HaSpo Bayreuth: “Vor der Saison hätte keiner damit gerechnet”

BAYREUTH. HaSpo Bayreuth steht nach der Hälfte der Saison auf dem sechsten Platz – eine sehr starke Leistung. Wir haben einmal exklusiv mit Kapitän Paul Saborowski gesprochen und erfahren, was die Mannschaft so stark macht.

Servus Paul! Die Hälfte der Saison ist vorbei, ihr steht mit 11:9 Punkten auf Platz sechs, was am Ende der Spielzeit den Klassenerhalt bedeuten würde. Ihr seid mit Sicherheit zufrieden, oder?
Ja, das würde ich auf jeden Fall sagen. Wir haben in dieser Saison die ein oder andere Überraschung geschafft, beispielsweise gegen Gelnhausen oder in Erlangen. Aber die größte Überraschung war der Sieg gegen Bieberau.

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Läuft es diese Saison besser als erwartet?
Das ist schwierig zu sagen. Ich würde nicht sagen, dass wir besser spielen als erwartet, weil das wertet uns ab. Wir steigern uns, vor allem zu Hause, immer unfassbar ins Spiel rein. Wir haben am dritten Spieltag in Erlangen gewonnen, das war ein Knackpunkt nach den klaren Niederlagen zu Beginn und hat uns Selbstvertrauen gegeben. Danach haben wir einen Lauf gestartet. Aber man kann schon sagen, dass wir ein bisschen über unseren Erwartungen gespielt haben.

Was zeichnet HaSpo Bayreuth aus?
Wir schaffen es eigentlich für jeden Gegner unangenehm zu sein. Die ersten beide Spiele ausgenommen, haben wir jedes Spiel knapp gestalten können. Wir schaffen es in dieser schweren Liga immer dran zu sein, eine eklige Abwehr zu spielen und es jedem Gegner schwer zu machen.

Und was gilt es noch zu verbessern?
Es ist für fast alle von uns die erste ganze Drittligasaison, wir müssen noch ein bisschen abgezockter werden. Vor allem der Start in die Spiele, insbesondere auswärts, muss uns noch besser gelingen. Wir verschlafen da oft die ersten Minuten und sind dann gleich hinten. Wir wissen selbst nicht genau, woran es liegt.

Ihr steht im Moment auf Platz sechs, das würde am Saisonende zum Klassenerhalt reichen. Wie realistisch ist es, diesen Rang zu halten?
Wir haben jetzt in der Rückrunde relativ viele Heimspiele, das ist schon ein Vorteil. Aber es ist auch klar, wir haben noch gar nichts gewonnen. Wir dürften jetzt in der Rückrunde kein Stück nachlassen. Das wird das Wichtigste sein, dass wir uns bewusst machen, dass wir noch nichts erreicht haben. Wir haben einige Spiele durch eine sensationelle Teamleistung gewonnen, das müssen wir in der Rückrunde wieder schaffen. Wir sind uns weiterhin bewusst, in welcher Rolle wir in der Liga sind.

Und gerade wegen eurer Außenseiterrolle ist der aktuelle Platz sechs eigentlich gar nicht hoch genug hoch genug zu hängen, oder?
Vor der Saison hätte keiner damit gerechnet, dass wir zur Halbzeit auf Platz sechs stehen. Es ist sehr beeindruckend, in was für einen Lauf wir uns teilweise gespielt haben. Meiner Meinung nach hat das unfassbar viel mit unserem Teamgeist zu tun. Jeder gibt alles für den anderen, wir schaffen es immer, füreinander einzuspringen.

Das müsst ihr auch am Samstag im Heimspiel gegen die Zweitplatzierte HSG Rodgau Nieder-Roden schaffen. Im Hinspiel gab es eine 18:32-Klatsche. Was macht Hoffnung gegen diesen starken Gegner?
Wir sind klarer Außenseiter, das ist logisch. Deswegen haben wir nichts zu verlieren und nicht so viel Druck. Daheim sind wir allerdings immer für eine Überraschung gut, das hat die Hinrunde gezeigt. Wir müssen eine starke Abwehr stellen und dürfen im Angriff nicht so viele Chancen liegenlassen. Dann ist eine Überraschung möglich.

Interview: Mirko Strässer