SpVgg Bayreuth: “Habe hier alles, was ich brauche” (update)

BAYREUTH. Das Corona-Virus hat die Sportwelt aktuell zu ganz großen Teilen stillgelegt. Auch die SpVgg Bayreuth muss pausieren, der Spielbetrieb wurde bis mindestens 19. April ausgesetzt.

Der Schlussmann und seine Teamkollegen müssen sich nun gedulden. Es ist noch nicht klar, wann und ob diese Saison fortgesetzt werden kann. Aber eines ist seit der vergangenen Woche schon klar: Der Torwart wird auch im kommenden Jahr zwischen den Pfosten der Altstadt stehen. Kolbes Arbeitspapier wurde um eine Saison verlängert.

Wir haben uns mit dem Keeper unterhalten. Neben dem Sportlichen war natürlich auch die Corona-Ausnahmesituation ein Thema.

BTSZ: Die Situation rund um die Verbreitung des Corona-Virus ist für alle neu und herausfordernd. Der Bayerische Fußballverband hat die Spiele der Regionalliga Bayern zunächst bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Wie geht die SpVgg Bayreuth damit um?

Sebastian Kolbe: Wir trainieren aktuell nicht als Mannschaft.  Wir wollen damit dazu beitragen, dass sich das Virus nicht noch mehr verbreitet. Wir haben alle unsere individuellen Laufpläne und Fitnessübungen, die man zu Hause durchführen kann.

BTSZ: Wie meistern Sie die Situation?

Sebastian Kolbe: Ich mache ein Fernstudium, aber auch da wurden alle Praxisveranstaltungen und Prüfungen auf Eis gelegt. Nebenbei bin ich bei Siemens Werkstudent, dort wurde auf Homeoffice umgestellt. Ich bin aktuell fast nur zu Hause, verlasse das Haus nur, wenn es unbedingt sein muss. Meine sozialen Kontakte sind sehr eingeschränkt.

BTSZ: Ist das aktuell die richtige Entscheidung?

Sebastian Kolbe: Ja, auf jeden Fall. Am Ende geht es darum, uns selbst und die Menschen, die davon wirklich betroffen sind und Probleme bekommen, zu schützen und ihnen zu helfen. Deswegen sollten wir alle unseren Teil dazu beitragen und nicht aus irgendwelchen Gründen Risiken eingehen.

BTSZ: Glauben Sie, dass die Regionalliga-Saison noch zu Ende gespielt werden kann?

Sebastian Kolbe: Ich kann es nicht einschätzen. Es wird sehr schwer. Von der Anzahl der Spiele her wäre es für uns machbar, aber natürlich sollte man kein Risiko eingehen. Für uns Spieler ist es keine erfreuliche Situation. Wir trainieren jetzt für uns selbst. Weitere Austragungstermine sind derzeit nicht absehbar, aber wir hoffen natürlich, die Saison noch beenden zu können.

BTSZ: Kommen wir trotz der aktuell angespannten Lage einmal auf das Sportliche zu sprechen. Sie haben ihren Vertrag in Bayreuth um ein weiteres Jahr verlängert!

Sebastian Kolbe: Ich bin jetzt seit zwei Jahren im Verein und fühle mich sehr wohl. Die Entwicklung ist sehr positiv. Ich habe in Bayreuth alles, was ich brauche. Die Strukturen gefallen mir sehr gut. Auch wie sich alles entwickelt, ist echt top. Die Fans der SpVgg sind super. Für mich ist es eigentlich das erste Mal, dass ich so einen Fansupport erlebe.

BTSZ: Gab es auch Angebote von anderen Vereinen?

Sebastian Kolbe: Ich muss ehrlich sagen, damit habe ich mich gar nicht beschäftigt. Bayreuth war der erste Verein, der auf mich zugekommen ist.  Die Gespräche liefen ziemlich gut und wir konnten uns umgehend einigen. Deshalb habe ich mich um andere Vereine auch nicht weiter gekümmert.

BTSZ: Auch Patrick Weimar und Philip Messingschlager haben verlängert.  Denken Sie, der Mannschaftskern bleibt größtenteils in Bayreuth?

Sebastian Kolbe: Natürlich tut es gut, wenn erste Spieler so frühzeitig verlängern. Auch für die anderen Spieler ist das ein gutes Zeichen. Uns zeichnet die Gemeinschaft aus, es macht sehr viel Spaß mit den Jungs zu kicken. Ich bin guter Dinge, dass wir viele Spieler hier in Bayreuth halten können.

BTSZ: Rund um den Verein tut sich auch einiges. Wie nehmen Sie diese Entwicklung wahr?

Sebastian Kolbe: Ich glaube als Sportler willst du immer das Maximum erreichen. Klar ist die  3. Liga ein Traum. Aber wir fahren gut damit, dass wir einfach Saison für Saison immer besser werden wollen. Das bedeutet aber auch, dass sich auch das Umfeld entsprechend entwickelt. Der Trainingsplatz war ein guter Schritt, aber es muss sich noch einiges tun. Wir als Spieler müssen natürlich weiter reifen. Wir spielen eine gute Saison, sind derzeit aber noch nicht gut genug, um aufzusteigen.  Klar wollen wir das Maximum und werden darauf hinarbeiten, doch irgendwann den Traum von der 3. Liga zu verwirklichen.

Das Gespräch führte führte unser Redakteur Mirko Strässer.