„Lagom” – Adjektiv, Schwedisch

BAYREUTH. „Lagom“ ist ein schwedisches Adjektiv, welches übersetzt bedeutet „nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig“. Ob Schwedisch lernen, Töpfern, Yoga oder vielleicht einen Kochkurs belegen? Möglichkeiten gibt es viele, die die Volkshochschule Bayreuth zu bieten hat.

Dieses Jahr wird die Bayreuther Volkshochschule 100 Jahre alt und feiert dieses Jubiläum groß. Unter anderem gab es am Samstag einen Festakt bei dem als Hauptredner Professor Dr. Klaus Meisel, Managementdirektor der Münchener Volkshochschule und Aufsichtsratsvorsitzender des bayerischen Volkshochschulverbandes, sprach.
Die Bayreuther Volkshochschule bietet derzeit etwa 900 verschiedene Veranstaltungen pro Jahr mit zirka 11.000 Teilnehmern und 20.000 Unterrichtsstunden an, erklärte die Leiterin der VHS Beatrix von Guaita im Gespräch mit der BTSZ.

Bildung für alle

Am meisten nachgefragt sind Kurse aus dem Gesundheitssektor, dicht gefolgt von dem Bereich der Sprachen. Mit einem breiten Angebot versucht die Volkshochschule Bayreuth die Sprachkurse besonders intensiv zu gestalten, damit die Teilnehmer auch schnell einen Lernerfolg feststellen können.
Gerne würden Beatrix von Guaita und ihre Stellvertreterin Melanie Vogt noch mehr Kurse anbieten, um das Programm noch vielfältiger zu gestalten. Hierfür fehlen aber oftmals die geeigneten Räume. Vor allem im Sport- und Kreativbereich ist die Volkshochschule Bayreuth immer wieder auf der Suche nach geeigneten Räumen, die dauerhaft genutzt werden können. „Wichtig ist, dass die Volkshochschule wirklich allen Personen offen steht, die ein Interesse an Weiterbildung oder einem Programm haben. Niemand soll von Weiterbildung ausgeschlossen sein“, sagt Beatrix von Guaita. „Jeder hat ein Recht auf Bildung“ ist das Motto der Volkshochschulen. Die Förderung der Bildung in breiten Schichten der Bevölkerung war vor 100 Jahren auch der treibende Grund für die Etablierung des Volkshochschulwesens. Die Volkshochschule Bayreuth entstand unmittelbar nach Gründung der Weimarer Republik, sie ist ein „Kind der Demokratie“. Damals erhielt die Weiterbildung Verfassungsrang und alle staatlichen Ebenen wurden dazu aufgefordert, das Volksbildungswesen zu fördern.

Die Geschichte der Volkshochschulen

Die zunächst als Verein organisierte Volkshochschule Bayreuth wurde am 6. Oktober 1919 eröffnet. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten aufgelöst, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Lehrbetrieb am 13. Januar 1947 wieder aufgenommen. Die Volkshochschule fand damals eine feste Bleibe in der Oberschule für Mädchen, dem heutigen Richard-Wagner-Gymnasium. 1952 wurde die Einrichtung in kommunale Trägerschaft übernommen.
Das in der Zeit neu errichtete Wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium (WWG) wurde 1973 zum neuen Hauptdomizil der Volkshochschule. Im April 2000 übernahm mit Beatrix von Guaita erstmals eine hauptamtliche Kraft die Leitung der Einrichtung.
Mit dem Umzug in das neue „Haus des Lernens RW21“, in dem auch die Stadtbibliothek untergebracht ist, begann schließlich im Jahr 2011 eine neue Bildungsära mit vielen neuen Möglichkeiten.

Warum die Volkshochschule seit 100 Jahren so beliebt ist, erklären sich Melanie Vogt und Beatrix von Guaita damit, dass die Menschen das gemeinsame Lernen, Helfen und Kennenlernen besonders schätzen. Die Volkshochschule Bayreuth hat derzeit vor allem Mitglieder in der Altersklasse 35 bis 50 Jahre und älter. Trotzdem wird es als wichtig angesehen, auch die jüngere Bevölkerung zu animieren, einen Kurs an der Schule zu belegen. Daher werden die Kursprogramme moderner und extravaganter. Auf dem Programm stehen etwa Angebote wie Kochen mit Gin, das Thema Superfood oder Zirkeltraining, bei dem man sich so richtig auspowern kann. Die Programme werden an die Trends der Zeit angepasst, sodass für jeden etwas dabei ist.
Zum 100. Geburtstag hat Melanie Vogt eine Ausstellung zur Geschichte der Volkshochschule erstellt, die im RW21 zu sehen ist.

jm/rs