Lokalnachrichten in Bayreuth: Museum für Markgräfliches Opernhaus

BAYREUTH. Dem Opern-Café im Redoutenhaus neben dem Markgräflichen Opernhaus trauerten viele Bayreuther lange nach. Gastronomie mit Stil, in direkter Nachbarschaft zum Weltkulturerbe – und dann war dort Schluss.
Die Bayerische Schlösserverwaltung, Eigentümerin des historischen Redoutenhauses, entschloss sich zur Eigennutzung: Ein Welterbe-Informationszentrum wird geplant, seit 2019 wird gebaut, seit 2021 nimmt die museale Ausstattung Gestalt an.
Ines Holzmüller, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung, antwortet auf Nachfrage der Sonntagszeitung: „Das Museum wird voraussichtlich im Frühjahr 2023 eröffnet. Beim Bau am Denkmal ist eben erfahrungsgemäß aufgrund anderer Bautechniken in der Vergangenheit regelmäßig mit Unvorhersehbarem zu rechnen. So auch im Redoutenhaus. Besondere Herausforderung boten die Stabilisierung der Fundamentbereiche sowie die Schaffung eines barrierefreien Zugangs vom Redoutenhaus zum Markgräflichen Opernhaus“.

Die statische Situation wurde durch eine Unterfangung der Außenwände und Hilfskonstruktionen während der Bauphase gelöst. Diese Unterfangung ermöglichte auch eine Tieferlegung von einigen Bereichen, um die benötigte lichte Raumhöhe in den Räumen zu erzielen. Dort kann jetzt ein Opernhausmuseum mit einem ansprechenden architektonischen Raumgefüge einziehen. Dieses steht im Einklang mit musealen, restauratorischen und denkmalpflegerischen Anforderungen.
Die Besonderheiten des Welterbes ziehen sich thematisch durch die gesamte Dauerausstellung des künftigen Museums. Besucher werden in aufwändig gestalteten Ausstellungsräumen die Geschichte des Opernhauses und die barocke Theaterwelt mit allen Sinnen erleben. Zentrum des Rundgangs bleibt das Opernhaus selbst – mit Begeisterung weckenden Blicken auf das beeindruckende Raumkunstwerk.

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Das Museum präsentiert Wissenswertes über die Bayreuther Theatergeschichte sowie die Auftraggeberin und den Architekten des Bauwerks. Zahlreiche interaktive Stationen, Modelle und Originale sollen das Barocktheater erlebbar machen. Im zukünftigen Opernhausmuseum lassen sich die verschiedenen Facetten des Markgräflichen Opernhauses aktiv begreifen. „Wir liegen mit unseren musealen Vorbereitungen im Zeitplan“, so die Pressesprecherin.

Erste Kostenschätzungen beliefen sich auf 11 Millionen Euro. Aufgrund pandemiebedingter Faktoren, wie Personalausfälle, Lieferengpässe bei Materialbestellungen sowie den allgemeinen Preisanstieg, kam es zu einer Erhöhung auf 12,9 Millionen, die vom Bayerischen Landtag bereits genehmigt wurde.

gmu