Lokalnachrichten in Bayern: “Stolz auf meine Sprache”

BAYERN. Die Bayerische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer, MdL, gab heute bei einem Besuch der KITA Gustav Adolf in Schweinfurt den Startschuss für ihr Projekt „Zweisprachige Bücherbox – Stolz auf meine Sprache!“.
Brendel-Fischer erklärt: „Für immer mehr Kinder ist es der Normalfall, dass sie mit mehr als einer Sprache aufwachsen. Diese Mehrsprachigkeit sollten wir nicht als Hemmschuh, sondern als Potenzial begreifen.“ Die Integrationsbeauftragte weiter: „Fakt ist, dass Erst- und Zweitsprache nicht unabhängig nebeneinander herlaufen, sondern sich gegenseitig bedingen. Kinder, die eine Sprache nicht gut beherrschen, tun sich auch in der anderen Sprache schwer. Die Herkunftssprache darf nicht vernachlässigt werden.“

„Im Rahmen des kurzen Besuchs haben die Erzieherinnen des „Storchennests“ gemeinsam mit Kindern die Bücherbox ausgepackt. Zudem wurden Vorlese-Kostproben auf Arabisch, Russisch und Englisch gegeben“, freut sich Brendel-Fischer. „Es ist auch bereichernd für alle Kinder, den Klang anderer Sprachen zu erleben und der Fantasie freien Lauf zu lassen, wie wohl der Deutsch vorgelesene Beginn der Geschichte weitergehen wird: Zweisprachige Kinder können die Auflösung verraten!“


Die Vorständin des Evangelischen Kita-Verbands Bayern Christiane Münderlein weist auf die psychologische Komponente hin: „Es ist wichtig, die Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeit anzuerkennen. Das heißt auch, ihnen zu zeigen, dass ihre bisherige Sprachentwicklung sehr wohl eine Rolle spielt; auch wenn im Kindergarten hauptsächlich Deutsch gesprochen wird. Ich freue mich, dass die Bayerische Integrationsbeauftragte ihre „Zweisprachige Bücherbox“ in ganz Bayern an Einrichtungen des Evangelischen Kita-Verbands, mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund, schickt. Es ist gut, dass die Herkunftssprache in die Sprachentwicklung einbezogen wird.“

Das neue Projekt „Zweisprachige Bücherbox – Stolz auf meine Sprache!“ möchte neben der deutschsprachigen auch die muttersprachliche Entwicklung unterstützen. Für Brendel-Fischer geht es auch um ein Signal der Wertschätzung, mit der Botschaft: „Deutsch zu lernen ist für Kinder und Eltern sehr wichtig, aber seid auch auf Eure Familiensprache stolz.“

In ganz Bayern werden rund 100 KITAs mit Bücher-Boxen beliefert, in denen sich zweisprachige Vorlesebücher in 9 unterschiedlichen Sprachen befinden.

Ein zweiter Auftakttermin im Süden Bayerns erfolgt am kommenden Freitag ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einer KITA in Pfarrkirchen.
Die Bayerische Integrationsbeauftragte dankt allen Erzieherinnen und Erziehern sowie den Ehrenamtlichen für Ihr Engagement sowie Ihrem pädagogischen Ideenreichtum bei diesem mehrsprachigen Projekt!

red