Maria Tokar-Philipp
Psychologische Psychotherapeutin
Erlanger Str. 44-46
95444 Bayreuth
0921/99008687

Ratgeber Gesundheit: Psychotherapie – Gruppen- oder Einzeltherapie?

Der Schritt, sich in eine psychotherapeutische Behandlung zu begeben, fällt den Betroffenen nicht leicht. Die Belastungen der letzten Jahre führen bei immer mehr Menschen zum Beginn einer psychischen Erkrankung. Die Wartezeiten für eine ambulante Behandlung sind lang. In der Psychotherapie Praxis Tokar-Philipp werden neben Einzeltherapien auch Gruppentherapien angeboten. Die Wartezeiten für eine Gruppentherapie sind geringer als für eine Einzeltherapie, da mehrere Menschen zur gleichen Zeit eine Behandlung bekommen.

Ablauf der Psychotherapie
Zunächst wird eine ausführliche Testdiagnostik durchgeführt. Das heißt, die Patienten füllen vor dem Erstgespräch Fragebögen aus, die die Symptomatik gut erfassen und unterschiedliche Krankheitsbilder und deren Schwere aufzeigen. Anschließend findet das Erstgespräch statt. Aus diesem Erstgespräch und dem Ergebnis der Fragebögen können nun Empfehlungen gegeben werden. Dazu können zählen, die Teilnahme an einer Einzel- oder Gruppentherapie oder auch andere Maßnahmen wie Beratungssitzungen.

Was genau ist eigentlich eine Gruppentherapie und was wird da gemacht?
Es nehmen mehrere Menschen an einer Gruppensitzung teil. Diese dauert 100 Minuten. Es werden Inhalte zu unterschiedlichen psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen vermittelt. Auch werden in allen Gruppen allgemeine Themen wie Entspannung und die sogenannte Achtsamkeit vermittelt. Weitere Themen können sein, Reduktion vom Grübeln, Aufbau von Freude, Interesse und Antrieb. In den Gruppentherapien werden Fertigkeiten vermittelt, um die vorhandenen Symptome abbauen zu können.

Der Vorteil einer Gruppentherapie ist das sogenannte Lernen am Modell. Nur hier gibt es die Möglichkeit, neue und funktionale Verhaltensweisen an anderen Teilnehmern zu beobachten und gegebenenfalls für sich anzueignen. Auch können in der Gruppe Strategien erarbeitet werden, die auf ein konkretes Problem eines Teilnehmers abzielen. Sie selbst bestimmen, in wie weit Sie sich in die Gruppe einbringen oder von sich selbst preisgeben wollen. Eine der Gruppenregeln lautet, dass jeder das einbringt, was ihm möglich ist. Ein aktives Zuhören reicht schon völlig aus. Die Stunden sind klar strukturiert, es gibt einen vorgegebenen Inhalt, welchen die Teilnehmer mit ihren Alltagsbeispielen füllen können.

Welche Faktoren wirken bei einer Gruppentherapie?
• Über die Zeit wird ein Gefühl von Zusammengehörigkeit entwickelt und die Teilnehmer erleben, dass sie nicht allein sind.
• Die Teilnehmer erleben Akzeptanz und Unterstützung, wenn sie ihre Probleme mitteilen, auch wenn es Überwindung kostet. Auch lernen sie mit den Gefühlen, die dabei entstehen, umzugehen.
• Die Gruppe vermittelt Hoffnung, dass die Probleme bewältigt werden können.
• Der Selbstwert und die Selbstwirksamkeit werden mit der Zeit gestärkt. Die Teilnehmer erleben, dass durch die Anwendung der neuen Strategien, sie tatsächlich was verändern können und lernen auf ihre Bedürfnisse und Gefühle zu achten.
• Die Teilnehmer bekommen Feedback und geben Feedback, dies führt langfristig zu einer besseren Reflexion des eigenen Erlebens und Verhalten.
• Aufgrund der Anzahl von mehreren Teilnehmern, können die Teilnehmer voneinander lernen, sich Rückmeldung geben und sich Mut zusprechen.
• Die Teilnehmer können lernen ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen. Neue Denk-, Verhaltens- und Bewältigungsweisen und soziale Kompetenzen erlernen. Soziale Kompetenzen beziehen sich auf: Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen und äußern, Abgrenzung, Nein sagen und angemessen mit Kritik und Konflikten umgehen.
• Die Teilnehmer erlernen die Gefühle von anderen besser wahrzunehmen und zu erkennen.
• Es können neue Erfahrung bezüglich sozialer Interaktionen erlernt werden. Die Teilnehmer zeigen das gleiche Verhalten wie in der Herkunftsfamilie, sodass durch die Rückmeldungen des Therapeuten und der Gruppe überprüft werden kann, ob das Verhalten adäquat ist, oder ob etwas verändert werden sollte.
• Anhand von Rollenspielen können im geschützten Umfeld neue Verhaltensweisen eingeübt werden.
• Auch in der Gruppe können individuelle Lösungsmöglichkeiten für Problemstellungen erarbeitet werden und als Hausaufgabe im häuslichen Umfeld eingeübt werden.