Bayreuther Unternehmen in der Corona-Krise: Scandi-Club

BAYREUTH. Die Zeiten sind schwer für den Bayreuther Einzelhandel in der Corona-Krise, keine Einnahmen, nur Kosten, auch städtische Gebühren. Gabi Krauss, Inhaberin des skandinavischen Conzept Store Scandi Club am Marktplatz, zeigt sich enttäuscht vom mangelnden Interesse an den Sorgen der Einzelhändler.

„Wir haben Ware bis zum Ende des Jahres und bestimmte Artikel speziell für Festspielzeit, die möglicherweise ausfällt, geordert. Unserer Bestellungen müssen vorab bezahlt werden“, sagt Gabi Krauss. „Diesen Anforderungen muss sich jeder Einzelhändler stellen. Seitens der Stadt fehlt es derzeit jedoch an jeglichem Feingefühl für unsere Lage. Unsere Geschäfte sorgen für Flair und Abwechslung in der Stadt. Ohne uns und unser Angebot ist Bayreuth weniger attraktiv. Meine Kunden kommen beispielsweise aus der gesamten Region, weil sie unser Sortiment schätzen. In der jetzigen schwierigen Situation erwarten wir im Gegenzug auch Unterstützung seitens der Stadtverwaltung. Für die Sonnenschirme vor den Geschäften zahlt jeder Einzelhändler eine stolze Gebühr an die Stadt. Warum wurde uns in dieser Krise nicht der Vorschlag gemacht, diese Gebühr nicht entrichten zu müssen, unsere Geschäfte bleiben doch geschlossen?“, fragt die Unternehmerin. „Es geht ums Überleben, jeder Euro zählt“. Bedauerlich bezeichnet Gabi Krauss auch die Tatsache, dass die Unternehmen in der Stadt die Stundung der Gewerbesteuer erst beantragen müssen. „Die Gewerbesteuer jedes einzelnen Händlers und Unternehmers ist für die Stadt nachvollziehbar, warum kommt man uns in diesen schwierigen Zeiten nicht entgegen und verzichtet vorerst antragslos auf die Steuer, um in besseren Zeiten abzurechnen?“

Sie wartet auf ein Signal, dass Hoffnung macht, beispielsweise auf die Möglichkeit, dass die Stadt in besseren Zeiten, die erlaubten vier verkaufsoffenen Sonntage genehmigt, statt nur zwei – oder die Öffnungszeiten für den Einzelhandel lockert.

Gabi Krauss hat ihre Sorgen und Nöten in einem Brief an die Oberbürgermeisterin formuliert. „Schon öfters habe ich einen Brief an sie geschrieben, in dem ich meine Probleme als Einzelhändlerin, über Aufsteller vor dem Geschäft oder Anlieferungen in Regelzeiten, kundgetan habe, nie habe ich eine Antwort erhalten, bis auf den jetzigen Brief. Aber es ist ja Wahlkampf“, so die Einzelhändlerin. „Ich habe meine Sorgen und die meiner Kollegen geschildert: Kein Umsatz, Mitarbeiter, die in Kurzarbeit geschickt und Mini-Jobler, welche im Einzelhandel zuhauf zu finden sind, die gekündigt werden müssen. Warum Menschen in dieser Situation ihre Arbeit verlieren, hat Frau Merk-Erbe leider nicht verstanden“, so Gabi Krauss, „sie sagt, die Wirtschaftsförderung seitens der Stadt sei doch bombig, auch für den Einzelhandel.“

gmu