Keine kalten Wohnungen für Rentner

BAYREUTH. Nach pandemiebedingter Pause hat sich die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus wie­der zu einer Bezirks­kon­ferenz mit Neuwahlen getroffen. Bezirksvorsitzender Rudolf Peterhänsel freute sich sichtlich, die Delegierten aus den fünf oberfränkischen Unterbezirken in der Franken-Akademie Schloss Schney be­grü­ßen zu dürfen. Sein Bericht über das Engagement der letzten Jahre zeigte, wie aktiv die Ar­beits­ge­meinschaft ist und wie sehr die Pandemie diese Arbeit zuletzt eingeschränkt hat. „Der Schutz der Gesundheit hatte für uns immer Vorrang, auch wenn wir dann schweren Herzens Veran­staltungen absagen mussten,“ so der Vorsitzende.

Inhaltlich bezog die Konferenz Position gegen die aktuell in Teilen diskutierte Anhebung des Renten­al­ters – insbesondere die Rente mit 70. Jede Anhebung des Renteneintrittsalters sei de facto eine Ren­ten­kürzung, welche eine zusätzliche und nicht hinnehmbare Belastung der Arbeitnehmer darstelle, hieß in einem einstimmig gefassten Beschluss. Bei nur einer Enthaltung sprach sie die Konferenz zudem für die umgehende und dauerhafte Einführung eines allgemeinen Tempolimits von 130 km/h auf Au­to­bahnen aus. In Zeiten des Klimawandels und zunehmend un­sicherer Energieversorgung sei diese Maßnahme, welche für die Bürger nicht mit finanziellen Belastungen verbunden ist, mehr als ratsam. Durch das Tempolimit könne zudem der Verkehrsfluss verstetigt und damit ein Beitrag zu einem Mehr an Sicherheit auf den Autobahnen geleistet werden. Als Erfolgsmodell sehen die Senioren das 9-Euro-Ticket an. In einem einstimmig beschlossenen Antrag fordert die AG 60plus eine Nach­folgeregelung für das Ende August auslaufende Ticket. Dabei solle vorwiegend auf eine um­welt­freundliche, günstige und vor allem auch für die Fahrgäste transparente und leicht nutzbare Um­set­zung geachtet werden. Durch eine dauerhafte Regelung würden auch für Verkehrsbetriebe und -verbünde in länd­lichen Region Anreize zum Ausbau bzw. zur Schaffung eines attraktiveren Angebotes im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs erzeugt. Auch die explodierenden Energiekosten und die hohe In­flationsrate waren Thema der Konferenz. Hier fordert die Arbeitsgemeinschaft eine unbürokratische Un­terstützung für Rentnerinnen und Rentner – auch außerhalb des Wohn­geld­bezugs. Die erfolgte Rentenerhöhung sei in diesem Zu­sam­men­hang eine sehr hilfreiche Unterstützung gewesen, welche jedoch durch eine Einmalzahlung ergänzt werden müsse, welche ohne gesonderten Antrag mit der Rente angewiesen wird. Der Winter dürfe nicht zu kalten Wohnungen bei den Betroffenen führen. Die AG 60plus Oberfranken bekräftigt damit noch einmal die Forderung ihrer Landes­konferenz, wonach die 300 Euro Energiepauschale auch an Rentnerinnen und Rentner ausgezahlt werden soll.

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Im Rahmen der Neuwahlen wurde der 88-jährige Rudolf Peterhänsel für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Ihm zur Seite steht Lona Hagen. Beide stammen aus dem Unterbezirk Bamberg. Damit wird die Arbeitsgemeinschaft erstmals von einer Doppelspitze geführt. Als Stellvertreter wurden Edith Marr (UB Coburg), Klaus Müller (UB Kulmbach), Wolfgang Schumann (UB Bayreuth) und Kitty Weiß (UB Hochfranken) gewählt. Als Schriftführer gehören Peter Jakobi und Heinz Kaiser dem Vorstand an. Vervollständigt wird das Gremium durch die Beisitzer Edgar Dunst, Bernd Herzig, Brigitte Jakobi, Christa Müller-Wilfing, Dieter Oguntke, Heidi Schunk, Astrid von Waldenfels, Peter Paul Wetscherek und Wilmya Zimmermann.

red