Nachrichten Bayreuth: Nichts mit Awaaf am 11.11.

BAYREUTH. Am kommenden Mittwoch, 11. 11., hätten die Mitglieder der drei Bayreuther Faschingsgesellschaften das Rathaus gestürmt, den Rathausschlüssel entwendet und Oberbürgermeister Thomas Ebersberger für die nächsten Wochen entmachtet. Daraus wird in diesem Jahr nichts.

Turnusgemäß wäre das Prinzenpaar aus den Reihen der Faschingsgesellschaft Schwarz-Weiß gekommen. Präsident Reinhard Opel gegenüber der Bayreuther Sonntagszeitung: „Unser Prinzenpaar war benannt und teilweise schon die Kleidung angeschafft. Der Oberbürgermeister bot an, das Prinzenpaar im Rathaus zu empfangen“, sagt Reinhard Opel. „Wir wollten die Namen aber nicht bekanntgeben, weil es zu keinen weiteren Auftritten gekommen wäre. In der Saison 2021/22 werden wir das Prinzenpaar erneut stellen.“

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Sämtliche Faschingsgesellschaften bedauern, dass für die aktiven Tänzerinnen und Tänzer keine Auftritte möglich sind. „In den vergangenen Monaten wurde zu Hause vor dem Bildschirm trainiert, das werden wir auch in den nächsten Wochen so beibehalten“, sagt Reinhard Opel. „Für uns zählt nicht ausschließlich der sportliche Aspekt, sondern viel mehr das Aufrechterhalten der Gemeinschaft.“
Das meint auch Mohrenwäscher-Präsident Jürgen Völkel: „Unsere sozialen Flügel sind sehr gestutzt. Es fehlen die Kontakte zu Vorstandsmitgliedern, dem Elferrat, den aktiven Tänzerinnen, Trainerinnen, Betreuerinnen und den Eltern. Unsere Tanzsportabteilung hat seit dem Lockdown im März zum Teil unter abenteuerlichen Bedingungen trainiert und sich auf den Faschingsauftakt entsprechend vorbereitet. Hier sitzt die Enttäuschung sehr tief“.

Bei den Hexen wurde seit Anfang Juni wieder trainiert. „Jedoch in unserem Vereinsheim mit einem strengen Hygienekonzept, in geteilten Gruppen“, erzählt Präsidentin Gabi Galonska. „Da uns in dieser Session die Einnahmen wegbrechen und kaum Spenden zu erwarten sind, müssen wir extrem vorsichtig wirtschaften, damit wir uns das Vereinsheim auch weiterhin leisten und unseren Vereinsbetrieb aufrechterhalten können.“
Während die Hexen zwar nicht mehr mit großen Veranstaltungen rechnen und demzufolge schweren Herzens auch den Hexenball auf dem Herzogkeller abgesagt haben, will man den Fasching grundsätzlich noch nicht abschreiben – denn noch liegt keine Absage für die „Vier tollen Tage“ auf dem Markt und den Faschingsumzug vor.

Auch Jürgen Völkel hat noch einen Funken Hoffnung, obwohl auch die Mohrenwäscher ihren geplanten Faschingsauftakt im Gemeindehaus abgesagt haben. „Für uns Vollblutfastnachter ist es keine einfache Zeit und es fällt schwer, auf die ,Fünfte Jahreszeit‘, zu verzichten.“

Die Schwarz-Weißen haben sämtliche Veranstaltungen, wie beispielsweise Kinder- und Galasitzung, gecancelt. „Besonders für unsere aktiven Tänzerinnen und Tänzer tut uns diese Entscheidung sehr leid. Wir wissen, dass wir ihnen nach der bereits abgesagten Turniersaison durch den Bund Deutscher Karneval, ein weiteres Stück Hoffnung genommen haben, das zu zeigen, was sie in den letzten Wochen und Monaten unter teils herausfordernden Bedingungen gelernt haben“, sagt Reinhard Opel. Auch die alljährlichen Fahrten zu den befreundeten Gesellschaften nach Berlin und Salzburg sind abgesagt.

Konkrete Zukunftspläne verfolgen derzeit noch die Mohrenwäscher. Jürgen Völkel: „Nach wie vor verfolgen wir einen Plan A und B. Deshalb wurde für das Jahr 2021 noch kein Termin abgesagt, immer in der Hoffnung auf Besserung. Im Gegenteil, für Samstag, 5. Dezember oder Sonntag, 13. Dezember planen wir im Reichshof eine Jahresabschlussfeier mit Geschenken, Ordensverleihung an die Aktiven und Ehrungen im kleinen Kreis. Je nach Ausgangslage liebäugeln wir mit einem Rahmenprogramm. Auch für Samstag, 13. Februar, haben wir für eine Veranstaltung mit 175 Besuchern, unter Einhaltung des Hygienekonzepts, den Reichshof für einen bunten Faschingsnachmittag reserviert.“

„Die Frage, ob Faschingsveranstaltungen auf dem Markt und ein Faschingsumzug durch die Bayreuther Innenstadt unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie im Februar nächsten Jahres möglich sein werden, muss vor dem Hintergrund des dann gegebenen Infektionsgeschehens in Bayreuth bewertet werden. Dabei werden auch die dann geltenden Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung zu berücksichtigen sein. Daher sind verbindliche Aussagen derzeit nicht möglich“, so der städtische Sprecher Joachim Oppold auf Nachfrage der Sonntagszeitung.

gmu