Glocke und Saas: Das ist der Süden von Bayreuth

BAYREUTH. Seit kurzem hat der südliche Teil der Stadt Bayreuth ein völlig neues Gesicht. Wo sich vorher die Brache der 2012 abgebrannten Eisengießerei Burkhardt befand, ist ein neues, modernes Einkaufszentrum entstanden: Lebensmittelmärkte, darunter das neue Edeka E-Center, betrieben von der Bayreuther Familie Schneider. Auf 3.500 Quadratmetern findet die Kundschaft dort zirka 40.000 Produkte. In den Bau, der Ende Juli eröffneten Filiale, investierte die Unternehmerfamilie rund 20 Millionen Euro. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im Angebot befinden sich auch regionale Erzeugnisse. Bequem einkaufen lässt es sich an der 50 Meter langen Feinkosttheke und einer 24 Meter langen Frischetheke. Im Eingangsbereich des Marktes befindet sich ein Backwarenverkaufsstand mit gemütlichem Café. Ebenfalls auf dem früheren Fabrikgelände haben sich ein Sportgeschäft, ein Drogeriemarkt und ein Discounter angesiedelt.

Bayreuth: Das sind die Stadtteile Glocke und Saas

Insgesamt ist die Lage, rund um die Justus-Liebig-Straße und Ludwig-Thoma-Straße – dem Eingangstor des Stadtteiles Glocke/Saas – ein attraktiver Standort für weitere Fachmärkte wie für Elektronik oder Pharmazie. Die ansässigen Handwerksbetriebe nutzen die verkehrsgünstige Lage sowohl in die Stadt, wie die Nähe zur Autobahn. Seit Anfang der 1970er Jahre verbesserte sich der Anschluss in Richtung Fränkische Schweiz durch den Bau der Brücke der Ludwig-Thoma-Straße. Sie überspannte die frühere Bahnstrecke, die heute ein Radweg ist und das Gewerbegebiet teilt.

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Auf dem früheren Betriebsgelände einer örtlichen Spedition, die 2016 ihren Standort verlagerte, herrscht hingegen immer noch Tristesse. Für eine angedachte Wohnanlage hat sich noch kein Investor gefunden. Wenn endlich gebaut wird, verändert sich Bayreuths Süden noch einmal, da auch die leerstehenden Gebäude des früheren real Markts und des Discounters Aldi verschwinden werden.

Was bleibt, sind die früheren Lagerhäuser und Haferspeicher mit ihrer markanten Bauweise, die heute betrieblich und als Lager genutzt werden und früher sogar an das Schienennetz angeschlossen waren.

Wohnen und arbeiten – viel Grün und Gewerbeflächen: Der Bayreuther Süden, zwischen Justus-Liebig-Straße und Ludwig-Thoma-Straße bis Glocke und Studentenwald, hat einiges zu bieten. Foto: Dörfler

So entstand die Saas in Bayreuth

Der überwiegende Teil der Gebäude des Stadtteils Saas entstand Mitte der 1930er Jahre. Die Planung der Siedlung für kinderreiche Arbeiterfamilien geht bis in die Weimarer Republik zurück. Jedoch wurde die Siedlung erst zwischen 1933 und 1937 planmäßig konzipiert und einheitlich gebaut. Die ersten 84 Siedlerstellen wurden in den Jahren 1933/34 errichtet, 94 weitere entstanden bis 1937. 1964 wurde die Auferstehungskirche eingeweiht. In den Jahren darauf, folgten weitere Reihenhaussiedlungen und Einfamilienhäuser.




Die Saaser lieben die Geselligkeit und pflegen ein reges Vereinsleben. Der Sportverein BSC Saas wurde 1946 gegründet und bietet die Abteilungen Fußball, Basketball, Gymnastik, Wandern, Ski und Theater an. Die Siedlervereinigung Bayreuth-Saas e.V. sorgt zudem für die richtigen Veranstaltungen im Stadtteil, beispielweise das Siedler-Waldfest im Wäldchen am Lerchenbühl, das in und um Bayreuth bekannt und beliebt ist. Seit 1981 befindet sich am Rand der Saas der Südfriedhof mit Krematorium.

gmu/red