Junge Menschen sollen ihre Wurzeln in Bayreuth schlagen

BAYREUTH. Am Montag traf sich der Verein “Die Unabhängigen” zu einem öffentlichen Kulturgespräch im DU-Bürgertreff. Hauptdiskussionspunkt war es welche Möglichkeiten Bayreuth bei der Verbindung von Kultur und Jugend hat, welche gut laufen und welche dringend Verbesserungsbedarf haben. 

Eingeladen, um sich zum Thema Kultur zu äußern, waren Matthias Mayer (Motion, Forum Phoenix), Cedric Hofmann (Geschäftsführer Das Zentrum), Isabell Wörner (Glashaus), Wenzel Weintritt (Schokofabrik) und ein Schülersprecher aus Bayreuth.

Die Moderation des Kulturgespräches führte der OB-Kandidat der Unabhängigen Gert-Dieter Meier.

“Es gibt definitiv kulturelle Lücken in Bayreuth für Jugendliche”, stellt Matthias Mayer direkt zu Anfang des Gespräches fest. Das läge allerdings nicht an der Jugend alleine, denn die Jugendlichen haben kulturelles Interesse. Sie möchten etwas bewegen. Diese Möglichkeit wird ihnen allerdings meistens nicht gegeben. Vor allem durch Projekte wie “Fridays for Future” sind die Jugendlichen an Politik und Kultur interessiert, aber gleichzeitig auch frustriert, weil ihnen nicht der Raum für Veränderungen gegeben wird.

Foto: Jessica Mohr

Das Bedürfnis nach Kultur bei den Jugendlichen gibt es aber definitiv, weshalb Motion die Grundlage dafür geben möchte, die vor allem für alle Altersklassen interessant sind. “Wichtig ist ein Ort zum Austragen von Debatten”, so Matthias Mayer. “Genau das ist es, was für die Jugend wichtig ist, deshalb wollen auch wir sie alle auf eine Couch holen und ihnen die Chance geben Fragen zu diskutieren und sich so mit dem Thema Politik und Kultur auseinanderzusetzen”, meint auch Wenzel Weintritt von der Schokofabrik Bayreuth.

“Aber was braucht es wirklich in Bayreuth?”, wirft der OB-Kandidat Gert-Dieter Meier in die Runde. “Nachtbusse”, schallt es sofort vom Glashaus zurück. “Es muss eine bessere Anbindung für die Jugend und die jungen Erwachsenen in Bayreuth geben. Ob man an kulturellen Angeboten teilnimmt überlegt man sich dreimal, wenn man am Ende des Abends nach Hause laufen muss, weil kein Bus mehr fährt”, so Isabell Wörner.

“Außerdem sollte die Kultur für junge Leute allgemein stärker gefördert werden, beispielsweise auf der musikalischen Ebene, in dem Jugendliche die Möglichkeit haben sich a

uszuleben, zum Beispiel in einem Probenraum”, ergänzt Weintritt. “So würde den Jugendlichen der Freiraum gegeben werden, den sie brauchen um sich kulturell zu verwirklichen”, so Isabell Wörner.

“Wenn es Angebote gibt, dann werden dieses auch wahrgenommen”, so Matthias Mayer. “Allerdings ist die Kultur in Bayreuth zu hoch, nicht der Jugend angepasst.” Auch das neue Friedrichsforum ist wiederum für eine Kultur gebaut worden, die für Jugendliche nicht infrage kommt.

Bayreuth denkt zu wirtschaftlich, dabei ist es wichtig Angebote für Jugendliche zu schaffen, die sowohl den Geschmack der Leute treffen, als auch in deren Budget liegen. Hierbei werden Beispiele genannt wie eine Kneipe in der Livemusik gespielt wird.

Bayreuth muss lernen neue Angebote anzubieten, um die Monotonie nicht weiter zu steigern. Oftmals wird sich beschwert, dass die Studenten nach dem Studium in andere Städte ziehen.

“Dafür muss die Stadt es schaffen, dass junge Menschen das Interesse haben hier ihre Wurzeln zu schlagen und Bayreuth zu ihrer Heimat machen”, so die Vorsitzende vom Glashaus. Das funktioniert aber nur, wenn sich diese kulturell mit Bayreuth identifizieren können.

Zum Abschluss des Gespräches stellt Gert-Dieter Meier fest, dass eine “lebendige Kulturszene für jede Altersklasse wichtig ist”. Die Stadt muss sich vermehrt um eine alternative Kultur kümmern, indem in die Infrastruktur investiert wird und Kulturorte geschaffen werden, die den Jugendlichen den Freiraum geben sich selbst zu verwirklichen und so ein Teil der Kultur Bayreuths zu werden.

jm