medi Bayreuths Physiotherapeut im ausführlichen Portrait

Bayreuth. Das Team hinter dem Team ist unumstritten immens wichtig – auch bei medi Bayreuth. Die Bayreuther Sonntagszeitung hat sich mit Physiotherapeut Kevin Schneider getroffen und stellt den 30-Jährigen genauer vor.

Seit 2014 ist Kevin Schneider im Verein, vorher machte er seine Physioausbildung in Erlangen. Über ein Praktikum kam er zu medi Bayreuth. Seit der Spielzeit 2016/17 ist er hauptamtlicher Physiotherapeut, steht dem Team rund um die Uhr zur Verfügung. Er kümmert sich um alle medizinischen Sachen, koordiniert das Netzwerk aus Ärzten und Radiologen. Er arbeitet eng mit Athletiktrainer Bastian Wolff zusammen. »Klar ist das ein Traumjob. Ich hatte Glück, dass ich direkt bei einem Bundesligisten einsteigen durfte», freut sich Schneider.

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Der 30-Jährige spielte früher selbst Basketball, somit ist er dem Sport sehr verbunden. Der Job beansprucht zwar viel Zeit, aber das nimmt der Familienvater gerne in Kauf. »Während der Saison ist es schon auslastend, man kann sich nie darauf verlassen, mal einen freien Tag zu haben», berichtet Schneider. Wenn es an seinem freien Tag einen verletzten Spieler gibt, muss er in die Halle kommen und behandeln. Aber: »Es ist ein Traumberuf, du bist in ganz Europa unterwegs und jeden Tag mit Profisportlern zusammen.»

Schneider als Bindeglied
Und wie sieht ein Arbeitstag von Kevin Schneider aus? Er ist immer etwa eineinhalb Stunden vor dem Training in der Halle, dann kommen die ersten Spieler zur Behandlung. Auch nach den Einheiten ist er noch da, um behandeln zu können oder eben andere Sachen wie beispielsweise die Eistonne vorzubereiten. Wenn ein verletzter Spieler im Team ist, der nicht am normalen Training teilnehmen kann, betreut ihn der 30-Jährige in der Reha. Bis der Akteur wieder einsteigen kann, kümmert sich Kevin Schneider um ihn. Wenn er alle Tests bestanden hat, kann der Profi wieder bei Coach Raoul Korner mitmachen. Schneider agiert als Bindeglied zwischen Trainer und Team. »Durch die Behandlung erfahre ich mehr über die Verletzungen und kann einschätzen, wie sich der Spieler fühlt», berichtet er. Der gebürtige Nördlinger ist fast immer bei den Spielen dabei, versteht sich mit den Spielern auch abseits des Basketballs sehr gut.

Seit letzter Saison hat der Physiotherapeut auch eine neue Aufgabe: Er kocht für die Mannschaft. Nate Linhart, der die Oberfranken im Sommer verlassen hat, kam vor einiger Zeit auf Kevin Schneider zu und fragte ihn, ob er jemanden kennt, der für ihn kochen kann. Schneider kannte zwar keinen, bot dem Profi allerdings an, einfach mal selbst etwas mehr zu kochen und es ihm zu bringen. Nate Linhart schmeckte das gut, schnell kamen auch andere Spieler wie Andreas Seiferth, Gabe York oder Assem Marei dazu. Seit diesem Jahr kocht Schneider auf längeren Auswärtsfahrten für das ganze Team. Der Physio packt an den Raststätten seine mitgebrachten Lebensmittel aus und bereitet etwas zu. »Das ist eine gesunde Alternative zu Burger, Pommes oder Currywurst», sagt er.
Kevin Schneider durfte mit dem Team in den letzten Jahren einiges erleben. Wenngleich es schon viele Highlights gab, hat sich ein Erlebnis bei ihm besonders eingebrannt: »Das Rückspiel in der Champions League im Top-16 bei Besiktas war überragend. Wir haben sehr stark gespielt und die Stimmung anschließend in der Kabine war sensationell.» Aber auch die beiden Derbysiege gegen Bamberg waren echte Höhepunkte.

ms