Lokalnachrichten in Oberfranken: MountainBikePark – Umwelt soll nicht leiden

 

OBERFRANKEN. Unzufrieden ist der Fichtelgebirgsverein (FGV) mit dem bisherigen Vorgehen des Zweckverbands und der eingesetzten Baufirmen bei der Errichtung des MountainBikeParks am Kornberg im Fichtelgebirge.

Die Enttäuschung ist umso größer, da bereits im Jahr 2019 vom Vorsitzenden des Zweckverbandes, dem Hofer Landrat Dr. Bär, gemachte schriftliche Zusagen hinsichtlich des Natur- und Artenschutzes, der Respektierung des Vorrangs von Wanderern auf dem Fränkischen Gebirgsweg und insgesamt bei der Besucherlenkung ganz offensichtlich nicht eingehalten werden.


Gerade heute wurde die Allgemeinverfügung des Landratsamts Wunsiedel im Fichtelgebirge zur Besucherlenkung veröffentlicht, die eine Nutzung des steilen und engen Fränkischen Gebirgswegs durch Mountainbiker in Richtung Niederlamitz zulässt, was zu unnötigen Konfliktsituationen zwischen Downhillern und Wanderern führen kann.

Stv. Hauptvorsitzender Jörg Nürnberger dazu: „Wir haben die Errichtung des MoutainBikeParks am Kornberg immer unterstützt. Wir fordern lediglich, dass der Naturschutz und die berechtigten Interessen von Wanderern angemessen berücksichtigt werden. Wir sind daher wütend und enttäuscht, dass schriftliche Zusagen bisher einfach nicht eingehalten werden.“

Einen weiteren Kritikpunkt bringt der bekannte Naturschützer Christian Kreipe vom FGV vor: Die Umweltverträglichkeitsprüfung werde nicht ordentlich durchgeführt. Insbesondere gehe es um den Schutz von Zwergstrauchheiden mit Standorten von Bärlappen und Arnika. Die Kartierung sei unvollständig. Hier würden z.B. im Bereich des Zauberteppichs am Fuße der Skipisten bereits Fakten geschaffen und Schäden verursacht, obwohl die Prüfung noch gar nicht abgeschlossen sei und es stehe zu befürchten, dass entgegen der schriftlichen Zusagen im oberen Bereich der Piste ein Trail mitten durch einen an sich geschützten aber nicht kartierten Arnikabestand führen werde. Hier hätte Landrat Dr. Bär schriftlich zugesagt, dass dieser Trail verlegt werden solle. Die Rodungen im angrenzenden Wald sprächen eine andere Sprache und die Unterlagen für die Erbauer der Trails seien ebenfalls bisher nicht angepasst worden.

Hier fehle es auch am Willen der Verantwortlichen im Landratsamt Hof, eine fachmännische dem Naturschutz verpflichtete Bauleitung nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität einzusetzen. Zahnlose Papiertiger nützten dem Naturschutz nichts.

Da ohnehin bereits mehr als das Doppelte des ursprünglich veranschlagten Betrages aus Mitteln der Steuerzahler in das Projekt investiert worden sei, würden die Mehrkosten für einen wirksamen Naturschutz vernachlässigbar sein.

Der FGV fordert daher die Umsetzung seiner schriftlich von Landrat Dr. Bär bestätigten Forderungen und insgesamt mehr Respekt für die sensible Natur im Fichtelgebirge, denn sie ist das Kapital, von der auch der MoutainBikePark profitieren wird.

red