Lokalnachrichten: Corona sorgt für Abfall

BAYREUTH. Wegen der anhaltenden Corona-Krise bleiben die Menschen vermehrt Zuhause – Homeoffice ist angesagt, und es heißt selber kochen statt gemütlichen Restaurantbesuch. In der Folge steigern sich die Abfallmengen im Haus.

„Tatsächlich lässt sich feststellen, dass während der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie im April/Mai im Vergleich zu 2019 mehr Müll angefallen ist“, so der städtische Sprecher Joachim Oppold.

In die Restmülltonnen wurden insgesamt 114 Tonnen geworfen, im Vergleichszeitrum bedeutet das drei Prozent mehr. Beim Biomüll wurden 31 Tonnen mehr entsorgt, eine Steigerung von plus 2,8 Prozent in der Stadt.

„Das erhöhte Abfallaufkommen war bisher im Arbeitsalltag der Müllabfuhr kaum spürbar.  Schwankungen sind aus verschiedenen Gründen immer möglich“, sagt der Sprecher der Stadt.

Ein geringeres Aufkommen beim Sperrmüll begründet Joachim Oppold mit der Schließung der Müllumladestation vom 20. März bis zum 20. April für private Anlieferungen und eine Corona-bedingte reduzierte Anzahl von Sperrgutterminen im Stadtgebiet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden nur 57 Tonnen abgegeben, das bedeutet einen Rückgang von 7,6 Prozent.

„Deutliche Veränderungen waren und sind allerdings in Corona-Zeiten im Bereich des Wertstoffhofs der Stadt erkennbar“, so der städtische Pressesprecher. „Um die Einhaltung der Abstandregeln für die Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen, können nur noch maximal elf Fahrzeuge gleichzeitig im Wertstoffhof parken. Dadurch bildeten sich zu Stoßzeiten teilweise ziemlich lange Schlangen. Die Regelung stieß leider nicht bei jedem Bürger auf Verständnis“.

Mehr Abfall auch im Landkreis

Mehr Abfall produzierten auch die Landkreisbewohner.  Im Vergleichsmonat April 49 Tonnen mehr Restmüll als im Vorjahr und im Mai sogar 59 Tonnen.

Der Trend nach oben zeigt sich auch beim Biomüll: Die 654 Tonnen aus dem April vergangenen Jahres steigerten sich um 44 Tonnen und im Mai von 638 Tonnen auf 660 Tonnen.

Ob die diesjährige Steigerung tatsächlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist, könne man letztendlich nicht genau sagen, meint Karen Görner-Gütling, Pressesprecherin im Landrats-amt. Es sei möglich, dass die Monate April und Mai aufgrund der Wetterlage einen Spitzenwert im Jahresverlauf darstellten. Wegen der vorübergehenden Schließungen einiger Abgabestellen im März erwartet das Landratsamt eine Verschiebung bei den Anliefermengen auf die folgenden Monate.

Wie in der Stadt kam es auch an den Abladestellen des Landkreises durch das erhöhte Anlieferaufkommen gelegentlich zu längeren Wartezeiten oder Kapazitätsengpässen. Deshalb lautet die Empfehlung des Landratsamtes, nicht zwingend notwendige Entsorgungsfahrten nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.

Auch der städtische Pressesprecher Joachim Oppold appelliert an die Vernunft aller Bürger, die Sicherheit bei der Entsorgung nicht zu gefährden.  „Bisher konnten die Mitarbeiter des Bauhofs sämtliche Einschränkungen, bedingt durch Corona, meistern. Alle Leistungen der Abfallbeseitigung konnten wie gewohnt durchgeführt werden“.

gmu