Für eine schnelle Lösung

BAYREUTH. „Das Altstadtbad ist für mich, wie für viele andere Bayreuther, aus unserem Stadtteil nicht wegzudenken. Seit meine mittlerweile sechsjährige Tochter auf der Welt ist, sind wir im Sommer fast täglich im Altstadtbad. Wir wohnen gleich um die Ecke und es ist einfach schön, die Möglichkeit zu haben, auch kleine Zeitfenster nutzen zu können, um kurz zum Abkühlen ins Schwimmbad zu gehen“.

Diese Meinung zum Thema Altstadtbad von Anwohnerin Luisa Funke-Barjak dürfte ziemlich repräsentativ für die Stimmung im Stadtteil sein, wenn es um die Zukunft des Altstadtbades geht. „Das Bad ist der Treffpunkt für Jung und Alt, ein Ort, an dem Kinder sich treffen und miteinander spielen können. Dabei ermöglicht das Altstadtbad gerade auch Teilhabe für Kinder aus Familien mit kleinem Geldbeutel, die sich sonst den Eintritt in ein Schwimmbad nicht leisten könnten. Denn viele Kinder lernen ihre ersten Schwimmzüge im Becken des Altstadtbades und treffen sich hier mit Freunden aus Kindergarten oder Schule. Im vergangenen Sommer war die Enttäuschung groß, als das Bad in der heißesten Zeit des Jahres immer wieder wegen Reparaturen geschlossen war. Deshalb bin ich froh, dass die Stadt Bayreuth hinter dem Altstadtbad steht und die Sanierung in Angriff nimmt. Ich wünsche mir, dass diese nun auch so bald wie möglich starten kann“, so Luisa Funke-Barjak.

 

Ob das Bad in seiner bekannten Form relativ zeitnah wieder öffnen kann? Im vergangenen Herbst wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, in der eine Sanierung des großen Beckens angesichts des Zustandes für nicht sinnvoll erachtet und stattdessen eine Erneuerung in den Raum gestellt wurde. Eine erste grobe Kostenschätzung ging von Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro aus. Im Haushaltsentwurf der Stadt für heuer sind jetzt Planungskosten von 50.000 Euro vorgesehen – würde tatsächlich eine 3,5 Millionen-Euro-Investition realisiert, würden allerdings alleine die Gesamt-Planungskosten auf rund 300.000 Euro kommen.
Zweifel äußert CSU-Stadtratsfraktionschef Dr. Stefan Specht: „Die CSU-Fraktion ist in jedem Fall für den Erhalt des kostenfreien Altstadtbades einschließlich funktionsfähigem Schwimmbecken. Der vorgebliche Sanierungsaufwand in erheblicher Millionenhöhe für ein undichtes Becken wird von uns aber angezweifelt. Hier muss mit deutlich geringerem Aufwand Abhilfe geschaffen werden können, und zwar zeitnah und nicht erst in Jahren. Es handelt sich hier nach unserer Einschätzung nicht um ein kompliziertes Bauvorhaben oder gar ein Luxusbad mit hohem Planungsaufwand, wie es von der Verwaltung wieder teuer- und hochgerechnet wird, sondern um ein traditionsreiches soziales Angebot in einem nicht ganz einfachen Stadtteil“.

 

„Wir wollen das Altstadtbad als Ort der Begegnung ohne Eintrittsgeld erhalten, auch wenn ohne umfangreiche Sanierung das große Becken möglicherweise kurzfristig nicht mehr zur Verfügung stehen sollte. Ein saniertes Kinderbecken, sanierte Kabinen und sanierte sanitäre Bereiche sehen wir als Mindeststandard. Wir halten es auch für richtig, dass OB Brigitte Merk-Erbe in die Haushaltsvorlage 2020 bereits fnanzielle Mittel für die Planung einstellen ließ“, erklärt BG-Fraktionschef Stephan Müller. OB Merk-Erbe kündigte bereits bei ihrer Jahres-Pressekonferenz an, prüfen zu lassen, ob auch ohne das große Becken die sonstigen Angebote des Altstadtbades im Sommer dennoch zur Verfügung gestellt werden können.
Die Bayreuther SPD hatte sich bereits kürzlich bei einer Informationsversammlung in der Altstadt für eine möglichst schnelle und pragmatische Sanierung und Wiedereröffnung des Altstadtbades ausgesprochen. Diese Forderung wollen die Sozialdemokraten auch mit einer Unterschriftensammlung unterstützen. rs