Humboldt im Bewußtsein der Region

GOLDKRONACH. Im zu Ende gegangenen Jubiläumsjahr „250 Jahre Alexander von Humboldt“ trug das Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e.V. mit insgesamt über 20 eigenen Veranstaltungen dazu bei, dass der Univeralgelehrte im Bewußtsein der Region stärker verankert wird.

Besonders ging es laut Hartmut Koschyk, dem Vorsitzenden des Kulturforums, auch darum, aufzuzeigen, welche Wichtigkeit die „fränkischen Jahre“ Humboldts von 1792 bis 1797 für dessen gesamte Entwicklung als Persönlichkeit und Forscher hatten.
Das Veranstaltungsprogramm bot eine bunte Mischung aus wissenschaftlichen Vorträgen und Tagungen, Kulturprojekten, Festveranstaltungen und geselligen Treffen. „Besonders stolz sind wir, zwei neue Humboldt-Theater-Inszenierungen und den Fränkischen Alexander von Humboldt-Nachwuchspreis auf den Weg gebracht zu haben. Aber auch unsere Humboldt-Spezialitäten bewirken, dass der Universalgelehrte sprichwörtlich in aller Munde ist“, so Hartmut Koschyk. Die Humboldt-Spezialitäten reichen von den Humboldt-Seufzerla über den Humboldt-Trunk bis hin zu Humboldt-Laabla und -Laib, Humboldt-Kaffee und Humboldt-Goldsaiblingen. Zudem gibt es die eigens gezüchtete Alexander von Humboldt-Rose.

 

 

Hartmut Koschyk freute sich außerdem, dass jetzt die Ampel für den projektierten Goldkronacher Alexander von Humboldt-Museumspark auf Grün gestellt ist. Das 1,8 Millionen Euro teure Projekt, das von vielen Seiten gefördert wird, werde „Goldkronach ein gewisses Alleinstellungsmerkmal in der Region bieten“, so der Vorsitzende des Kulturforums.
Als Detail im Museumspark will Bio-Imker Toni Herzing in einem hohlen Baumstamm wie im Regenwald ein Bienenvolk ansiedeln. Durch Scheiben kann man dann beobachten, wie sich die Bienen in dem Baumstamm natürlich entwickeln. Im Humboldt-Park wird auch eine original Blautanne aus Sibirien gepflanzt. Der Baum ist ein Symbol für die Zusammenarbeit zwischen dem Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach und dem Internationalen Verband der Deutschen Kultur in Moskau, der als Dachverband die etwa 500.000 Deutschen in Rußland vertritt.
Der Verband griff 2019 das 190-jährige Jubiläum der Rußland-Reise Humboldts im Jahr 1829 auf und organisierte insgesamt zwölf Projekte in allen Regionen Rußlands, die der Universalgelehrte seinerzeit besuchte. Besonderer Wert wurde dabei auf die Einbeziehung der Jugend gelegt.

 

 

Besonderes Highlight war das Deutsch-Russische Theaterstück „Was die Welt im Innersten zusammenhält“ von Autorin Monika Gossmann. Das Stück hatte seine Premiere in Omsk und wurde anschließend in Moskau, auf der Reichshof-Kulturbühne in Bayreuth und schließlich im Haus der Deutsch-Russischen Wissenschaft und Kultur in Berlin aufgeführt. In dem Stück wird Humboldts Leben in eineinhalb Stunden mit Schwerpunkt auf seiner Rußlandreise dargestellt. Beschrieben wird auch das Verhältnis von Humboldt zu Goethe und Schiller bis hin zur These, dass für Goethes Faust Humboldt eine gewisse Vorbildfunktion hatte.
Olga Martens, die stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbandes der Deutschen Kultur, hob hervor, dass durch die Aktivitäten der Bekanntsheitsgrad Humboldts in Rußland deutlich gewachsen sei. Bei den durchgeführten Recherchen seien auch etliche verschwunden geglaubte Sachen wieder aufgefunden worden, etwa die von Aljabjev komponierte „Humboldt-Hymne“. rs

 

Fränkischer Alexander von Humboldt-Nachwuchspreis erstmals ausgelobt

Anlässlich des 250. Geburtstages von Alexander von Humboldt am 14. September 2019 und eingedenk seines Wirkens in Franken in den Jahren 1792 bis 1797 stiftet das Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e.V. mit Unterstützung der Rainer Markgraf Stiftung erstmalig den Fränkischen Alexander von Humboldt-Nachwuchspreis.

Gewürdigt werden soll mit dem Preis die für Franken bedeutsame Beschäftigung von Einzelpersonen oder Gruppen mit Mitgliedern im Alter zwischen 15 und 35 Jahren mit dem Wirken Alexander von Humboldts in der Region zwischen 1792 und 1797.
Humboldt interessierte sich als Bergbeamter nicht nur für die ökonomische Entwicklung seiner Reviere. Ihm lag vielmehr auch der sorgsame und nachhaltige Umgang mit den natürlichen Ressourcen besonders am Herzen. Dabei vergaß er aber auch nicht das Wohlergehen sowie die Bildung der Bergleute und deren Familien. Die kollegiale Zusammenarbeit mit den einheimischen Beamten und Bergleuten war dabei selbstverständlich.
Die Befassung mit den fränkischen Jahren Alexander von Humboldts kann dabei auf dem Gebiet der Wissenschaft, der Technik sowie aller Formen der Kunst erfolgen. Die Auseinandersetzung mit dem fränkischen Erbe Humboldts soll nicht nur kurzfristige Impulse setzen, sondern muss eine Langzeitwirkung entfalten.

 

 

Die Wettbewerbsbeiträge können bis zum 1. März schriftlich, gegenständlich oder filmisch beim Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e.V., Schlossweg 5, 95497 Goldkronach, eingereicht werden. Die Beiträge sind in deutscher Sprache abzufassen, die deutsche Staatsangehörigkeit ist aber nicht Voraussetzung für eine Teilnahme.
Der Fränkische Alexander von Humboldt-Nachwuchspreis besteht aus dem mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis, dem mit 3.000 Euro dotierten zweiten Pries und dem dritten Preis, für den es 2.000 Euro Preisgeld gibt.
Die Auswahl der Preisträger obliegt einer hochkarätig besetzten Jury mit Vertretern aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Forschung.
Die Verleihung der Preise erfolgt anlässlich des 251. Geburtstages von Alexander von Humboldt am 14. September 2020 in Goldkronach. rs/red