Dr. Karin Hüttner
Ärztliche Leiterin des Adipositaszentrums am Klinikum Bayreuth

Dass Bewegung und Sport für sie mal so wichtig werden würden, davon träumen die allermeisten Patientinnen und Patienten des Adipositaszentrums der Klinikum Bayreuth GmbH in der Klinik Hohe Warte zu Beginn ihrer Therapie nicht einmal. Aber so ist es.

„Immer wieder erzählen uns Patientinnen und Patienten, die zur Nachsorge kommen, dass es für sie ohne Bewegung nicht mehr geht“, sagt Dr. Karin Hüttner, sie ist Ärztliche Leiterin des Adipositaszentrums.

Ein Training für alle, egal wie fit der Einzelne ist? Das gibt es am Bayreuther Adipostaszentrum nicht. „Unsere Bewegungstherapie ist immer patientenorientiert“, sagt Dr. Hüttner. Am Anfang sind es vielleicht zehn Minuten Gymnastik, sitzend auf einem Stuhl. Schritt für Schritt geht es weiter, Bewegung im Wasser, dann moderates Üben von Kraft und Ausdauer im Medizinischen Trainingsraum. Die Klinik Hohe Warte ist dafür bestens ausgestattet. Ziel ist es, mindestens 2,5 Stunden pro Woche Bewegungs- und Ausdauertraining zu schaffen.

Wer weg will vom krankhaften Übergewicht und von den damit verbundenen Folgeerscheinungen, der kommt nicht an der Bewegung vorbei. Bewegung, Ernährung, wenn das nicht ausreicht, eine Operation: „Das sind die drei Säulen unserer Therapie“, sagt die Ärztliche Leiterin. „Und sie sind alle gleich wichtig.“ Denn mit einer Operation allein ist mittel- bis langfristig nicht viel gewonnen. Gegen Adipositas gewinnt nur, wer sein Leben dauerhaft verändert. Gesund ernähren und ausreichend bewegen, gehört zu einer solchen Lebensveränderung.

Schonende OP-Methoden
„Wenn der konservative Therapieversuch nicht geklappt haben sollte“, sagt Dr. Hüttner, „legen wir gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten die individuell passende Methode der Magenoperation fest.“ Schlauchmagen, Magenbypass oder eine Umwandlungsoperation, wenn bereits ein Magenband eingesetzt ist: So wie die gesamte interdisziplinäre und ganzheitliche Therapie des Zentrums, erfolgen auch die chirurgischen Eingriffe nach den neusten und strengsten Qualitätsleitlinien. In den allermeisten Fällen operieren die Mediziner der Klinikum Bayreuth GmbH schonend mit Hilfe des Schlüssellochverfahrens. Für Adipositaspatienten ist gerade dies ein wichtiger Faktor, denn viele von ihnen haben mit Begleiterkrankungen zu kämpfen.

Bluthochdruck und Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall, offene Beine und Gelenk- oder Wirbelsäulenprobleme, Gicht, Gallenblasensteine oder Unfruchtbarkeit. All das können sehr ernste Begleiterkrankungen sein. „Für uns ist es schön zu sehen, wenn Patientinnen und Patienten nicht nur Gewicht verlieren, sondern auch von den Folgeerkrankungen genesen“, sagt Anastasia Muserowski, die als Koordinatorin alle organisatorischen Abläufe bis hin zur Kostenübernahme im Blick hat. Patientinnen und Patienten sollen sich so gut wie möglich auf die Therapie konzentrieren können.

„Wer erfolgreich sein will, braucht den festen Willen zur Veränderung,“ sagt Dr. Karin Hüttner. „Konservative Therapie oder Operation können nur unterstützen.“