich doppelt – einmal in Überzahl, zwei Minuten später (31./33.) in nummerischer Gleichzahl auf dem Eis – einsandte. Die Partie war gelaufen. Den Schlusspunkt setzte letztlich Martin Heider mit seinem zweiten Treffer. “Der Sieg war klarer, als es das Spiel war”, gestand Petri Kujala unumwunden ein. Ihm wird es egal gewesen sein. Die rote Laterne wandert über den Jahreswechsel nach Sachsen. Das wie, das interessiert in wenigen Tagen niemanden mehr. Dann steht der Doppelpack gegen Frankfurt auf dem Programm.

Crimmitschau: Arnsperger, Bitzer –Thomas,Wishart, Schietzold(4), Olleff, Kaisler, Halbauer–Walsh,Schlenker, Fyten, Pohl, Knotek, Demmler, Kuchejda, Wahl(4), Grygiel, Vantuch, Körner

Bayreuth: Jaeger, Herden –Martens,Veisert, Heider(2), Grosse, Schmidt, Karlsson, Mannes, Nijenhuis –Rajala,Busch, Neuert, Kolozvary, Järveläinen, Bartosch, Lillich, Melanson, Bernhardt, Gron, Kunz

Strafen: Crimmitschau: 8, Bayreuth:2; Powerplay: Crimmitschau: 0/1, Bayreuth: 4/4;

Zuschauer: 3.554

Tore: 0:1 (19.) Heider (Järveläinen, Schmidt) PP1, 0:2 (29.) Schmidt (Järveläinen, Kolozvary) PP1, 0:3 (31.) Järveläinen (Schmidt, Kolozvary)PP1, 0:4 (33.) Järveläinen (Busch, Lilich), 0:5 (43.) Gron (Neuert), 0:6 (52.) Heider (Karlsson, Rajala) PP1

Andi Bär