Stichwahl in Zeiten der Corona-Krise

BAYREUTH. Am 15. März konnte keiner der OB-Kandidaten eine Mehrheit erzielen. Per Brief entscheiden die Bayreuther nun, wer Stadtoberhaupt wird oder bleibt.

Hände schütteln, persönliche Gespräche, Broschüren verteilen – im Wahlkampf gilt es, Präsenz zu zeigen. Doch daran war in den vergangenen Wochen und ist auch in den kommenden Tagen nicht zu denken.  Die Corona-Krise hat Bayreuth fest im Griff. Das Virus ist zudem der Grund, warum die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt am kommenden Sonntag, 29. März, als reine Briefwahl durchgeführt wird.

Derzeit werden die dazu entsprechenden Unterlagen an rund 59.200 Stimmberechtigte versandt. Hierbei kann es in Einzelfällen zu Rückläufen postalisch nicht zustellbarer Sendungen kommen. Das Wahlamt der Stadt hat für diese Fälle eine Anlaufstelle eingerichtet. „Die Abwicklung der Stichwahl als komplette Briefwahl hat das Wahlamt vor enorme Herausforderungen gestellt“, sagt  der städtische Pressesprecher Joachim Oppold. „Wir benötigten viel mehr Briefwahlunterlagen, als ursprünglich gedacht. Entsprechende Nachbestellungen waren erforderlich. Jeder Wahlzettel musste gefaltet und per Hand eingetütet werden“, so Oppold.

Der Versand der Briefwahlunterlagen  wird sich voraussichtlich über mehrere Tage erstrecken. Wer bis Freitag, 27. März, keinen Wahlschein mit Briefwahl-unterlagen erhalten hat, ist aufgefordert, sich beim Wahlamt im Neuen Rathaus, Luitpoldplatz 13, Telefon 0921/251286, zu melden. Die Briefwahlunterlagen mit dem ausgefüllten Stimmzettel können bis zum Wahlsonntag, 29. März, 18 Uhr, im Rathaus abgegeben werden.

Bei der Stichwahl tritt  Bürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) gegen die Amtsinhaberin Brigitte Merk-Erbe (BG) an. Bei der Wahl am vergangenen Sonntag lieferten sich beide Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Konkurrenten von der SPD, Andreas Zippel. Schließlich lag Thomas Ebersberger mit 26 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen knapp vorne. Mit einem halben Prozentpunkt weniger musste sich Brigitte Merk-Erbe zufrieden geben.

Der Wahlkampf läuft derzeit mit wenigen Mitteln, die  Positionen liegen jedoch längst auf dem Tisch: Brigitte Merk-Erbe beispielsweise hält an einem Schuldenabbau fest, Thomas Ebersberger hält derzeit Investitionen und deren schnelle Umsetzung für sinnvoller.

Brigitte Merk-Erbe bezeichnet das Förderszenario für die Stadthalle als gut, Thomas Ebersberger hält Nachverhandlungen bei den Zuschüssen und eine bessere Kostenkontrolle für wichtig. Dass eine schnellere Umsetzung von Baugenehmigungen bei Gewerbeansiedlungen notwendig ist, darüber sind sich beide Kandidaten einig.

gmu