Mitfahrbänke bringen Mobilität

BAYREUTH. Sie sind eine Ergänzung zum Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs, sorgen aber auch dafür, dass das traditionelle Gemeinschaftsgefühl auf dem Land wieder mehr geweckt wird: Die Mitfahrbänke.

Knapp 180 solche Mitfahrbänke gibt es mittlerweile in Oberfranken, dies ist bundesweit die größte Dichte für dieses Angebot, erklärte Frank Ebert, Geschäftsführer von Oberfranken Offensiv e.V. . Die Initiative für die Mitfahrbänke ging ursprünglich vom Demographie-Kompetenzzentrum Oberfranken aus.
Insgesamt 16 Mitfahrbänke stehen mittlerweile im Bereich des Vereins für Regionalentwicklung der Integrierten Ländlichen Entwicklungsregion (ILE) „Rund um die Neubürg-Fränkische Schweiz“ in den Städten und Gemeinden des westlichen Landkreises Bayreuth. Dies bedeutet den Abschluss der ersten Pilotphase des Projektes.



Der ILE-Vorsitzende und Bayreuther Landrat Hermann Hübner weihte in der vergangenen Woche symbolisch für alle 16 Bänke die Mitfahrbank im Hummeltaler Ortsteil Weiglathal ein, die auf dem Grund der beliebten Ausflugsgaststätte „Zum Fichta“ aufgestellt wurde und künftig auch von Wanderern des beliebten „Bierquellenwanderweges“ genutzt werden kann.
Die Mitfahrbänke sind einheitlich aussehende Sitzbänke mit einem Ausleger, an dem sich umklappbare Richtungsschilder befinden. Personen jeden Alters können darauf Platz nehmen, das Schild ihres Zielortes umklappen und darauf hoffen, von vorbeifahrenden Autos mitgenommen zu werden. „Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass dies in aller Regel recht flott geht“, erklärte Landrat Hermann Hübner. Auf dem Land kenne man sich häufig und es herrsche genug gegenseitiges Vertrauen, um ein Stück gemeinsam zu fahren. Am Zielort stehe im Idealfall eine „Gegenbank“, von der aus eine spätere Rückfahrt stattfinden kann. Mitfahren erfolge grundsätzlich auf eigenes Risiko, Personen und Sachschäden seien über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters abgedeckt.
„Das Konzept setzt auf Freiwilligkeit und die Solidarität im ländlichen Raum. Schließlich fahren die wenigsten Autos voll besetzt. Gleichzeitig verfügen nicht alle Bürger, vor allem viele ältere Menschen, über einen eigenen Pkw“, so der Landrat.



In acht von zehn Kommunen der ILE wurden im Lauf des Sommers insgesamt 16 solcher Bänke aufgestellt, die in den Farben rot, hellblau und grün gehalten und allesamt in den Behindertenwerkstätten Himmelkron gefertigt sind, erklärte Philipp Herrmann, der ILE-Manager für den Zusammenschluss „Rund um die Neubürg-Fränkische Schweiz“. Besonders ging es bei der Aktion um die Anbindung kleiner Ortsteile an die Kernorte, wenn Leute etwa zum Einkaufen, zum Arzt oder in die Apotheke möchten oder auch Freizeitaktivitäten planten. Zudem erfolgte im Bereich Hollfeld/Aufseß/Plankenfels eine Abstimmung mit den Nachbarkommunen des Landkreises Bamberg. So konnte das Angebot über die Landkreisgrenze hinweg sinnvoll koordiniert werden.

rs