Bezirkskrankenhaus Bayreuth
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Seine Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen reduziert Stress. Der Achtsamkeitsweg am Bezirkskrankenhaus Bayreuth animiert dazu. Nutzen kann diesen Weg jeder. Start ist an der Hochbrücke bei der Pforte. Foto:Ulrike-Sommerer

Seine Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen reduziert Stress. Der Achtsamkeitsweg am Bezirkskrankenhaus Bayreuth animiert dazu. Nutzen kann diesen Weg jeder. Start ist an der Hochbrücke bei der Pforte. Foto: Ulrike Sommerer

Fühlen. Sehen. Riechen. Schmecken. Hören. Alle Sinne wollen Verena Schirbel, Lisa Hasenbank und Jennifer Kramer mit einem Achtsamkeitsweg anregen. Der Weg, der über das Gelände des Bezirkskrankenhauses Bayreuth führt, steht Patienten, Mitarbeitern und allen Besuchern offen, die mehr auf sich achten wollen.

 

Fühlen: Eine Stele weist auf die Aufgabe hin. Man soll barfuß verschiedenen Untergrund erfühlen. Also Schuhe aus, Socken aus, und testen, wie sich Gras, wie sich Asphalt, wie sich Schotter an den nackten Füßen anfühlt.
Sehen: Eine Bank lädt zum Verweilen ein. Die Aussicht, die sich bietet, ist grandios. Man kann den Blick schweifen lassen, von den Mainauen bis zur Stadtkirche.

 

Riechen und Schmecken: In einem Hochbeet warten verschiedenste Kräuter auf den, der hier entlangkommt. Salbei, Estragon, Liebstöckel lassen an sich schnuppern, die Kräuter dürfen auch abgezupft und probiert werden.
Hören: An der Hochbrücke, die über die Straße führt, darf man mit einem Holzstab das Gitter entlangrattern. Wie klingt das Metall? Ist es dumpf? Laut?
Insgesamt sind es acht Stationen mit elf Aufgaben oder besser: Anregungen, die auf dem Achtsamkeitspfad beschritten werden können. Immer geht es darum, das Hier und Jetzt bewusst mit allen Sinnen zu erfassen. Bis zu einer Stunde lässt sich während eines Spaziergangs über das Gelände des Bezirkskrankenhauses der Weg zu sich selbst gehen. Dies kann alleine passieren, zum Beispiel als aktive Mittagspause, dies kann aber auch für ein Gruppenangebot für Patienten genutzt werden. Start und Ziel ist die Hochbrücke an der Pforte.

Die Idee zu diesem Projekt entstand in der Fachweiterbildung zur Pflege in der Psychiatrie, die Verena Schirbel, Lisa Hasenbank und Jennifer Kramer (alle drei sind 25 Jahre alt) gerade machen.

 

Der Gedanke der Achtsamkeit kommt ursprünglich aus dem Buddhismus. Übungen, die die Achtsamkeit im Blick haben, dienen der Gesundheit. Wer achtsam ist, kümmert sich um sich selbst, erklärt Lisa Hasenbank die Zielsetzung: „Gerade Menschen in sozialen oder Pflegeberufen, die sich aktiv um die Gesundheit ihrer Klienten kümmern, vergessen sich dabei oft selbst.“
Achtsamkeit soll hier dazu beitragen, sich ganz auf den Moment, sich selbst und das eigene Befinden einlassen zu können. Stress wird reduziert, die Sinne werden geschärft, man lernt, sich Zeit für sich selbst zu nehmen.
Auch im Alltag lassen sich ganz einfach ein paar Übungen zu mehr Achtsamkeit einbauen um mit allen Sinnen im Hier und Jetzt zu sein.

 

Fühlen: Wie ist mein Atem? Wie fühle ich mich gerade jetzt?
Sehen: Welche Farbe überwiegt in meinem Blickfeld?
Riechen: Schnüffeln Sie wie ein Hund oder Kaninchen. Sie werden so Gerüche intensiver wahrnehmen.
Schmecken: Kaufen Sie sich eine Eissorte, die Sie nie kaufen.
Hören: Welche Geräusche, Klänge und Töne in unmittelbarer Nähe, welche in der Ferne sind zu hören? Welches ist das lauteste, das präsenteste, welches das leiseste?

Info

Nutzen darf den Achtsamkeitsweg jeder. Patienten, Mitarbeiter und Besucher. Start des Weges ist an der Hochbrücke bei der Pforte. Je nach eigenem Tempo kann man den Weg zwischen einer halben und einer ganzen Stunde abgehen.