Kitzrettung Oberfranken: Die Saison startet wieder

OBERFRANKEN. Die Kitzrettung Oberfranken ist noch ein recht junger Verein, der sich erst 2017 gegründet hat. Er besteht nur aus ehrenamtlichen Helfern, die dafür sorgen, dass die frisch geborenen Rehkitze nicht beim Mähen der Felder getötet werden. 2019 wurden so alleine 184 Rehkitze gerettet, die sonst vom Mähwerke überfahren worden wären, da man sie in den hohen Gräsern nicht sehen kann.

Foto: red

Doch warum laufen die Rehkitze nicht weg, sobald die Mähwerke kommen? Die Tiere haben in den ersten Wochen keinen Fluchtinstinkt und bleiben bei Gefahr regungslos an ihrem Platz liegen. Dieser Instinkt hilft bei Gefahr durch Raubtiere – allerdings nicht bei einem heranfahrenden Mähwerk.

“Unser Verein unterstützt Landwirte und Jagdpächter bei dem Absuchen der Wiesen und verhindert so den meist qualvollen Tod zahlreicher Rehkitze”, so die Vereinsvorsitzende Britta Engelhardt. “Die Landwirte rufen uns an, bevor sie mit dem Mähen beginnen. Wir starten dann einen Aufruf auf unserer Facebookseite, wer spontan Zeit hat um das Feld abzulaufen und die Rehkitze zu finden. Gefundene Kitze werden dann aus dem Gefahrenbereich gebracht und dort abgesetzt. Wichtig ist hierbei aufzupassen, wie man das Rehkitz transportiert. “Wir müssen Einmalhandschuhe anziehen und entweder wickeln wir das Rehkitz in Gräser ein oder wir haben eine Transportbox, damit das Kleine nicht den menschlichen Geruch annimmt. Sonst könnte es passieren, dass die Mutter das Kind verstößt. Sobald das Kleine von uns abgelegt wurde, fängt es an zu fiepen und die Mutter ist sofort wieder bei ihrem Kind. Sie weiß ganz genau wo wir das Kind abgelegt haben”.

Auch in Zeiten von Corona ist es den Ehrenamtlichen natürlich wichtig, die Rehkitze zu retten. Aus diesem Grund beträgt der Mindestabstand dieses Jahr 2 Meter, zudem laufen die Helfer versetzt, sodass sie trotz des Mindestabstandes kein Stück der Wiese auslassen, denn schließlich ist das Rehkitz gerade mal so groß wie ein zusammengerolltes Kätzchen und drückt sich bei Gefahr noch tiefer ins Gras. Dadurch ist es besonders schwer im hohen Gras zu erkennen. “Da unsere Rettungsaktionen in die Kategorie Tierschutz fällt, haben wir die Zustimmung vom Landratsamt Bayreuth und Hof bekommen, die Aktionen trotzdem durchzuführen”, erklärt Britta Engelhardt.

Die Kitzrettung Oberfranken sucht zudem weiterhin händeringend Helfer. Bei Interesse kann man sich an die Vorsitzende Britta Engelhardt unter der Telefonnummer 0163 2116704 wenden.

jm