Lokalnachrichten in Bayreuth: Claus J. Frankl 40 Jahre auf der Bühne

BAYREUTH. Das kommende Wochenende, 21. und 22. August, hat für den aus Bayreuth stammenden Dramaturgen, Regisseur und Tenor-Buffo Claus J. Frankl eine große Bedeutung: Einerseits hält er die Werkeinführungen zu den beiden auf der Kulturbühne Reichshof geplanten Aufführungen der Oper „Der Friedensengel“ von Siegfried Wagner, außerdem feiert er sein 40-jähriges Bühnenjubiläum.

Die Siegfried-Wagner-Oper „Der Friedensengel“ wird von der Internationalen Siegfried-Wagner-Gesellschaft Bayreuth e.V. am Samstag, 21., und Sonntag, 22. August, jeweils um 18 Uhr auf der Kulturbühne im Reichshof präsentiert. Die Oper dauert mit Pause etwa dreieinhalb Stunden, jeweils um 17 Uhr bietet Claus J. Frankl eine etwa 30-minütige Werkeinführung an.

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„,Der Friedensengel‘ ist für alle, die neugierig auf Opern von Siegfried Wagner sind, eine ideale Möglichkeit zum Einstieg. Es handelt sich um eine ganz normale Oper mit spannender Handlung. Seine zehnte Oper, vollendet im Kriegsjahr 1914, ist Siegfried Wagners Plädoyer für Frieden, Freiheit und Glück des Individuums in restriktiven Gesellschaftsformen“, so Claus J. Frankl im Gespräch mit der Sonntagszeitung.

Einerseits wird in der Oper das Thema „Liebe“ thematisiert mit zwei unterschiedlichen Paaren: Die einen führen eine unglückliche Ehe, die anderen wollen in die Ehe starten. Ein Hauptthema ist zudem der Umgang speziell der katholischen Kirche mit Selbstmorden. Siegfried Wagner macht sich Gedanken darüber, was es für eine Familie und speziell für eine Mutter bedeutet, wenn ein Kind Selbstmord begeht. In der Opernhandlung versucht die Mutter den Selbstmord des Sohnes Willfried zu vertuschen und konstruiert einen Mord. Dazu braucht es allerdings auch einen Mörder.

Willfried glaubt, dass er Frieden findet, wenn er sich selbst ersticht. Claus J. Frankl sieht in der Siegfried-Wagner-Oper „Der Friedensengel“ Parallelen zur Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner, in der Gott zum Schluss die Haltung des Papstes korrigiert und Tannhäuser seinen Frieden findet. Zentrales Motiv der Oper „Der Friedensengel“ ist es, wie Willfried letztlich tatsächlich seinen Frieden finden kann. „Verknüpft ist all dies mit unglaublich guter, melodienseeliger Musik bei leicht verständlichem Text“, so Claus J. Frankl.

Die Oper „Der Friedensengel“ wurde erst 1926, zwölf Jahre nach ihrer Vollendung, uraufgeführt. „Der Erste Weltkrieg, die Nachkriegszeit mit dem Wiederaufbau der Festspiele – all dies hat zu der Verzögerung beigetragen. Für den 1926 herrschenden Zeitgeist kam die Oper letztlich zu spät“, so Claus J. Frankl.

So kommt es erst jetzt, 95 Jahre später, wieder zu einer szenischen Realisierung, die auch die aktuellen Krisen der Gegenwart thematisiert.

40-jähriges Bühnenjubiläum

Am Samstag, 21. August, feiert Claus J. Frankl außerdem von 11 bis 12.15 Uhr auf der Kulturbühne Reichshof mit der Matinee „Das Gehirn eines Tenors“ sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Immer mit einem Augenzwinkern bringt Claus J. Frankl eine Auswahl von Anekdoten und amüsanten Begebenheiten von vor und hinter den Kulissen. Intendanten, Regisseure, Dirigenten und die Repräsentanten der verschiedenen Stimmlagen mit ihren häufigen Eigenheiten bilden den Stoff für die Matinee, bei der sicher kein Auge trocken bleibt.

Claus J. Frankl ist seit 1981 auf Tour, seine Bühnenfassung von „Der Name der Rose“ nach Umberto Eco läuft seit 2000 und ist ein internationaler Erfolg. Im In- und Ausland wirkte er u. a. in Nizza, Hamburg, im Metropol-Theater Berlin, der Komödie am Bayerischen Hof in München, im Schlosstheater Schönbrunn Wien, im Kulturpalast Dresden, im Leipziger Gewandhaus und im Friedrichsstadtpalast Berlin.

rs