Veröffentlicht am 30.09.2026 08:50

Menschenketten am 3. Oktober: „Es brennt“

Foto: red
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Unter dem Motto „Es brennt“ wollen am 3. Oktober Menschen in rund 100 Städten in Deutschland ein Zeichen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und einen politischen Neuanfang setzen. Nach Angaben des Bündnisses beteiligen sich 120 Organisationen an der Aktion.

Auch in Bayreuth ist eine Menschenkette geplant. Treffpunkt ist am 3. Oktober um 11.30 Uhr im Ehrenhof. Um 12 Uhr sollen die Menschenketten bundesweit beginnen.

Die zentrale Strecke führt vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Bundeskanzleramt in Berlin. Sie wird in einzelnen Abschnitten von Menschen vor Ort gebildet. Gleichzeitig sind in vielen weiteren Städten, Gemeinden und Dörfern eigene Menschenketten geplant.

Das Bündnis hat den Startpunkt in Karlsruhe bewusst gewählt. Hintergrund ist Artikel 20a des Grundgesetzes. Darin wird der Staat verpflichtet, die natürlichen Lebensgrundlagen auch mit Blick auf künftige Generationen zu schützen. Das Bundesverfassungsgericht hatte daraus 2021 eine konkrete staatliche Schutzpflicht abgeleitet.

Mehr als eine Klimademonstration
Die Organisatoren verstehen die Aktion nicht nur als Protest für mehr Klimaschutz. Sie wollen auch auf soziale und politische Fragen aufmerksam machen. Das Bündnis fordert unter anderem, das Grundgesetz konsequent einzuhalten und die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Zudem soll das Wohl der Allgemeinheit nach seiner Vorstellung stärker im Mittelpunkt politischer Entscheidungen stehen.

„Wenn die Badewanne überläuft, reicht es nicht, den Hahn nur halb abzudrehen“, sagt Maiken Winter, Mitinitiatorin der Aktion und Vorsitzende von WissenLeben e. V. Die derzeitige Politik reiche aus Sicht des Bündnisses nicht aus, um die verschiedenen Krisen zu bewältigen.

Als Beispiele nennen die Organisatoren Hitze, Überschwemmungen, Flächenbrände und Wasserkrisen. Auch die weltweite soziale Ungleichheit soll bei der Aktion thematisiert werden.

Ein zentrales Symbol der Menschenketten ist ein weißes Blatt Papier. Es soll nach Angaben des Bündnisses für einen politischen und gesellschaftlichen Neubeginn stehen.

Überparteilich und offen für alle
Die Menschenketten sollen nach Angaben der Organisatoren überparteilich und friedlich sein. Eingeladen sind Menschen aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft. Dazu zählen unter anderem Klima- und Naturschutz, Kirchen, Gewerkschaften, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gesundheitswesen.

Parteiflaggen, Parteischilder und Parteibanner sollen nicht gezeigt werden. Eigene Schilder und Banner mit persönlichen Botschaften zu den Forderungen sind dagegen erwünscht.

„Wir stehen auf – nicht gegen jemanden, sondern für etwas: für ein gutes Leben für alle, heute und in Zukunft“, sagt Winter.

Das Bündnis möchte mit der Aktion nach eigenen Angaben auch ein Zeichen gegen Hoffnungslosigkeit und das Gefühl setzen, allein nichts verändern zu können. Die Menschenkette soll zeigen, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam für ihre Anliegen einsetzen.

Die Forderungen der Organisatoren umfassen fünf Punkte: die konsequente Einhaltung des Grundgesetzes, den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, eine Politik, die das Wohl aller vor den Profit weniger stellt, den Vorrang erneuerbarer Energien sowie Veränderungen bei Mobilität, Ernährung, Wohnen und weiteren Lebensbereichen.

Weitere Informationen zu den teilnehmenden Städten und den jeweiligen Treffpunkten gibt es auf der Internetseite der Aktion.


Von Jessica Mohr
jm
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