Lokalnachrichten in Bindlach: „Es hätte viel schlimmer ausgehen können“

BINDLACH. „Hätten wir das Hochwasserschutzkonzept in Form des Hochwasserpolders in Allersdorf, nicht gehabt, wäre der Hauptort komplett überflutet worden“, so der Bindlacher Bürgermeister Christian Brunner. Der Hochwasserpolder wurde vor zehn Jahren gebaut und hat nun die Komplett-Katastrophe verhindert. Tatsächlich kam der Polder am Samstag und Sonntag zum ersten Mal seit den zehn Jahren zum Einsatz. „Wir sind froh, dass das Hochwasserschutzkonzept hier gegriffen hat und das Wasser um den Hauptort rumgeleitet hat. Ansonsten wäre es wohl anders ausgegangen“, erklärt Brunner. Ab Samstagnachmittag vergangene Woche hatte es rund um Bindlach massiv angefangen zu regnen, über 100 Liter waren alleine im Hauptort runtergekommen. „Eine Vielzahl an Kellern sind vollgelaufen, teilweise randvoll. Die Feuerwehr war dauerhaft im Einsatz“, so der Bürgermeister. „Gott sei Dank sind bei dem Unwetter keine Personen zu Schaden gekommen. Viele Firmen im Industriegebiet waren allerdings auch betroffen“.

Doch die Unwetter hielten noch die restliche Woche an: „Am Montag hat die Feuerwehr und alle Einsatzkräften noch immer Keller ausgepumpt, Sturmschäden beseitigt und der Bauhof war mit den Aufräumarbeiten beschäftigt“, so Brunner. „Wie die Lage ist und wie es weitergeht muss erstmal analysiert werden. Warum hat es Bindlach so schlimm getroffen und wo sind die Schäden am fatalsten? Konzepte und Varianten für einen besseren Unwetterschutz sind bereits entworfen. Wir werden da eng mit dem Landratsamt und der Stadt Bayreuth zusammenarbeiten, um für das nächste Unwetter noch besser gerüstet zu sein“.

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Die Frage ist, ob solche Unwetter nun öfter in Deutschland und speziell in der Bayreuther Region vorkommen können. Der Bayreuther Universitätsprofessor Christoph Thomas hat sich mit dem Thema des „Stadtklimawandels“ bereits 2019 auseinandergesetzt: „Der April wird zunehmend immer trockener, während Stark- und Stärkstregen immer mehr zunehmen, vor allem in den Monaten Januar/Februar, sowie Mai und September. Bereits 2018 war der Anteil von Stark- und Stärkstregen extrem erhöht, was Bodenerosion und Überflutungen zur Folge hatte“, erklärt Christoph Thomas.

„Es muss jetzt eine Lösung gefunden werden, wie wir uns noch besser vorbereiten können auf das nächste Unwetter“, so Christian Brunner. „Ich möchte aber auch nochmal sagen, wie stolz ich auf die Gemeinde und die umliegenden Dörfer bin. So einen Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung zwischen den Bürgern erlebt man selten. Vielen Dank auch der Feuerwehr und den ganzen Hilfskräften, die sofort zur Stelle waren. Das war eine herausragende Leistung“.

jm