Protest! Bayreuther Dekan a.D. Hans Peetz spricht über Kunst aus theologischer Perspektive

BAYREUTH. Theologische Gedanken zur Ausstellung „German Pop. Norddeutsche Realisten“ am Dienstag 17. Januar 2023 um 20 Uhr im Kunstmuseum Bayreuth.  Der Bayreuther Dekan a.D. Hans Peetz wird sich dem Thema aus protestantischer Sicht nähern. Der Eintritt ist frei.

Viele der ausgestellten Werke entstanden in den „68er-Jahren“ oder befassten sich später mit den deren Themen – so wie Ulrike Andresens „Benno Ohnesorg“ aus ihrem Todesjahr 2006. Das Bild, das den 1967 bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien ermordeten Berliner Studenten und Pazifisten tot in einer Blutlache am Boden liegend zeigt, wurde zu einer Ikone der Studentenbewegung, ja eines gesellschaftlichen Umbruchs insgesamt.


Pop Art in Amerika, besonders bekannt durch Andy Warhols Marilyn Monroe, reproduziert vor allem Ikonen des Konsums und der Unterhaltungsindustrie. Die ausgestellten Werke des „German Pop“ ähneln im Stil, aber sie sind mehrheitlich Ausdruck des Protests – auch gegen die Konsumgesellschaft.

Protest ist ein durchgängiges Thema der Bibel und der Theologie – nicht nur bei „Protestanten“. Besonders die alttestamentlichen Propheten prangerten öffentlich gesellschaftliche Missstände an. Ihre Kritik unterstreichen sie mit symbolischen Handlungen. Johannes der Täufer kritisierte die reiche Oberschicht der Hauptstadt besonders hart. Und Jesus selbst griff – bei aller Friedfertigkeit und Vergebungsbereitschaft – gegen die Kommerzialisierung der Religion zu gewaltsamen Methoden des Protests.

red