SPVGG Bayreuth: Jenaer Flutlicht, Sitze aus Leipzig?

BAYREUTH. Um die Sanierung des Hans-Walter-Wild-Stadions hochwertig, aber auch möglichst kostengünstig durchzuführen, braucht es sinnvolle Vorschläge und ein gutes persönliches Netzwerk. Einer, der der Stadt hier viel zuarbeitet, ist Marcel Rozgonyi, Geschäftsführer der SpVgg Bayreuth.

Die Altstadt strebt den Aufstieg in die Dritte Fußball-Liga an und dieser könnte in den kommenden Wochen realisiert werden. Schließlich steht die SpVgg in den Playoffs der Regionalliga Bayern und im Falle der Meisterschaft ginge es dann gegen den Meister der Regionalliga Nord, den TSV Havelse, um den Drittligaaufstieg. Der Aufstieg könnte am 19. Juni feststehen, am 23. Juli würde bereits die neue Saison in der Dritten Liga starten.
Es wäre also ein relativ kurzes Zeitfenster, um das Stadion drittligatauglich zu machen.

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„Man muss sagen, dass ein Großteil der erforderlichen Arbeiten zur Stadionsanierung nicht vom DFB vorgegeben wird, sondern ganz einfach in der bayerischen Versammlungsstättenverordnung drin stehen, also Selbstverständlichkeiten sind, um ein Stadion betreiben zu können. Dies betrifft etwa Fluchtwege, Ausleuchtung etc..“, erklärte Marcel Rozgonyi im Gespräch mit der BTSZ. Eine Forderung des DFB ist eine Flutlichtanlage. Hier könnte sich durch die Vermittlung Rozgonyis eine kostengünstige Möglichkeit auftun. Da das Ernst Abbe-Sportfeld in Jena zu einem reinen Fußballstadion umgebaut wird, soll die bisherige, erst drei Jahre alte Flutlichtanlage abgebaut werden. Die Anlage hätte noch sieben Jahre Garantie. Rozgonyi gab dies an die Stadt Bayreuth als Eigentümerin des Hans-Walter-Wild-Stadions weiter.

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger freute sich gegenüber der BTSZ über das Engagement Rozgonyis, das man gerne annehme. Hinsichtlcih des Kaufs der Jenaer Flutlichtanlage gebe es durchaus Möglichkeiten. Es gab auch bereits einen Orts-termin mit einem Fachmann, der das Beleuchtungskonzept für das Ernst Abbe-Sportfeld in Jena erstellt hatte und bei dem die Übertragbarkeit des Konzeptes auf das Bayreuther Stadion untersucht wurde.

Außerdem könnte sich eine Möglichkeit für eine kostengünstige, aber wertige neue Bestuhlung der Haupttribüne des Bayreuther Stadions ergeben. Im Leipziger Stadion werden etwa 60.000 Sitze ausgetauscht. Laut Rozgonyi handelt es sich dabei bei der Qualität um die „Champions League der Stadionsitze“. Rozgonyi gab auch hier die Kontaktdaten an den Bayreuther OB weiter. Ebersberger erklärte, dass man mit der Leipziger Seite in Kontakt stehe und an der Sache dran bleibe. Da der DFB für die Dritte Liga nur eine Mindest-Stadionkapazität von 10.100 Zuschauerplätzen fordere, wäre es auch denkbar, die Zahl der Sitzplätze und damit der Neubestuhlungen etwas abzuspecken. Aktuell würde das Hans-Walter-Wild-Stadion auf Steh- und Sitzplätzen bis zu 20.000 Zuschauer fassen.

Ein weiteres Projekt ist die Erneuerung des Rasenspielfeldes samt Drainage und der Einrichtung einer Rasenheizung, wie sie im Profibereich Standard ist und gefordert wird. Der Stadtrat hat dem Projekt mehrheitlich zugestimmt. Die Ausschreibung für die Arbeiten ist noch nicht erfolgt, dem Hochbauamt liegt also auch noch kein Ergebnis vor, wie die Pressestelle der Stadt Bayreuth erklärte. Aufgrund der Corona-Situation befürchtet man seitens der Stadt gewisse Kostensteigerungen bei Baumaterialien, zudem werden derzeit längere Lieferzeiten bei PVC-Rohren erwartet.

„Wir haben als SpVgg ein gutes Verhältnis zur Stadt und letztlich muss die Kommune auch die notwendigen Entscheidungen herbeiführen. Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass die Rasenerneuerung samt Drainage und Rasenheizung auch in der Zeit zwischen 19. Juni und 23. Juli machbar wäre. Dies ist letztlich eine Frage der Arbeitsorganisation. Die Drainage ist auch ein sehr drängendes Problem, da diese im Zuge der Anlegung der neuen Laufbahn im Stadion beschädigt wurde und nun die Entwässerung des Rasens nicht mehr richtig funktioniert. Wir arbeiten der Stadt als Verein so viel zu wie es geht und haben ein gutes Gefühl, falls es sportlich mit dem Aufstieg in die Dritte Liga klappen sollte“, erklärte Rozgonyi.

OB Ebersberger bezeichnete den Zeitplan als „sportlich“. Hierfür habe aber auch der DFB Verantwortung, da die Spieltermine für die Aufstiegsspiele erst spät bekannt gegeben wurden. Man wolle die Erneuerung von Rasen und Drainage auf jeden Fall schaffen und zumindest die notwendigen Rohre für die Rasenheizung mit verlegen. „Wir wollen keinesfalls, dass Plan B greift und die Altstadt die ersten Drittliga-Heimspiele in einem Ausweichstadion absolvieren müsste“, erklärte Ebersberger.  Roland Schmidt